Mobile Redaktion : Hellerhofer wollen öffentliche Toilette

Besonders rund um den S-Bahnhof gibt es immer wieder Probleme mit Wildpinklern. Sowohl die Bürger als auch die Stadtteilpolitiker wünschen sich eine Lösung. Bisher konnte man sich jedoch auf kein Modell einigen.

20 öffentliche Toiletten gibt es im Düsseldorfer Süden, nur zwei davon befinden sich im Stadtbezirk 10. Allerdings liegen sie beide in Garath, Hellerhof verfügt über keine öffentlichen Sanitäranlagen.

Das stört zahlreiche Bürger in Düsseldorfs südlichstem Stadtteil. Denn der Bedarf ist da: Der Hellerhofer S-Bahnhof ist als erster Halt im VRR-Tarifsgebiet ein beliebter Knotenpunkt für Pendler, die hier vom Auto auf den Nahverkehr umsteigen. Wenn dann die Natur ruft, bleibt häufig nur eine Option. „Wir haben ein Problem mit Wildpinklern rund um den Bahnhof“, sagt Harald Mikat vom Vorstand des Hellerhofer Bürgervereins. Besonders die nahe Grünanlage und die Unterführung seien betroffen – obwohl ein Strafgeld von 35 Euro für das Erleichtern in der Öffentlichkeit droht.

Doch nicht nur den Pendlern würde eine öffentliche Toilette in Hellerhof Abhilfe schaffen, auch die Bürger des Stadtteils selbst würden davon profitieren. Da es im Viertel kaum Gaststätten gibt, haben auch sie keine Möglichkeit, unterwegs eine Toilette aufzusuchen. „Gerade ältere Menschen wünschen sich diese Möglichkeit auf ihren Spaziergängen“, sagt Jürgen Bohrmann, SPD-Ratsherr und Mitglied der Bezirksvertretung 10. Er hat bereits mehrfach auf die Einrichtung einer öffentlichen Sanitäranlage in Hellerhof gedrängt. „Die Diskussion ist ja bereits 15 Jahre alt“, sagt Bohrmann. Er wünscht sich eine entsprechende Anlage auf dem jetzigen Parkplatz an der Carlo-Schmid-Straße. Dieser Platz sei sowohl vom Einkaufszentrum als auch vom Bahnhof aus gut zu erreichen. Allerdings würde eine dauerhafte Toilettenanlage die sowieso bereits angespannte Parksituation auf dem Platz noch weiter verschärfen.

Auch die CDU sieht die Notwendigkeit von öffentlichen sanitären Anlagen in Hellerhof. Klaus Mauersberger, stellvertretender Bezirksbürgermeister, betont aber, dass eine solche Toilette kontrolliert werden müsse. Er sieht sonst die Gefahr, dass ein Schandfleck im Viertel entstehen könnte, sollte dies nicht der Fall sein. „Die Benutzung sollte kostenpflichtig sein und die Anlage nachts geschlossen werden“, so Mauersberger. Er plädiert dafür, einen Standort innerhalb des Einkaufszentrums in Erwägung zu ziehen: „Auf diese Art gäbe es auch soziale Kontrolle durch Passanten, was Missbrauch und Vandalismus vorbeugen könnte“, so der CDU-Politiker. Das findet Harald Mikat vom Bürgerverein wenig zielführend: „Gerade nachts, wenn Menschen aus der Stadt kommen, ist das Bedürfnis besonders groß. Dann haben wir auch die meisten Wildpinkler“, sagt er. Am unkompliziertesten findet auch Mikat den Standort Parkplatz.

Ob es in Hellerhof eine öffentliche Toilette geben wird, ist noch nicht klar. Die Bezirksvertretung müsste zunächst einen Antrag an die Stadtverwaltung stellen, um dann in die Planung einzusteigen. Wie lange ein solcher Prozess dauern wird, kann nicht genau beziffert werden.