Düsseldorf: Neues Wohnquartier auf Industriefläche

Düsseldorf : Neues Wohnquartier auf Industriefläche

Die linksrheinischen Bezirksvertreter akzeptierten den Bebauungsplan-Entwurf für das ehemalige Schiessgelände

Das Bebauungsplanverfahren für das neue Wohnquartier auf den ehemaligen Industrieflächen der Firma Schiess entwickelt sich weiter. Mit Erleichterung nahmen die linksrheinischen Bezirksvertreter gestern den Bebauungsplan-Vorentwurf Hansaallee/Böhlerstraße zur Kenntnis, "weil endlich nach 25 Jahren Planung das Gebiet bebaut wird". Gleichzeitig akzeptierten die Stadtteilpolitiker die Änderung des Flächennutzungsplans. Denn nun wird das ehemalige Industrie-Terrain in Flächen für Wohnungsbau umgewandelt.

Die Anregungen der Bezirksvertreter: Die geplante fünfgruppige Kindertagesstätte in den städtebaulichen Vertrag aufzunehmen, "weil sie auf jeden Fall realisiert werden soll". Eine auseichende Begrünung des Quartiers ist ebenso zu berücksichtigen wie Fahrradabstellflächen. "Wir haben wenig Spielraum, was die Stellplätze betrifft", gaben die Stadtplaner Bettina Knolle und Harald Droste zu bedenken.

Zum Thema Lärm versicherten sie, dass eine Mantelbebauung von bis zu sechsgeschossigen Gebäuden an Hansaallee und Böhlerstraße den Wohnbereich im Innern vor Lärm schützen würde.

An der Hansaallee ist eine Mischung aus Büros und Wohnungen vorgesehen und in den Erdgeschossen der Gebäude Gastronomie, Dienstleistung und Läden. Für einen Teil des neuen Quartiers gilt "Allgemeines Wohngebiet". Das heißt, nicht störende Handwerksbetriebe und Anlagen für kirchliche, kulturelle, soziale und gesundheitliche Zwecke sind zulässig. An der Böhlerstraße wird die bestehende vier- bis sechsgeschossige Büronutzung aufgegriffen und durch Wohngebäude bis zu Willstätterstraße ergänzt.

Das Thema Verkehr wurde nur am Rande gesteift. Zumal das Konzept von einem geringeren Verkehrsaufkommen ausgeht. Denn jetzt wird anders als ursprünglich vorgesehen kein Gewerbe, sondern ein Wohngebiet entstehen. Geplant sind etwa 1000 Wohnungen, vorwiegend im Geschosswohnungsbau, eine Kindertagesstätte sowie ein ergänzendes Programm für die Nahversorgung (Super- und Drogeriemarkt) sowie Dienstleistungen.

Die Wohntypen reichen von Miet- und Eigentumswohnungen bis zu Stadt- und Reihenhäusern. 240 Mietwohnungen sind dem geförderten und preisgedämpften Segment vorbehalten. Das entspricht einem Anteil von 20 Prozent der zu realisierenden Wohnungen. Tobias Kübacher (SPD): "Es sollten 30 Prozent gefördert werden."

Das neue Heerdter Wohnquartier grenzt an Meerbusch. Die Nachbargemeinde plant auf der anderen Seite der Böhlerstraße ebenfalls ein neues Wohngebiet. Es soll im Anschluss an das Böhlergelände etwa bis zur dortigen Düsseldorfer Straße reichen. Auf 260 000 Quadratmetern sollen Einfamilien- und Doppelhäuser mit 160 Wohneinheiten entstehen. Um es zu erschließen wünscht sich Meerbusch eine Trasse der U 81 um das Böhlergelände herum. Droste: "Das gehört nicht zur Aufstellung des B-Plans. Gespräche mit Meerbusch sind aber auf einem guten Weg." Für beide Gemeinden wichtig ist zudem der Anschluss der Böhlerstraße an die A 52. Bezirksvorsteher Rolf Tups: "Eine kommunale Zusammenarbeit ist dringend geboten."

(RP)
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