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Hellerhof: Hellerhoferin hilft Menschen in Syrien

Hellerhof : Hellerhoferin hilft Menschen in Syrien

Marlene Abbara hat mit der syrischen Aktivistin Soumaya Al-Azem den Verein Jasmin-Hilfe gegründet.

Durch den syrischen Bürgerkrieg sind laut Uno-Angaben rund eine Million Kinder auf der Flucht. Bomben zerstörten Häuser, in denen die jungen Flüchtlinge früher lebten und einige von ihnen haben sogar ihre Eltern sterben sehen. Diejenigen, die es aus dem Krisengebiet über die Grenze schaffen, sind oft verstümmelt und fast immer traumatisiert. Splitterverletzungen und Verbrennungen bleiben mangels medizinischer Versorgung unbehandelt.

Das weiß auch Marlene Abbara. "Ich wollte die Augen nicht verschließen, denn jemand muss etwas für die Flüchtlinge, vor allem für die Kinder, tun." Die Hellerhoferin traf in Köln auf die im Kuwait lebende syrische Aktivistin Soumaya Al-Azem, mit der sie im August vergangenen Jahres die Initiative "Jasmin-Hilfe" gründete. Die Mitglieder versuchen Geld zu sammeln, um damit schnelle Hilfe für Flüchtlinge leisten zu können.

Die erste Aktion, eine Versteigerung selbstgemalter Bilder von Abbara und ihrer Enkelin, brachte 1000 Euro ein. "Das war ein guter Anfang", sagt die 69-Jährige stolz. Die Initiative wuchs und fand immer mehr Helfer. In der ersten Märzwoche organisierte Marlene Abbara unter anderem Benefizveranstaltungen in Köln, München und Berlin. Dabei unterstützten namhafte syrische Künstler aus New York die Aktionen. "Es war ein grandioser Erfolg", erklärt die motivierte Hellerhoferin begeistert. Inzwischen gibt es Helfer aus ganz Deutschland und vielen anderen Ländern.

Erste Erfolge hat die Jasmin-Hilfe schon erreicht: Im Libanon konnten an der Grenze zu Syrien rund 70 Wohnzelte mit betoniertem Boden für die Flüchtlinge errichtet werden. Diese stattete die Initiative mit Heizöfen und mehreren Matratzen aus. Außerdem schickten die Helfer hunderte Essenspakete ins libanesische Grenzgebiet. "Unser besonderes Interesse gilt aber den Kindern", betont Marlene Abbara.

Für diese entstehen zurzeit ein Schulzelt und eine Ambulanz, die eine medizinische Grundversorgung gewährleisten soll. Außerdem gibt es Gespräche mit einem Team von Trauma-Therapeuten aus den USA, die den Flüchtlingen vor Ort helfen sollen.

Marlene Abbara hat aber auch eine persönliche Bindung zu Syrien. Vor 50 Jahren heiratete die Deutsche den syrischen Orthopäden Yasser Abbara. Der Arzt war für eine Fortbildung in die Bundesrepublik gekommen. In den 1970er Jahren lebte die Familie fünf Jahre in Homs. Die Verwandten von Yassar Abbara harren dort trotz des blutigen Bürgerkriegs noch immer aus.

Die Stadt wird seit Monaten von Rebellen gegen die syrischen Regierungstruppen verteidigt und ist inzwischen zu 80 Prozent zerstört. "Wir rufen jeden Tag dort an", erklärt Marlene Abbara. "Oft bringt das aber nichts, weil der Strom abgestellt ist." Die Hellerhoferin und ihre Mitstreiter motiviert das, ihre Hilfe noch stärker auszuweiten. Damit Spendengelder problemlos entgegengenommen werden können, hat sich die Initiative inzwischen dem Verein "Deutsch-syrische Ärzte für humanitäre Hilfe" angeschlossen.

Die Arbeit des Vereins sowie der Jasmin-Hilfe kann über Leben und Tod entscheiden, sagt Abbara. "Unser menschliches Mithelfen ist unerlässlich, da es auch in den Flüchtlingslagern an allem fehlt." Die 69-Jährige weiß, dass ein Ende des Bürgerkrieges bisher nicht absehbar ist. "Es muss aber Hoffnung geben", erklärt sie. "Also machen wir weiter."

(rim)