Ingrid Frunzke und Peter Ries sind Seniorenräte in Düsseldorf Garath und Hellerhof

Lokalpolitik : Für Senioren in Garath und Hellerhof

Ingrid Frunzke und Peter Ries sind die neuen Seniorenräte im Stadtbezirk 10. Deren Aufgabe ist es, das Leben für ältere Menschen zu verbessern und ihre Interessen zu vertreten. Sie sind sich einig: Es liegt viel Arbeit vor ihnen.

Ingrid Frunzke ist 65 Jahre alt, lebt im beschaulichen Hellerhof und ist vor kurzem in den Ruhestand gegangen. Nach ihrer Berufszeit wollte sich Frunzke, die bereits vorher in zahlreichen Freundeskreisen und Vereinen im Düsseldorfer Süden aktiv war, für ihre Heimat engagieren. Über die Zeitung erfuhr sie, dass Seniorenvertreter gesucht werden, und stellte sich zur Wahl. In der vergangenen Sitzung der Bezirksvertretung (BV) 10, die für Garath und Hellerhof zuständig ist, wurde sie offfiziell in ihr neues Amt eingeführt.

Als Seniorenvertreterin arbeitet Ingrid Frunzke im Duo mit Peter Ries. Der 63-jährige Garather ist bereits seit zehn Jahren in der BV aktiv, ist einziger Vertreter der Fraktion Freie Wähler und saß bereits in verschiedenen Ausschüssen und Beiräten. „Ich bin es eigentlich gewohnt, Einzelkämpfer zu sein“, sagt Ries mit einem Schmunzeln, „aber wir ergänzen uns gut und arbeiten produktiv zusammen.“

Als Seniorenräte sind Ingrid Frunzke und Peter Ries bei allen Sitzungen der Bezirksvertretung dabei, dürfen zuhören und zu sogenannten „seniorenrelevanten Themen“ Anfragen stellen. Allerdings dürfen sie weder Anträge formulieren noch sich an Abstimmungen beteiligen. Das finden die Seniorenräte schade, haben allerdings einen Ausweg gefunden: Da Peter Ries noch immer seinen Sitz als Vertreter der Freien Wähler in der BV inne hat, kann er auf diesem Weg die Interessen der alten Menschen vertreten. Die lokalpolitische Doppelrolle gefällt dem Seniorenvertreter, der bei seiner Einführung in das Amt mit den BV-Vorsitzenden scherzte: „Muss ich jetzt jedesmal den Platz wechseln, um zu zeigen, ob ich für die Freien Wähler oder den Seniorenrat spreche?“ Die launige Antwort von Bezirksverwaltungsstellenleiter Uwe Sandt: „Nein, es reicht, wenn Sie zwei verschiedenfarbige Mützen mitbringen.“

Trotz des lockeren Tons nehmen die beiden Seniorenräte ihre Aufgaben ernst. Peter Ries sagt: „Sich für die Senioren im Stadtteil einzusetzen, erfordert mehr, als auf ein paar Terminen Kaffee zu trinken.“

Ingrid Frunzke erklärt, ihre Aufgabe bestehe darin, die Interessen der Senioren in Erfahrung zu bringen, zusammenzufassen, an die entsprechenden Entscheidungsträger weiterzuleiten und dafür zu sorgen, dass Verbesserungen in Gang gesetzt werden.

Und Verbesserungen sind in verschiedenen Themenfeldern nötig, vor allem im Stadtbezirk 10, der statistisch gesehen einen der höchsten Seniorenanteile in der Stadt hat. Ein wichtiges Handlungsfeld ist beispielsweise die Barrierearmut. „Das können Kleinigkeiten sein“, sagt Peter Ries, „zum Beispiel mehr Handläufe und Geländer im öffentlichen Raum.“ Aber er setzt sich auch dafür ein, bei Neubauten auf seniorengerechte Aufzüge oder Garagen für Rollstühle zu achten.

Ebenfalls wichtig, so die Seniorenvertreter, sei das subjektive Sicherheitsgefühl im Stadtteil. Ries will sich dafür stark machen, einen Seniorensicherheitsberater einzusetzen. Dessen Aufgabe sei es, über Risiken und Gefahren, etwa Betrugsmaschen, aufzuklären.

Ingrid Frunzke hat es sich zur Aufgabe gemacht, alternative Wohnkonzepte für ältere Menschen zu fördern. Sie denkt beispielsweise an Wohngemeinschaften alter Leute oder an ein Zusammenwohnen von Studenten und Senioren. Auf diesem Wege könne man sowohl der Wohnungsnot als auch der zunehmenden Vereinsamung alter Menschen entgegenwirken.

Auch um diese Vereinsamung können sich die Seniorenräte kümmern. Allerdings, so sagt Peter Ries, besteht dort auch eine gewisse Holschuld: „Wir können nicht klopfen und fragen, ob es Probleme gibt.Nachbarn oder Verwandte können und sollen sich an uns wenden, dann können wir aktiv werden und versuchen, die Situation zu verbessern.“

Weitere Themen, denen sich Frunzke und Ries widmen wollen, sind die Verbesserung der Nahversorgung beispielsweise durch Wochenmärkte, eine bessere Taktung des ÖPNV auch abseits der Stadtteilzentren und die Unterstützung der Bemühungen des Bürgervereins, in Hellerhof ein Pflegeheim zu ermöglichen.

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