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Heerdt: Viersener Straße ist restlos zugeparkt

Heerdt : Viersener Straße ist restlos zugeparkt

Vor einem Jahr wurde der Vodafone-Campus in Betrieb genommen. Seitdem beklagen die Bürger an Viersener-/Neuwerker Straße, dass sie vor ihren Türen kaum noch Stellplätze finden. Gewünscht wird Anwohnerparken.

Vor einem Jahr wurde der Vodafone-Campus bezogen. Seit- dem sind Parkplätze für die Anwohner in der Nachbarschaft, an Viersener- und Neuwerker Straße, rar geworden. Die Autos stehen dort Stoßstange an Stoßstange, viele mit auswärtigem Kennzeichen, so dass es tagsüber zum Glücksspiel wird, sein Auto in Wohnungsnähe abstellen zu können.

Darüber ist Ute Hartwig mehr als verärgert, die bei einem Rundgang auf die prekäre Situation aufmerksam macht. Sie weist auf ein absolutes Halteverbotsschild hin, das gleich am Eingang auf der rechten Seite der Straße prangt. "Es wurde einst wegen der Verlegung der Fernwärme angebracht und ist bis heute nicht beseitigt worden." Offensichtlich hält sich aber keiner daran, denn einige Autos sind direkt an der Einfahrt abgestellt. Schwierig für einen Lkw aus Limburg, dessen Fahrer sich gerade vorsichtig einen Weg durch die Parkreihen bahnt, um dann festzustellen, dass er nicht wenden kann und so rückwärts wieder Richtung Heerdter Lohweg rollt.

Nicht nur für Lkw ein kompliziertes Manöver, sondern vor allem für die Feuerwehr, wenn sie im Notfall anrücken muss. "Damit sie genug Platz hat, sollen die Autos halb auf dem Gehweg abgestellt werden", sagt Ute Hartwig und deutet auf ein Schild, das sich am Straßenrand befindet und das sogenannte halbhüftige Parken erlaubt. "Ich habe das dann auch befolgt und paradoxerweise Knöllchen bekommen, weil ich auf dem Gehweg parkte." Sie weigere sich, die jeweils fälligen 15 oder 20 Euro zu zahlen, weil ihrer Meinung nach die Halteverbots- und Gebotsschilder willkürlich angebracht worden seien. "Die verwirrende Parksituation auf unserer Straße ist eine Geldeinnahmequelle der Stadt. Ich bin nicht bereit, dafür zu zahlen." Beim Ordnungsamt stoße sie leider auf taube Ohren.

So traut sich die Heerdterin kaum noch, ihr einmal geparktes Auto zu bewegen. "Wenn ich vom Arzt zurückkomme, dann ist die Lücke, die ich freigemacht habe, längst wieder zugestellt." Deshalb versuche sie, tagsüber nicht wegzufahren. Wenn das so weitergehe, könne sie nur noch ausziehen.

Das Parkproblem auf diesen beiden Heerdter Straßen geriet erst in die Schlagzeilen, als der Vodafone-Campus in Betrieb genommen wurde. Ute Hartwig: "Es sind aber weniger die Angestellten, die ja einen der insgesamt 3000 Stellplätze im Parkhaus haben, sondern eher die externen Mitarbeiter, das Kantinenpersonal und der Lieferverkehr. Abends entspanne sich die Situation. Mit ihrer Meinung steht Ute Hartwig nicht allein, in der Vergangenheit beklagten sich viele Anwohner über die Mangelware Parkplatz, so dass sich die SPD- und Grünen-Fraktion der linksrheinischen Bezirksvertretung der Beschwerden annahmen und vergeblich ein bevorzugtes Anwohnerparken von 10 bis 15 Uhr vorschlugen.

Dazu teilte die Fachverwaltung mit, dass die Situation der genannten Straßen ständig beobachtet werde. Dabei sei festgestellt worden, dass es sich zwar um einen verhältnismäßig ruhigen Bereich ohne ständig störenden Durchgangsverkehr handele. Deutlich wurde aber, dass maximal knapp die Hälfte der etwa 100 vorhandenen Parkplätze tagsüber zeitweise (nicht immer) von Autos mit auswärtigem Kennzeichen belegt sei. Außerdem sei beobachtet worden, dass im Laufe des Tages ein mehrmaliger Parkumschlag stattfinde, der dazu führe, dass stellenweise freier Parkraum entstehe, der dann nicht nur von Pendlern, sondern auch von Anwohnern belegt werde. Die Verwaltung weist darauf hin, dass der private Parkplatz mit 36 Stellflächen hinter den Häusern 24 bis 32 tagsüber meist nur zu einem Drittel belegt sei.

Wenig Trost für Ute Hartwig, die sich einen Anwohnerparkausweis wünscht, der sie tagsüber bei der Parkplatzsuche bevorzugt. "Ich bin auch bereit dafür zu zahlen."

(RP)