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Düsseldorf: Schaf bei Hellerhof löst Bahn-Streckensperrungen aus

Ständig Streckensperrung bei Düsseldorf : Wer fängt das Hellerhofer Problemschaf?

Im Düsseldorfer Süden wohnt ein herrenloses Schaf an einem Bahndamm - und löst immer wieder Streckensperrungen aus. Jetzt will die Bahn das Tier einfangen - oder den Halter ermitteln.

Es ist ein kurioses Problem, das dieser Tage die Deutsche Bahn beschäftigt: In der Nähe des S-Bahnhofs Hellerhof wohnt ein herrenloses Schaf im Gebüsch. Das an sich wäre schon ein wenig traurig, aber nicht weiter besorgniserregend. Das Gebüsch befindet sich aber an einer Bahnstrecke. Jedes Mal, wenn ein Lokführer das Schaf entdeckt, muss er Meldung machen. Dann wird die Bahnstrecke gesperrt und Feuerwehr und Polizei rücken aus. Bislang erfolglos. Jedes Mal versteckte sich das Schaf so geschickt im Gebüsch, dass die Rettungskräfte unverrichteter Dinge wieder abziehen mussten. Währrenddessen warteten die Fahrgäste im Zug, bis es endlich weiterging.

Wie oft das Schaf genau solche Sperrungen verursacht hat, ließ sich am Freitag nicht genau nachvollziehen. Sowohl der Feuerwehr als auch der Bahn lagen keine genauen Zahlen vor. Offenbar gab es aber mindestens ein halbes Dutzend Einsätze – von bis zu acht ist die Rede. Teils wurde auch ein Schäfer informiert. Beim ersten bekannten Einsatz am 13. Juni setzte die Bundespolizei sogar Hunde ein. Es gelangen auch Fotoaufnahmen von dem Tier. Warum es nicht möglich war, das Schaf einzufangen, ist auch auf Seiten der Bahn Gegenstand großer Verwunderung.

„So ein Schaf wiegt ja ein paar Kilo“, sagte eine Bahnsprecherin auf Anfrage unserer Redaktion. „Deshalb besteht nicht nur Lebensgefahr für das Schaf – auch für die Fahrgäste ist es gefährlich, wenn der Zug mit dem Schaf kollidiert.“ Man habe nun Maßnahmen ergriffen, um das Schaf einzufangen. Parallel sei man auf der Suche nach dem Halter des Schafs. Ob der für die Kosten der Einsätze aufkommen muss, ist noch nicht klar. „Wir wollen jetzt erst mal schauen, dass das Schaf nicht mehr den Bahnverkehr stört“, sagte die Bahnsprecherin.

Das Veterinäramt der Stadt weiß auch schon vom Schaf. Das bestätigte ein Sprecher auf Anfrage. „Jetzt müsste es mal festgesetzt werden“, sagte er. Dann könnte das Tier dem Halter oder zum Tierheim gebracht werden. Beim Tierheim hörte man am Freitag zum ersten Mal vom Problemschaf. Man sei aber gerne bereit, es aufzunehmen, wenn es gefangen werde, hieß es dort.