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Westlichster Punkt in Düsseldorf: Der Betriebshof in Heerdt liegt an der Grenze

Düsseldorfer Himmelsrichtungen : Vom Westen kommen oft die dunklen Wolken

Orkan Ela passierte damals den westlichsten Punkt Düsseldorfs und begann sein zerstörerisches Werk in Heerdt. Die Rheinbahn hat am Standort einen Betriebshof und es gibt viel Industrie im Westen der Stadt. Ein Besuch.

Mit einem langen Zaun ist der westlichste Punkt in Düsseldorf von Neuss getrennt. Während der Asphalt auf den Straßen in der Nachbarstadt ganz frisch aussieht und in der Sonne glänzt, und die jungen Bäume noch zarte Äste tragen, wirkt das, was auf der Düsseldorfer Seite des Zauns ist so, als wäre es schon immer da gewesen. Stattliche Bäume, alte Hallen, es sind zwei Welten, die aufeinanderprallen.

Gemein ist ihnen die Industrie, die einen ganz großen Teil der Flächen einnimmt. Dicke Lkw rollen über die Straßen, Motoren brummen, Container rattern, immer mal wieder ist Gehämmer zu hören. Im Minutentakt sind Flugzeuge im Himmel zu sehen, eine Eurowings-Maschine, die vielleicht in Richtung Palma de Mallorca unterwegs ist oder ins sardische Olbia, die Lufthansa könnte Frankfurt ansteuern. Der Himmel an diesem Tag ist strahlendblau, und zwischendurch ist hier und da ein Schmetterling zu sehen.

Wer auf der Suche nach dem westlichsten Punkt der Stadt ist, der muss die Landeshauptstadt erstmal verlassen. Vorbei am Ortseingangsschild von Düsseldorf, das genau dort platziert ist, wo die Eupener Straße (Düsseldorf) in die Gladbacher Straße (Neuss) übergeht. Knapp einen Kilometer entfernt liegt der westlichste Punkt, hinter einer großen Kurve über die Bataverstraße, vorbei an der Firma Leitungs- und Tiefbau bis zum Kreisverkehr, dessen erste Ausfahrt rausführt zur Halle von Naumann Stahl, die auf jenem Grundstück steht, die an den westlichsten Punkt Düsseldorfs grenzt.

 Das Düsseldorfer Ortseingangsschild liegt etwa einen Kilometer vom westlichsten Punkt entfernt. 
Das Düsseldorfer Ortseingangsschild liegt etwa einen Kilometer vom westlichsten Punkt entfernt.  Foto: nika
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Um Stahl geht es auch hinter dem Zaun, Schwarz- und Blankstahlprodukte werden dort von der Firma Steeltec produziert. Bekannter ist das Areal am westlichsten Punkt Düsseldorfs aber durch die Rheinbahn, die dort einen ihrer Betriebshöfe hat. Am 1. April brannte es im Depot am Handweiser, meterhoch schlugen die Flammen damals. 38 Linienbusse, darunter acht Elektrobusse, wurden zerstört, die Rheinbahn schätzt den Schaden auf 20 Millionen Euro. Verletzt wurde zum Glück niemand. Offenbar hatte ein technischer Defekt das Feuer ausgelöst, der aber aufgrund der enormen Zerstörung nicht konkreter zu ermitteln war.

Aus der Nachbarschaft gingen damals mehrere Notrufe ein. Die wenigen Menschen, die an der Grenze zu Neuss leben, wurden vom Großbrand aus dem Schlaf gerissen, um kurz nach eins in der Nacht brannte ein Teil des Depots lichterloh. Die Halle, die 1992 gebaut wurde, musste abgerissen werden.

Die Rheinbahn spielt eine wichtige Rolle im Westen Düsseldorfs, der Handweiser, so wie auch die Haltestelle gleich am Betriebshof heißt, ist einer der dichtesten Verkehrsknoten im Linksrheinischen. Der Name „Handweiser“ kommt nicht von ungefähr. Etwa um 1900 stand in der Mitte der Kreuzung am heutigen Eingang zum Rheinbahn-Depot ein hölzerner Wegweiser, dessen mit Fingern versehene Flügel in alle Richtungen zeigten und der meistens Fußgängern und Pferdegespannen den Weg wies.

 Am 1. April dieses Jahres brannte eine Halle im Rheinbahn-Depot in Heerdt.
Am 1. April dieses Jahres brannte eine Halle im Rheinbahn-Depot in Heerdt. Foto: Patrick Schüller

In Erinnerung an diese Zeit wurde vor einigen Jahren eine Abbildung des Wegkreuzes in eine Fensternische des imposanten Gebäudes Eupener Straße 1 gesetzt – dort über dem Eingang der Gaststätte Weggen prangt er, der Handweiser aus alter Zeit. Eigentlich ist die Heerdter Großkreuzung namenlos, denn eine offizielle Bezeichnung gibt es nicht. Vermutlich haben die Alt-Heerdter den Namen von der Zahl der sich kreuzenden Strecken abgeleitet. Mit dem Rheinbahn-Betriebshof sind es fünf – wie die Finger an einer Hand.

Vom westlichsten Punkt aus werden nicht nur Busse und Bahnen in die Innenstadt geschickt, auch Schlechtwetterfronten kommen oft von dort, unter anderem passierte Orkan Ela dort die Grenze zwischen Düsseldorf und Neuss und begann in Heerdt mit seinem zerstörerischen Werk. Das liegt an den Westwinden.

Über dem Atlantik gibt es keine Hindernisse, die die Luftmassen bremsen können. Deswegen können die dunklen Wolken und Winde dort Fahrt aufnehmen. Als ausgewachsene Stürme ziehen sie dann über Europa hinweg.