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Das Wahrzeichen von Düsseldorf-Hellerhof wurde restauriert

Schmetterling wieder an seinem Platz : Hellerhofer Schmetterling ist restauriert

Steinmetz und Bildhauer Hartmut Hegener hatte den Auftrag übernommen. Ein heikler Punkt waren die Metallstäbe, die als Stabilisatoren in die Flügel des Marmors getrieben sind.

Auf der schmalen Grünanlage entlang der Ladenzeile am Hellerhofer Weg zwischen S-Bahnhof und Carlo-Schmidt-Straße steht er - der weiße Schmetterling, das Wahrzeichen von Hellerhof. Auf dem oberen Gehweg weist eine Plakette auf den inzwischen verstorbenen Gestalter Heinz Sinzig hin. Am Freitag gab es hier mit Mitgliedern des Hellerhofer Bürgervereins und einigen Gästen eine kleine Würdigung: Das Kunstwerk war nach drei Wochen Restaurierung wieder auf seinem angestammten Platz. Zu den Gästen gehörten auch Lisa Sinzig, die Frau des Künstlers, und ihre zwei Töchter. „Schön, dass der Schmetterling wieder da ist. Seine vier Flügel zeigen in die Richtungen der vier Orte des Stadtteils“, erklärte Harald Mikat vom Vorstand des Bürgervereins. Witterung und Straßenverkehr hätten dem Werk zugesetzt, und es sei schwierig gewesen, einen geeigneten Steinmetz-Betrieb zu finden.

Die meisten hatten Sorge, etwas zu beschädigen. Schließlich übernahm der Langenfelder Steinmetz und Bildhauer Hartmut Hegener den Auftrag. Ein heikler Punkt für den Restaurator waren die Metallstäbe, die als Stabilisatoren in die Flügel des empfindlichen Marmors getrieben sind, weiß Harald Mikat. Die Kosten von rund 1500 Euro, zu denen auch eine Bepflanzung rund um das Kunstwerk gehört, teilen sich der Hellerhofer Bürgerverein und die hiesige Bezirksvertretung.

Vor zwanzig Jahren war der Innenarchitekt und Hobbykünstler Heinz Sinzig mit der Idee für das Hellerhofer Symbol und einem Modell des dreidimensionalen Schmetterlings auf den Bürgerverein zugekommen. „Bis zu Realisierung dauerte es eine Weile. Da spielten auch die Penunzen eine Rolle“, blickte Klaus Erkelenz vom Bürgerverein zurück. Der Verein und die Bezirksvertretung zeigten sich überzeugt. „Aber der damalige Kulturdezernent wollte nicht richtig, er meinte, das wäre keine Kunst“, besann sich Lisa Sinzig. Schließlich entschied das Votum der resoluten SPD-Oberbürgermeisterin. „Marlies Smeets sagte: ‚Wenn die Hellerhofer sich das wünschen, bin ich dabei‘, blickte Erkelenz zurück. Zwei bis drei Monate habe ihr Mann daran gearbeitet. Lisa Sinzig erinnerte sich: „Das Schlimmste war das Schleifen, da habe ich geholfen. „Heinz Sinzig schenkte den Bürgern das künstlerische Honorar, er bekam gerade das Material bezahlt“, sagte Klaus Erkelenz.

Vorübergehende übersehen den marmornen Schmetterling oft, wissen die Initiatoren des Symbols. „Die Idee war gut, der Standort nicht. Aber das war vor 20 Jahren, jetzt lässt sich nichts daran verändern“, sagte Bezirksbürgermeister Uwe Sievers. Silvia Gerbrandt meinte stirnrunzelnd: „Schmetterling? Oha, da muss ich ehrlich passen, aber den guck ich mir jetzt an.“ Janis Peil zeigte sich informiert: „Ich kenne den schon seit meiner Kindheit. Das ist unser Wahrzeichen.“

So steht auch ein alljährliches Fest des Hellerhofer Bürgervereins unter dem Titel „Schmetterlingsfest“. Unter dem heimatlichen Zeichen engagieren sich die Mitglieder allerdings nicht nur für Kultur und Festivitäten. „Wir kämpfen für eine Seniorenresidenz in unserem Stadtteil, weil es hier keine gibt. Ich kann mir das gut in Form einer Genossenschaft vorstellen“, berichtete Harald Mikat. Ein weiteres Zukunftsprojekt sei ein Friedwald, denn bekanntlich habe Hellerhof auch keinen Friedhof. Für einen Friedwald habe die Burgdorff’sche Forstverwaltung Entgegenkommen signalisiert. „Da müssen wir aber bei der Stadt noch Überzeugungsarbeit leisten“, so Harald Mikat.