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Düsseldorf: Wo Kinder mehr über die Umwelt lernen​

Bildung für junge Leute in Düsseldorf : Wo Kinder mehr über die Umwelt lernen

Der Tierschutzhof in Düsseldorf-Hellerhof wurde für das Projekt „Tina macht Schule“ kürzlich umgebaut. Am Donnerstag wurde die Umweltbildungseinrichtung eröffnet.

Wenn Natascha Karvang ein entsprechendes Kommando gibt, dann hüpft Huhn Rosi auf und ab. Hahn Torben hat einen sehr strukturierten Tagesablauf. Jeden Mittag geht er zum Sandbaden. Auf dem Hof an der Frankfurter Straße in Hellerhof sind neben Rosie und Torben noch viele weitere Tiere zu Hause.

Dort ist die Umweltbildungseinrichtung des Tierschutzvereins Düsseldorf und Umgebung beheimatet. Karvang leitet am Ort das Projekt „Tina (Tier- und Naturschutz) macht Schule“. Am Donnerstag feierte die 33-Jährige gemeinsam mit ihrem Team und weiteren Gästen die Eröffnung der Einrichtung.

„Jetzt ist der Umbau endlich offiziell abgeschlossen“, erklärt Yvonne Rieser, die auf dem Hof als Tierpflegerin und als Tierschutzlehrerin arbeitet. Auf dem Gelände sollen Kinder aus ganz Düsseldorf für den Umgang mit der Umwelt sensibilisiert werden.

Vor dreieinhalb Jahren hatte der Tierschutzverein den Hof von der damaligen Eigentümerin geschenkt bekommen. Die Tierfreundin stellte zusätzlich mehr als eine Millionen Euro für die Restaurierung der Gebäude bereit. Nachdem die Arbeiten sich wegen der Corona-Pandemie und eines Pilzfundes in Holz-Tragebalken des Bauwerks verzögerten, ist diese nun beendet. „Unsere Arbeit auf dem Tierschutzhof konnten wir schon 2021 aufnehmen“, sagt Karvang. Bislang habe es aber noch einige Baustellen gegeben. Das sei nun anders.

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Karvang hat nach ihrem Biologie-Studium im Jahr 2017 damit begonnen, das Projekt „Tina macht Schule“ aufzubauen. Seitdem geht sie in Schulen. Dort unterrichtet sie eine Doppelstunde zu einem bestimmten Thema, das die Lehrer vorab festlegen. „In den Stunden beschäftigen wir uns zum Beispiel mit der artgerechten Haltung von Haustieren oder mit Plastik im Meer“, so Karvang. Aber auch Exkursionen und AGs in der neuen Umweltbildungseinrichtung in Hellerhof bietet das Tina-Team an. „Deshalb haben wir peu à peu alles umgebaut“, sagt Yvonne Rieser.

In einem Teil des Gebäudes sind mittlerweile moderne Stallungen eingerichtet. Drei Ponys, fünf Schafe, zwei Zwergziegen und sechs Hühner leben dort. Von den Ställen aus gelangen sie selbstständig in Weiden. Karvang und ihr Team haben die Tiere aufgenommen, um sie beispielsweise vor dem Schlachthof zu bewahren. „Die Shetlandponys haben wir von einem Hilfeverein bekommen, die Ziegen von einer Familie, die nicht genügend Platz für sie hatte“, so Karvang. Über den Ställen befindet sich Platz für Tauben. Damit sich die Vögel nicht unkontrolliert vermehren, legen die Tierschützer künstliche Eier in den Schlag.

In einem neu errichteten Gebäudeteil, der sich optisch an das bestehende Objekt anpasst, ist ein Schulungsraum für Kinder untergebracht. Der Blick nach draußen fällt auf mit Rindenmulch ausgelegte Wege, die um einen Naturteich herumführen. An diesem Teich erfahren die Schüler unter anderem, wie aus Kaulquappen Frösche werden. Direkt neben dem Wasser befindet sich ein eingezäunter Bereich. In diesem sind 28 Katzen zu Hause. Die Tiere lebten ehemals auf der Straße. In Hellerhof ist für sie ein separater Gebäudeteil mit ausgebautem Dachboden eingerichtet.

Das ehemalige Wohnhaus des Hofes ist in seiner Funktion erhalten geblieben. Es gibt drei Mietparteien. Im Keller des Hauses hat der Tierschutzverein dagegen einen besonderen Raum einrichten lassen. „Das ist unsere Asservatenkammer. Vom Zoll haben wir unter anderem ein Seepferdchen, eine Tasche aus Schlangenhaut und den Panzer einer Schildkröte dafür bekommen“, sagt Karvang. Die Kinder lernen in der Kammer mehr über geschützte Arten und darüber, was nach einem Urlaub nicht im Gepäck landen sollte.

Ganz neu eingerichtet ist ein Schulungsraum im Erdgeschoss des Hofgebäudes. In diesem soll es ab Herbst oder Winter umweltpädagogische Fortbildungen für Erwachsene geben. „Die Fortbildung richtet sich an alle Interessierten, aber vor allem an Lehrer und Lehrerinnen“, sagt Karvang. Finanziert wird das neue Projekt von der Margarete-Breuer-Stiftung.

„Wir möchten Kinder und Natur zusammenbringen“, erklärt Peter Dehnen aus dem Stiftungsvorstand. Die Idee sei, dafür bei Erwachsenen anzufangen. „Wir zeigen Methoden für Erwachsene auf, damit sie Kindern altersgerecht die Natur näherbringen können“, so Karvang. Einen ersten, erfolgreichen Testlauf mit sieben Teilnehmern habe es bereits gegeben.