Heerdt : Zukunft des Fördervereins ungewiss

Die 100 Förderer des Dominikus-Krankenhauses stehen vor einem Umbruch.

Mit der Übernahme des Dominikus-Krankenhauses durch die "Schön-Klinik" steht auch der rührige Förderverein vor einem Umbruch. Eine Herausforderung für den langjährigen Vorsitzenden Reiner Krause. Umso mehr, weil er derzeit nach einer Hüftoperation selbst Patient der Heerdter Klinik ist.

Trotzdem beschäftigt ihn die Frage, wie nun weiter verfahren werden kann. "Fest steht, dass wir den Verein nicht mehr weiterführen können. Das Dominikus-Krankenhaus ist nun eine Privatklinik geworden und kann deshalb nicht mehr gemeinnützig gefördert werden", sagt Krause. Er habe sich schon Rat bei Rechtsanwälten und auch beim Finanzamt geholt. "Wir denken darüber nach, uns eventuell einem anderen gemeinnützigen Verein anzuschließen." Auch könne man Einrichtungen unterstützen, die sich zum Beispiel um Menschen mit Demenz kümmerten oder auch um Kinder, die an Krebs erkrankt sind. "Wichtig ist vor allem, dass unsere Vereinseinnahmen aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen im linksrheinischen Düsseldorf bleiben werden", ergänzt Krause. Er hoffe auf eine alsbaldige Lösung des Problems und darauf, dass die etwa 100 Mitglieder des Vereins sich einvernehmlich für die eine oder andere Möglichkeit entscheiden werden. "Neue Ideen sind gefragt", so der Vorsitzende.

1999 war der Förderverein mit dem Ziel gegründet worden, in finanziell knappen Zeiten, den Standard des Hauses zu sichern. Der Impuls kam aus dem Krankenhaus selbst. "Es ist schwer, ohne einen solchen Freundeskreis auszukommen", hatte der damalige Geschäftsführer der Heerdter Klinik, Hans-Peter Koch, erklärt. Zwar sei die Versorgung der Patienten gewährleistet, doch "ohne Förderverein müssten wir auf viele wünschenswerte Innovationen verzichten". Auf diese Weise motiviert, nahmen die ersten 55 Mitglieder unter den Vorsitzenden und Gründungsmitgliedern Bernhard Offer und Ärztin Ruth Stützel die Arbeit auf: Konzerte wurden organisiert, beim Tag der offenen Tür für den guten Zweck geworben und Spenden gesammelt - stets auch mit dem Ziel, weitere Mitglieder zu gewinnen. So kann sich die Bilanz nach 17 Jahren Förderverein sehen lassen: Insgesamt kamen der Klinik über die Zeit 200.000 Euro zugute. Angeschafft wurden außerhalb des Krankenhaus-Budgets medizinische Geräte und eine Puppe für Wiederbelebungsübungen. Außerdem wurden die Intensivstation und Seminare für die Angestellten des Krankenhauses gefördert. Die Belegschaft war dankbar, "denn unsere Klinik profitiert vom Förderverein", so das einhellige Echo.

2008 traten die Vorsitzenden aus Altersgründen zurück, ein neuer geschäftsführender Vorstand mit Reiner Krause an der Spitze wurde gewählt. Ihm und seinem Team gelang es, die Zahl der Mitglieder auf 116 aufzustocken und den Verein im linksrheinischen Düsseldorf zu etalieren. Für Krause vertrautes Terrain, hatte er sich doch bereits 2003 - damals als Vorsitzender des Niederkasseler Bürgervereins - für den Erhalt der Heerdter Klinik eingesetzt. Unter dem Slogan "Dominikus muss bleiben", hatten linksrheinische Vereine und viele Bürger für das von der Schließung bedrohte Krankenhaus gekämpft. Jetzt ist daraus die private Schön-Klinik geworden, womit auch der Förderverein überflüssig geworden ist.

(RP)
Mehr von RP ONLINE