Hellerhof: Bürgerverein plant Seniorenzentrum.

Wohnen im Alter : Bürgerverein plant Seniorenzentrum

Der Verein will eine Genossenschaft für das Projekt zu gründen. Für die Grundstückssuche ist er im Gespräch mit der Stadt.

Als Mitte der 1970er Jahre der Stadtteil geplant wurde, ging es vor allem um die Bedürfnisse von jungen Familien. „An Kindergärten und Schulen hat man damals gedacht“, sagt Harald Mikat. Der neue Vorsitzende des Hellerhofer Bürgervereins wohnt selbst seit 39 Jahren dort. Versäumt habe man allerdings, Freiflächen zu lassen, um Wohnformen für ältere Menschen zu schaffen. Ein Seniorenzentrum gibt es bislang im Stadtteil nicht. Das möchte der Bürgerverein nun ändern.

Um die Wünsche und Anliegen der Bürger in Erfahrung zu bringen, hatte der Verein 2200 Fragebogen verteilt, etwa 270 Antworten kamen zurück. An oberster Stelle standen bei den Bürgern die Themen Sauberkeit und Pflege des Stadtteils (73 Prozent), gefolgt von einer eigenständigen Polizeiwache (60 Prozent). Auf den weiteren Plätzen wurden der Wunsch nach einer letzten Ruhestätte genannt (22,5 Prozent) und ein Seniorenzentrum (22,1 Prozent).

„Viele denken daran, dass sie später nicht alleine in großen Wohnungen sitzen wollen“, sagt Mikat (73). Der soziale Kontakt zu Freunden und Bekannten sei ihnen wichtig, genauso wie ein zentraler Standort, um einkaufen gehen zu können. Als Standort favorisiert der Verein ein Grundstück neben der Jugendfreizeiteinrichtung (JFE) St. Matthäus an der Bertha-von-Suttner-Straße. Von einem Architekten hatte der Bürgerverein sich einen groben Entwurf für ein Seniorenzentrum mit etwa 40 Wohneinheiten zwischen 30 und 40 Quadratmetern machen lassen und stellte diesen in der Sitzung der Bezirksvertreter vor.

Blick aus dem Westen auf das skizzierte Seniorenzentrum. Foto: Hellerhofer Bürgerverein

Ein Büro für temporäre ambulante Pflege sei ebenso im Zentrum vorgesehen wie das Angebot eines Mittagstischs für die Bewohner, erklärte Klaus Erkelenz, stellvertretender Vorsitzender. Um das Projekt zu realisieren, müsste der Bebauungsplan geändert werden. Im Gespräch mit der Leiterin des Stadtplanungsamtes, Ruth Orzessek-Kruppa, habe diese erklärt, dass die Grünflächen erhalten und deshalb nicht bebaut werden sollten. Allerdings habe sie angeboten, mit dem Verein weiter im Gespräch zu bleiben. Als nächstes möge sich der Verein an die Leiterin des Gartenamtes wenden. „Wir wissen, dass das kein einfaches Unterfangen ist und wir ihre Unterstützung benötigen“, sagte Mikat an die Bezirkspolitiker gewandt.

Zwar zeigten sich diese aufgeschlossen für die Idee, viele fanden den Zeitpunkt der Präsentation aber verfrüht. So legte Bezirksbürgermeister Uwe Sievers (SPD) dem Verein nahe, erst einmal mit der Stadt ins Gespräch zu kommen, ob ein anderer Standort realistisch sei. Für die nötige Änderung des Bebauungsplans neben der JFE sei die Bezirksvertretung nicht zuständig. Etwas unverständlich fand Frederik Hartmann (Grüne) die kritischen Stimmen und bestätigte das Vorgehen des Vereins: „Sie haben alles richtig gemacht.“

Auf Nachfrage von Klaus Mauersberger (CDU) versicherte Mikat, dass er mit dem Zentrum keine eigenen wirtschaftlichen Interessen verfolge. Finanziert werden soll das Projekt über die Gründung einer Genossenschaft. Erkelenz betonte den positiven Effekt eines Seniorenzentrums für den Stadtteil. „Wenn junge Familien in die Häuser und Wohnungen der Senioren ziehen, steigt die Bevölkerungszahl auch wieder.“ Schließlich könne man an der Entwicklung von Garath sehen, wie durch Bevölkerungsrückgang der Einzelhandel leidet und damit auch die Nahversorgung.