Hellerhof Zweite Brücke über den Altrhein installiert

Hellerhof · In Hellerhof ist gestern auch die Aussichtsplattform montiert worden. Ende des Monats ist der Wanderweg von Hellerhof zum Piels Loch wieder für Spaziergänger passierbar. Dann ist auch die Deichöffnung geplant.

 Schon am frühen Morgen hievte der Kran die 22 Tonnen schwere Holzbrücke im Zeitlupentempo zu den Fundamenten ihres Standorts.

Schon am frühen Morgen hievte der Kran die 22 Tonnen schwere Holzbrücke im Zeitlupentempo zu den Fundamenten ihres Standorts.

Foto: Günter von Ameln

Es herrscht an diesem Morgen reger Betrieb in Hellerhof an der Paul-Löbe-Straße. Von dort, am Ende des Parkplatzes, geht es ins Grüne, in die Altrhein-Auen. Doch ein beliebter Wanderweg, der von Hellerhof von der Mündung des Garather Mühlenbachs zum Piels Loch in Urdenbach führt, ist immer noch gesperrt — wegen der Bauarbeiten.

Dennoch waren auch gestern zahlreiche Spaziergänger, aber vor allem Hundehalter mit ihren Vierbeinern, unterwegs. Und die hatten nur eine Frage: "Ist die Brücke schon da?". Eine Frage die jetzt endlich mit Ja beantwortet werden kann.

Ein gewaltiger Kran, der 250 Tonnen bewegen kann, steht am Ende des Weges, bevor es leicht bergab geht in die Auen, wo sich der Altrhein wieder sein natürliches Bett holen soll. Doch momentan ist der Flusslauf trocken gelegt, versiegelt mit Erdreich und gewaltigen Steinen. Dies ist notwendig, damit die Montage-Arbeiten möglich sind.

In den frühen Morgenstunden kamen die beiden Schwertransporter aus Fresenburg im Emsland an. Dort hatte die Firma Schmees und Lühn, die 22 Tonnen schwere und 22 Meter lange Brücke sowie die 13 Tonnen schwere Aussichtplattform gefertigt.

Die Anfahrt war diesmal einfacher als beim ersten Mal. Vor zwei Wochen war eine rund 18 Tonnen schwere und 20 Meter lange Holzbrücke nach Urdenbach transportiert und montiert worden, damals musste der Schwerlaster über den Stümpelweg fahren — ein schmaler Schotterweg. Da waren Fahrkünste gefragt, um an Ziel zu kommen.

Gestern gab es jedoch genug Platz, und zwar nicht nur für die beiden Lkw, die die Brücke transportierten, sondern auch für die beiden Transporter, die die Gewichte für den überdimensionalen Kran gebracht haben.

"Dieses Mal haben wir einen wesentlich größeren Kran als in Urdenbach", sagt Heiko Stötzel, der die Bauüberwachung kontrolliert und auf den eindrucksvollen Kran zeigt, der etwa in 20 Meter Höhe endet. Langsam, fast schon im Zeitlupentempo hat der jedes der beiden schwergewichtigen Holzteile angehoben und an der erforderlichen Stelle, wo das Fundament gelegt worden war, wieder runtergebracht — zum Staunen der Schaulustigen.

Jetzt beginnt das Hämmern und Schrauben. Einzelne Holzbohlen müssen ebenfalls noch montiert werden. "Beispielsweise im Anschlussbereich zur Plattform, oder dort, wo der Deich geöffnet wird", erklärt Stötzel. Gestern Nachmittag waren die Arbeiten abgeschlossen. Doch der Bauzaum wird weiterhin bleiben. Jetzt beginnt die Feinarbeit. Die Wege müssen wieder hergestellt werden. Wie beispielsweise in Urdenbach, wo die Arbeiten schon weit vorangeschnitten sind, die Brücke aber immer noch gesperrt ist. Der etwa 2,5 Kilometer lange Wanderweg von Piels Loch nach Hellerhof soll Ende des Monats, spätestens Anfang April geöffnet sein.

Die beiden Brücken waren notwendig, weil der Altrhein aus seinem künstlichen wieder in sein natürliches Bett verlegt werden soll. Ein Termin für diese Deichöffnung ist ebenfalls für Ende März geplant — wenn die Baustellen abgebaut und Sperren für das Gewässer angelegt sind. Diese Sperren, so genannte Kissen, sollen dafür sorgen, dass der Altrhein nicht zurück in sein künstliches Flussbett fließt. Vielmehr soll er sich sein eigenes Bett suchen — eines in den Auen der Urdenbacher Kämpe.

(RP)