Hellerhof: S-Bahnhof Hellerhof besser als im Test

Hellerhof : S-Bahnhof Hellerhof besser als im Test

Bei Bahnkunden stößt die Bewertung des Verkehrsverbunds Rhein Ruhr auf Unverständnis. Nur wegen der Graffiti den S-Bahnhof als nicht akzeptabel einzustufen, ist für sie nicht nachvollziehbar.

Zugegeben, die Schmiereien an der Lärmschutzwand sind hässlich. Aber deshalb den S-Bahnhof Hellerhof gleich in die rote Kategorie hinunter zu stufen, was übersetzt "inakzeptabel" heißt, das stößt bei vielen Bahnkunden auf Unverständnis.

Schmiererei an der Lärmschutzwand - eine Reinigung ist aber nicht ohne Weiteres möglich, weil der Schallschutz verloren geht. Foto: Anne Orthen

Der Verkehrsverbund Rhein Ruhr (VRR) bewertet jedes Jahr die Sauberkeit und Funktionalität der S-Bahnhöfe. Da war im Jahr 2015 der Hellerhofer S-Bahnhof positiv bewertet worden. Er galt als Paradebeispiel im Düsseldorfer Süden. Die Tester vergaben in allen Kategorien eine grünen Punkt (2013 noch rot). Aber wen wundert's, ist der Bahnhof doch erst Anfang 2015 generalüberholt und modernisiert worden.

Und seit dem Umbau hat sich eigentlich nicht viel geändert. Das findet auch SPD-Ratsfrau Ursula Holtmann-Schnieder, die fast täglich mit der S-Bahn in die Innenstadt fährt. "Da gibt es andere Bahnhöfe in Düsseldorf, die ein Rot verdient hätten", sagt sie. Sie bemängelt nur, dass die S-Bahn viel zu selten pünktlich sei. Aber das habe nichts mit der Bewertung des VRR zu tun. Den Bahnhof als solches findet Holtmann-Schnieder absolut akzeptabel, lediglich der Aufzug funktioniere manchmal nicht.

Aber was die Kriterien der VRR-Tester betrifft, die vier Mal im Jahr die S-Bahnhöfe überprüfen und unter anderem die Sauberkeit bemängeln, dem muss sie widersprechen. Wenn die Aufgänge zum S-Bahnhof mal beschmiert seien, so würden sie schnell gereinigt. "Das geht bei den grün-weißen Kachlen auch ziemlich einfach", fügt sie hinzu." Es gibt keine überquellenden Papierkörbe und die Bänke sind sauber", zählt sie auf. Das war auch gestern der Fall. Und es riecht nicht, wie an anderen Stationen, nach Urin. Die Schilder sind gut lesbar, die dynamische Fahrgastanzeige funktioniert. "Ich wüsste nicht, was zu bemängeln ist", erklärt Holtmann-Schnieder. Dem pflichtet ihr CDU-Kollege, der stellvertretende Bezirksbürgermeister Klaus Mauersberger, bei. Nun ja, die Lärmschutzwände seien voll beschmiert und unter der S-Bahn-Brücke könnten die Graffiti entfernt werden. Ab sollen das die Kriterien sein, fragt sich Mauersberger, wo doch die Bahnhofsaufgänge hell seien und die Wartehäuschen einen Wetterschutz bekommen hätten. "Immerhin haben die Umbauarbeiten eine Million Euro gekostet", sagt er, das sei es wert gewesen.

Für den VRR spielen aber die Schmierereien bei der Bewertung eine große Rolle, ebenso die Beleuchtung, die Bodenbeschaffenheit sowie das Thema Sauberkeit und ob ein Bahnhof behindertengerecht sei, so Pressesprecher Dino Niemann,

"Abgesehen von den Kaugummiflecken auf dem Boden und Graffiti an der Lärmschutzwand, kann ich nichts Negatives sehen", meint Mauersberger. Deshalb müsse man doch einen Bahnhof nicht gleich so schlecht machen.

Ein Sprecher der Deutschen Bahn erklärte: "Wir dürfen die Lärmschutzwände nicht ohne weiteres reinigen." Dafür gebe es Auflagen, weil sonst der Lärmschutz verloren ginge. Eine wöchentliche Reinigung wie an den Bahnhofaufgängen sei nicht möglich.

(RP)