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Heerdt: Heerdter Ansichten, Texte und Gebete

Heerdt : Heerdter Ansichten, Texte und Gebete

Im vergangenen Jahr zeigte Heimatmaler Horst Surall erstmals im evangelischen Paul-Gerhardt-Haus seine Werke. Ergänzt wurden sie durch Worte des Pfarrers Jörg Jerzembeck-Kuhlmann. Nun ist dazu eine Broschüre enschienen.

Die Reihe "Offene Kirche" im Paul-Gerhardt-Haus lädt jeweils zu besonderen Gottesdiensten und unter dem Motto "Kunst in der Kirche" zu Ausstellungen ein.

Zuletzt fanden zwei Heerdter zusammen: der Heimatmaler Horst Surall und Pfarrer Jörg Jerzembeck-Kuhlmann, die gemeinsam die Ausstellung: "Wenn et Bedde sich lohne däät", auf Hochdeutsch: "Wenn das Beten sich lohnen würde", konzipierten. Horst Surall malte, Jörg Jerzembeck Kuhlmann setzte Texte aus seiner Feder, die Gebeten gleichkommen, zu den Bildern. Jetzt sind die 13 Werke mit den Texten in einer Broschüre zusammengefasst und so der Flüchtigkeit einer Ausstellung enthoben. Den einleitenden Text verfasste Klaus Bahners.

Die Aquarelle stammen aus der gesamten Schaffenszeit des Heerdter Künstlers und zeigen Szenen aus seinem Umfeld wie auch von Krieg und Flucht. Eine Ansicht des Nikolaus-Knopp-Platzes mit der St. Benediktuskirche im Hintergrund erinnert an das alte Heerdt mit seinen Bauerngehöften.

Der einst pulsierende Hafen und idyllische Landschaften sind zu entdecken, die der Pfarrer mit seinem Aufruf, diese "wunderbare Landschaft zu erhalten" verbindet. Und der Bauer, der mit den Ochsen sein Feld bestellt, steht im Gegensatz zum mondänen Leben auf der Kö.

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Das Bild von den Trümmerfrauen, die nach dem Krieg die Stadt wieder aufbauten passt zu den Menschen auf der Flucht. Letzteres ist verbunden mit der Frage Jerzembeck-Kuhlmanns: "Ob diese Menschen eine neue Heimat gefunden haben?" Beeindruckend das Bild einer Frau mit gebeugtem Rücken. Sie schlurft an einer kahlen Hauswand entlang, trägt dabei ihre schwere Einkaufstasche. Ihr Gesicht sieht der Betrachter nicht. Die Haltung der Frau vermittelt ein mühevolles Leben. "Manchmal, lieber Gott, ist mir so", schreibt der Pfarrer dazu. "Mit langsamem Schritt, gebückt und gebeugt, weil das Leben einem so mitgespielt hat." Klaus Bahners: "Horst Surall und ich wissen, dass es sich um eine Frau handelt, die in den 1950er Jahren in Heerdt wohnte. Arm, alt und verlassen. Wie hat das Schicksal ihr mitgespielt? Zwei Weltkriege, Hunger, Armut, Kälte, Einsamkeit." Vom Wirtschaftswunder habe sie nichts mitbekommen. Surall entreißt sie dem Vergessen.

Die Texte des evangelischen Pfarrers nehmen die Motive Suralls auf und versuchen, sie in einer allgemeinen Lebens- und Glaubensperspektive anzusiedeln. "Sie gehen auf die Menschen in Heerdt zu", wie es heißt.

(RP/ila)