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Interview neuer Vorstand Bürgerverein Hellerhof

Interview Hellerhofer Bürgerverein : „Das Thema Seniorenwohnanlage ist nicht vom Tisch“

Der neue Vorstand des Hellerhofer Bürgervereins formuliert seine Ziele. Sie wollen die Neugestaltung der Unterführung am Bahnhof vorantreiben. Auch der Begräbniswald ist noch im Gespräch.

Hellerhof Viele Menschen aus der Innenstadt kommen nur sehr selten in das südlichste Viertel Düsseldorfs. Für die Mitglieder des Hellerhofer Bürgervereins ist ihr Wohnort jedoch das „Tor zur Stadt“, welches entsprechend vorzeigbar sein sollte. Der Verein setzt sich daher für die Verschönerung und Aufwertung von Hellerhof ein – allen voran der neue dreiköpfige Vorstand mit dem Vorsitzenden Harald Mikat, Martina Groth als Schriftführerin und Cordula Klahn als Schatzmeisterin. Das Trio hat jetzt seine Arbeit für den Stadtteil aufgenommen.

Frau Groth, Frau Klahn, Herr Mikat, eigentlich hätte der neue Vorstand des Bürgervereins ja schon im März gewählt werden sollen.

Harald Mikat Das stimmt, aber wegen Corona haben wir die Sitzung immer wieder verschoben. Wir haben ja viele ältere Mitglieder im Verein, und auf deren Gesundheit wollten wir Rücksicht nehmen. Und wir wollten uns sicher gehen, dass auch genug Hellerhofer bei der Abstimmung dabei sind.

Cordula Klahn Jetzt haben wir die Wahl in der Jugendfreizeiteinrichtung JFE abgehalten – in einem Raum, in dem sonst Theater gespielt wird. Unsere Mitglieder saßen im Zuschauerraum, der Vorstand auf der Bühne.

Sie sind auf zwei Jahre gewählt worden. Was hoffen Sie, hat sich nach dieser Zeitspanne in Hellerhof verändert?

Klahn Wir haben viele Pläne, die wir als Bürgerverein anstoßen wollen. Ich denke, im Zeitraum von zwei Jahren wäre zum Beispiel die Umgestaltung des S-Bahnhofs realistisch. Wir wünschen uns eine künstlerische Gestaltung, es soll heller, freundlicher, sauberer werden. So soll das Sicherheitsgefühl verbessert werden. Dazu zuträglich wäre auch mehr Präsens von Polizei und Ordnungsdienst – vor allem zu Fuß, in den kleinen Seitenstraßen.

Groth Das Projekt ist bereits angestoßen, wir als Verein wollen es weiter pushen.

Mikat Der Bahnhof ist ja quasi der Ort, den Reisende von Süden in Düsseldorf zuerst erreichen. Er sollte entsprechend einladend aussehen. Gleiches wünschen wir uns auch für Autobahn – zum Beispiel ein Schild „Willkommen im Hellerhof“, mit dem Schmetterling, dem Symbol unseres Stadtteils.

Welche Veränderungen wünschen Sie sich langfristig in Hellerhof?

Mikat Unser Stadtteil hat eine sehr geringe Fluktuation: Wer hierher zieht, bleibt zumeist. Das bedeutet aber auch, dass Hellerhof altert. Wir sehen das selbe Phänomen in Garath, dort fehlt es an Einrichtungen für Senioren. Wir wollen für diese Entwicklung vorsorgen, etwa durch seniorengerechtes Wohnen, vielleicht durch ein Pflegeheim, das es bisher im Stadtteil nicht gibt. Seit längerem im Gespräch ist außerdem eine Seniorenwohnanlage hinter der JFE. Das hätte den Vorteil, dass alte Menschen im Viertel bleiben können, gleichzeitig aber Platz für junge Familien frei wird.

Klahn Der Vorschlag wurde von der Bezirksvertretung geprüft, aber von der Verwaltung abgelehnt. Vom Tisch ist die Idee für uns aber noch nicht.

Groth Ein weiteres Thema ist ja auch der Waldfriedhof.

Mikat Der Förster hat uns ein Gelände angeboten. Aber die Stadt ist an der Idee nicht interessiert. Wir haben auch bei den Kirchen nachgefragt, aber bisher keinen Träger gefunden.

Für einen Bürgerverein besonders wichtig ist ja neben dem Angebot im Ort auch der Zusammenhalt zwischen den Bewohnern.

Groth Da hat Corona natürlich einige Einschränkungen mit sich gebracht. Aber sobald es wieder möglich ist, wollen wir das Gemeinschaftsleben wieder ankurbeln. Ein Sommerfest ist geplant, ein Schmetterlingsfest. Und wir wollen auch an den Erfolg des Bethovenkonzerts im Dezember anknüpfen. Damals waren über 150 Leute gekommen, alle unsere Erwartungen wurden übertroffen. Es geht uns darum, die Gemeinschaft im Ort zusammenzuhalten. Hellerhof hat – anders als zum Beispiel Urdenbach – keine über die Jahrhunderte gewachsene Dorftradition. Deswegen müssen Bürger und Vereine besonders aktiv werden und Angebote schaffen, an denen Junge und Alte ihre Freude haben.

Das sind große Aufgaben, die da vor Ihnen liegen.

Mikat Wir als Vorstand verteilen die Arbeit natürlich auf Teams, die sich jeweils mit einem Thema befassen. Und wir arbeiten mit anderen Gruppen und Vereinen zusammen, etwa dem Sportverein und der JFE, aber auch mit der BIG, den Garather Jonges und den Politikern aus der Bezirksvertretung 10.

Klahn Wir als Bürgerverein sind ja kein politisches Gremium. Wir sind eine Gruppe aktiver Bürger, denen es um einen attraktiven, sicheren und sauberen Stadtteil geht. Wir geben Denk- und Handlungsanstöße an die Entscheidungsträger und setzen uns dafür ein, dass die Menschen vor Ort in die Gestaltung ihrer Heimat einbezogen werden.