Düsseldorf : Spielhaus im Ausweichquartier

Der Jugendtreffpunkt "West-End" ist vor einer Woche in sein Übergangsquartier eingezogen. Langsam spielt sich der Betrieb ein. Die Gebäude an der Malmedyer Straße werden derzeit abgebrochen.

Das Spielhaus des Freizeitparks strahlt Wärme und Geborgenheit aus. Einladend für die Besucher, die, angezogen von den weißen Wölkchen an den Fenstern, erwartungsvoll eintreten - um im gleichen Moment zurückzuschrecken. Denn ohrenbetäubender Lärm von etwa 20, gefühlt auch 100 Kindern, empfängt sie. Einige spielen Billard, Kicker oder am Bildschirm Nintendo, andere sitzen im "Café" oder haben sich mit Freundinnen am Basteltisch verabredet. Alle fühlen sich sichtlich wohl und sorgen gemeinsam für eine lebhafte Geräuschkulisse - was sie keineswegs zu stören scheint. Schon eher, dass ihre Frage: "Wo ist denn unser Kuschelraum?", vorerst unbeantwortet bleibt.

Vor einer Woche ist der Jugendtreff West-End in sein Übergangsquartier eingezogen. Später als geplant, weil das Spielhaus umgebaut werden musste, sich aber zu seinem Vorteil verändert hat. "Es ist schöner hier als an der Malmedyer Straße, viel gemütlicher", sagt Ilayda (12), die mit ihren Freundinnen Saskia (11) und Svenja (12) seit Grundschulzeiten zum Stammpublikum zählt. Das Trio besucht bereits die weiterführenden Schulen in anderen Stadtteilen, Saskia sogar in Neuss, was sie nicht abhält, dem West-End die Treue zu halten. "Ich habe schon andere Treffs kennengelernt, hier gefällt es mir aber am besten", erklärt sie ihre Vorliebe. "Ich mache hier auch meine Hausaufgaben, lerne Vokabeln", gibt Svenja preis. Die Mädchen kümmern sich mit Vorliebe um die kleineren Kinder und: "Wir helfen gern beim Kochen", strahlt Ilayda. "Immer freitags ist Kochtag. Wir helfen, alles vorzubereiten und essen dann gemeinsam."

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"Wir haben das Spielhaus so aufgeteilt, dass wir möglichst vielen Kindern etwas bieten können", sagt Leiterin Barbara Kehry. Es sei noch eine Puppen- und PC-Ecke in Vorbereitung. "Für Mehr reicht der Platz leider nicht." "Schade, dass wir die Empore nicht nutzen können", bedauert Willi Becker, Fachbereichsleiter für die Jugendeinrichtungen im Stadtbezirk vier und eins. "Sie würde sich als Rückzugsraum gut eignen." Auf die Frage, warum die mittels Wendeltreppe erreichbare Etage gesperrt ist, gibt es keine eindeutige Antwort - vermutlich aus Sicherheitsgründen.

Becker räumt mit der Meinung auf, dass es in Heerdt nach dem Auszug aus dem maroden Gebäude Malmedyer Straße im September keine Jugendarbeit in Heerdt gegeben habe. "Wir sind Träger der OGS der Heinrich-Heine-Grundschule und haben dort und mit den beiden anderen linksrheinischen Jugendeinrichtungen ein Notangebot aufrechterhalten können."

Jetzt hoffen alle Beteiligten auf zusätzliche Container neben dem Spielhaus, um ein pädagogisches Konzept umsetzen zu können, das auch seinen Namen verdient. Schließlich wird der Treff etwa zwei Jahre im Übergangsquartier bleiben müssen. Erst Ende 2016 ist mit dem schon lange geplanten Neubau neben der Grundschule zu rechnen.

(RP)