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Bürgerverein Hellerhof sammelt Unterschriften für Edeka-Erhalt

Supermarkt im Einkaufszentrum soll Ende Mai schließen : Hellerhofer Bürgerverein sammelt Unterschriften für Edeka-Erhalt

Schließt der Supermarkt wie geplant in wenigen Monaten, wird es im Stadtbezirk 10 keinen Vollsortimentler mehr geben. Das wollen alle verhindern, Kunden wie Stadtteilpolitiker. Auch der Eigentümer sieht sich in der Pflicht. Derzeit laufen auf allen Ebenen Gespräche.

Neben der Hellerhoferin Jasmin Schmidt, die online unter www.weact.de gegen die Schließung des Edeka-Marktes im Einkaufszentrum an der Carlo-Schmid-Straße eine Petition gestartet hat, ist auch der dortige Bürgerverein aktiv geworden. Während Schmidts Aktion sich vor allem an jüngere internetaffine Kunden wendet, haben Vereinsvorsitzender Harald Mikat und sein Vorstandsteam auch die Senioren im Blick: „Wir haben in den vergangenen Tagen jedem Hellerhofer einen Protestzettel mit der Bitte um eine Unterschrift in den Briefkasten gesteckt“, berichtet Mikat.

Bei seinen Spaziergängen durchs Viertel sei er mit vielen Menschen ins Gespräch gekommen. „Alle sagen, dass der Supermarkt nicht schließen darf. Er wird gebraucht. Die Menschen wollen fußläufig ihre Einkäufe erledigen.“ Übrigens nicht nur in Hellerhof, sondern eigentlich im gesamten Stadtbezirk, zu dem auch Garath gehört, könnte es nach einer Schließung von Edeka-Rath Ende Mai nur noch Discounter geben. „Wir brauchen hier aber einen Vollsortimentler“, sagt Mikat.

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Stand Montagnachmittag wurden bereits 150 ausgefüllte Zettel im Tabak-Geschäft im Einkaufszentrum Carlo-Schmid-Straße abgegeben. Mikat rechnet in den nächsten Tagen nochmal mit einer ähnlichen Zahl. Online kamen bislang über 700 Unterschriften zusammen. Zudem hat der Vorstand beschlossen, auch im Hellerhofer Industriegebiet sowie im angrenzenden Garath-Südwest Protestnoten zu sammeln, denn von dort fahren viele seit der Schließung des dortigen Supermarktes 2015 nach Hellerhof.

Die Zahl der zusammengekommenen Unterschriften will der Hellerhofer Bürgerverein zum einen an die Edeka-Zentrale in Hamburg mitteilen, zum anderen soll sie an den Vermieter und den Stadtrat weitergeben werden. Michael Greiner von der Langenfelder Gesellschaft H+V Immobilien, der die Immobilie gehört, will versuchen, wieder einen Supermarkt mit Frischfleisch und Wursttheke in das Einkaufszentrum zu holen. Allerdings gibt es eine nicht unwesentliche Hürde: Die Fläche beträgt weniger als 1600 Quadratmeter; da winkt jede große Einzelhandelskette gleich ab.

Harald Mikat will die Hoffnung trotzdem nicht aufgeben, dass der Protest sich auszahlt. Er hofft auf einen Erhalt des Edeka-Marktes Rath wenigstens bis zu dem Zeitpunkt bis der große Supermarkt der gleichen Kette in Baumberg eröffnet.

Die Politik aus Stadtrat und Bezirksvertretung hat selber kaum Zugriffsmöglichkeiten auf die Supermarktbetreiber. Für den ehemaligen Edeka-Standort an der Ricarda-Huch-Straße hatte sich auch die Bürger- und Interessengemeinschaft Garath (BIG) Gedanken darüber gemacht, dort einen genossenschaftlich bewirtschafteten Stadtteilladen zu öffnen, der den Profit nicht über alles andere stellt. Für solche Modelle gibt es funktionierende Beispiele. Um die Anwohner zu versorgen, hatte die BIG eigenständig einen kleinen Wochenmarkt auf die Beine gestellt. Das Immobilienunternehmen, das im Einkaufszentrum Garath Südwest neue Wohnungen bauen will, hatte signalisiert, im Erdgeschoss eine kleine Ladeneinheit zu integrieren.