Hellerhofer Bürgerverein wächst stetig Projekte in Hellerhof stocken

Düsseldorf · Der Bürgerverein fordert von der Stadtspitze und der Verwaltung mehr Engagement für den südlichsten Stadtteil Düsseldorfs. Schon jetzt liegt die Bevölkerungszahl unter der städtischen Prognose.

 Das Hellerhofer Einkaufszentrum ist in die Jahre gekommen.

Das Hellerhofer Einkaufszentrum ist in die Jahre gekommen.

Foto: RP/Dominik Schneider

In drei Jahren wird der Stadtteil Hellerhof mit seinen dann 50 Jahren in die Kategorie „Best Agers“ gehören. 1976 war in dem südöstlichsten Zipfel der Stadt mit dem Bau von Wohnraum begonnen worden, um die wachsende Bevölkerungszahl Düsseldorfs unterzubringen. Doch wie schon beim Bau des Stadtteils Garath zehn Jahre zuvor dachte damals niemand an die Herausforderungen, die mit den Jahren kommen. Vor 50 Jahren zogen sowohl nach Garath als auch dann nach Hellerhof junge Familien mit kleinen Kindern. An eine älter werdende Bevölkerung mit ganz anderen Bedürfnissen dachte niemand.

Und so kann es nicht verwundern, dass immer weniger Menschen in dem Stadtteil leben: 2005 waren es noch 6632, 2020 sank die Zahl auf 5716, rechnet der Vorstand des Hellerhofer Bürgervereins vor: Damit liege man jetzt schon deutlich unter der von der Stadt prognostizierten Zahl von 5920 Einwohnern für das Jahr 2035.

Die Gründe dafür liegen für den Vorsitzenden Harald Mikat und seine Stellvertreterin Cordula Klahn auf der Hand: Es fehlt an passendem Wohnraum für Senioren. Deren Kinder sind schon lange aus dem Haus. So lebten oft Einzelpersonen in Einfamilienhäusern, weil kleinere Wohnungen im Stadtteil fehlten. Hinzu kommt, dass es in Hellerhof auch kein Seniorenheim gibt.

Mehrfach hatte der Vorstand deswegen schon Kontakt mit der Stadt aufgenommen; doch immer noch gebe es keine Planung, die auf den Ideen des Vereins basiere. Auch die Toten können nicht im Stadtbezirk beerdigt werden. „Es geht nicht voran mit den Plänen für einen Friedwald im Garather Forst“, sagt Mikat. Er weiß, dass er ein wenig sarkastisch rüberkommt, wenn er sagt, dass es für Hellerhof wahrscheinlich eine bessere Zukunft gäbe, wenn man sich nach Monheim eingemeinden lasse. Eigentlich will er das gar nicht, aber genau so wenig will er, dass Stadtspitze und Verwaltung den Stadtteil so gar nicht im Blick haben. „Die Monheimer mit ihrem engagierten Bürgermeister Daniel Zimmermann rücken in Baumberg mit der Bebauung immer weiter nach Hellerhof ran. Warum geht das nicht auch von der Düsseldorfer Seite?“, fragt sich Mikat.

Ein Wunschprojekt, das sich auch Klaus Erkelenz auf die Fahne geschrieben hat, ist die Neugestaltung der sogenannten Hellerhofer Mitte, des Hellerhofer Einkaufszentrums, das in die Jahre gekommen ist. Erkelenz der für die CDU in der Bezirksvertretung 10 sitzt, dort nun stellvertretender Bezirksbürgermeister ist und in Hellerhof lebt, hat das Projekt federführend auf seiner Agenda, auch wenn er den Job des ehrenamtlichen Bezirksbürgermeisters inzwischen an den SPD-Mann Jürgen Bohrmann abgetreten hat.

Eigentlich, erzählen Mikat und Klahn, hätte es zu dem Projekt noch Ende 2022 einen Gesprächstermin mit der Verwaltung geben sollen. Doch sei da nichts passiert. Sie haben die Sorge, dass die Aldi-Manager, die in den Standort massiv investieren wollten, irgendwann die Nase voll hätten und das Projekt aufgäben. Das sieht neben einem modernen Einkaufszentrum auch ein Parkhaus und bis zu 80 Apartments vor.

Doch bei allem Stillstand bei Projekten in Hellerhof, mögen es Klahn und Mikat nicht, wenn man von ihrem Stadtteil als „Schlafstadt“ spricht. Den Gegenbeweis tritt der Bürgerverein selber an: Die Zahl der Mitglieder habe sich in den vergangenen Jahren trotz Corona auf 157 verdoppelt. Vom Grünkohlessen bis zu Konzerten wird einiges geboten. Eine Sorge gibt es aber auch hier: Was wird aus dem Johanneshaus der katholischen Gemeinde? Das soll nach der Eröffnung des neuen Gemeinzentrums in Garath diesen Sommer aufgegeben werden.

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