Schätze beim New Heritage Festival auf dem Areal Böhler

Handwerkskunst und Einzelstücke : Schätze beim New Heritage Festival

Rund 100 Aussteller präsentierten sich am Wochenende auf dem Areal Böhler.

Wer am Wochenende die Kaltstahlhalle des Areal Böhler betrat, fühlte sich ein wenig in andere Zeiten versetzt: Ein Barber-Shop, Mode der 1920er bis 1940er Jahre, Taschen aus alten Turnmatten oder Militärzubehör und handgefertigte Schuhe, wie sie schon vor 200 Jahren im Allgäu hergestellt wurde, waren nur ein kleiner Ausschnitt von dem was die rund 100 Aussteller auf dem New Heritage Festival zu bieten hatten.

In Zeiten der Schnelllebigkeit konzentrierte sich bei dem Festival alles auf zeitlose, einzigartige und qualitativ hochwertige Produkte. „So eine Veranstaltung gibt es viel zu selten“, sagte Christine Giesen. Die Qualität der Produkte überzeuge. „Da bin ich auch gerne bereit, etwas mehr zu bezahlen und dafür weniger zu kaufen“, sagte die Yoga-Lehrerin. So entschied sie sich für dicke nordische Strickhandschuhe und Socken.

Jochen Leopold war zum ersten Mal als Aussteller auf der Messe. Seit sechs Jahren hat er eine Uhrmacher-Werkstatt in Düsseldorf, wo er ausgefallene Taschen- und Armbanduhren fertigt. „Ich wollte etwas Außergewöhnliches machen. Daher arbeite ich mit Kupfer“, sagte er. Beigebracht hat er sich sein Handwerk selbst. „Meine Mutter war zwar Goldschmiedin und hat mir ihr Werkzeug gegeben, aber sie hat mich nicht angelernt.“

Auch Jan Müller, der sich Jan van Boch nennt, ist ein Quereinsteiger. „Ich bin eigentlich Tischler und hatte keine Lust mehr Küchen aufzubauen“, sagte er. Jetzt stellt er Taschen aus Holz und Leder her.

Auch Dinge, die in Deutschland noch gar nicht auf dem Markt sind, wurden auf dem Festival präsentiert. Max Albert stellte die ökologischen Zahnbürsten des Start-up-Unternehmens Goodwell Company aus Oregon vor. Besonders die patentierte Hybrid-Zahnbürste fand großen Anklang. „Die läuft komplett ohne Batterien und ohne Ladekabel. Man muss nur dreimal kräftig am Handstück drehen, dann ist die Bürste für einmal Zähneputzen bereit“, erklärte Albert.

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