Heerdt: Neue Ära für die Heerdter Schützen

Heerdt : Neue Ära für die Heerdter Schützen

Bei der Generalversammlung der Heerdter Schützen im November wurde Andreas Bahners zum neuen Chef gewählt. Stellvertreter wurde Lothar Gläser. Beide sprechen über die Zukunft des Vereins.

Zwei überzeugte Heerdter lenken nun die Geschicke des größten linksrheinischen Schützenvereins: Andreas Bahners als erster und Lothar Gläser als zweiter Chef. Beide sind nicht unbekannt, beide können eine lange Brauchtumskarriere vorweisen, und beide sind über die Musik zum Schützen geworden.

Bahners versuchte, 1990 mit der Klarinette im Blasorchester St. Benediktus Fuß zu fassen. "Mir hat das Musizieren viel Freude bereitet." Trotzdem gab er es auf, "weil ich einfach nicht genug geübt habe". Erfolgreicher war dagegen Gläser, der sich mit Querflöte und Lyra ins Tambourcorps einreihte. "Seit inzwischen 36 Jahren spiele ich dort", sagt der selbstständige Sattlermeister, der zudem auch Vorsitzender der Musikgruppe ist. "Ich werde den Posten aber abgeben, weil es einfach zuviel wird."

Das ist auch nachvollziehbar, wenn man weiß, dass er im vergangenen Jahr gemeinsam mit Thomas Schmied den Karnevalsverein HKV gründete und inzwischen dessen Präsident ist. Gleichzeitig ist Gläser Schütze, hat die Rolle des Heerdter Regimentskönigs längst gespielt und seine Kinder fürs Brauchtum motiviert. So ist Sohn Gideon ehemaliger Jungschützenkönig und Tochter Kira amtierende Regimentskönigin. Eine Familie, die in Heerdt fest verwurzelt ist und für die das Ehrenamt etwas zählt.

Andreas Bahners steht dem nicht nach. Seine Schützenkarriere begann er allerdings viel früher, schon im Pagencorps. Sein Stammbaum reicht weit in die Heerdter Geschichte zurück. "Mein Großvater, Michael Bahners, war Chef und Ehrenchef des Vereins." Während Gläser vorher als Beisitzer im Vorstand mitarbeitete, bekleidete Bahners zuletzt den Posten des Schatzmeisters. Das vorläufige Ende einer Schützenkarriere für den dreifachen Vater, die vor 25 Jahren begann und nun mit dem Chefpost gekrönt wurde.

Mit so viel Erfahrung, die beide Männer vorweisen können, starten sie nun in eine neue Schützen-Ära, die ihnen einiges abverlangen wird. Denn: "Die Mitgliederzahlen stagnieren. Wir müssen es hinbekommen, den Verein attraktiver für neue Mitglieder zu machen", sagen sie übereinstimmend und verschweigen nicht, dass ihr Vorgänger Heinz-Dieter Werner "jahrzehntelang sehr gute Arbeit geleistet hat". Zum Beispiel habe er das Schützenfest entschlackt und neu ausgerichtet. Jetzt gelte es, den Verein von innen heraus neu aufzustellen, wobei es wichtig sei, die Bedeutung einer Schützengemeinschaft ins Bewusstsein zu rücken. Gläser: "Wir sind durch unsere Uniformen und Requisiten zwar ans Militär angelehnt, sind aber nicht militärisch." Das Wort "Schütze" werde auch nicht von "Schießen" abgeleitet, sondern von "Beschützen". "Denn die soziale Ausrichtung ist unser Potenzial." Zum Beispiel werden Wohnheime von den Kompanien und Gesellschaften besucht, Kinder beschenkt, und auch für das jährliche Martinsfest wird gesorgt.

Damit das nächste Schützenfest am 18. August gelingt, wurde erstmals ein Festausschuss gegründet. "Er macht sich übers Jahr Gedanken, wie das Sommerbrauchtum unter dem Aspekt Gemeinsamkeit und Freundschaft zum Anker im Stadtteil werden kann", so die beiden Chefs. "Offen sein für alle", ist die Devise, jeder kann Mitglied werden, auch Frauen. Es geht aber nicht nur um große Feste - "da kommen sie alle". Vielmehr darum, sich im Stadtteil zu zeigen. Als Beispiel nennen sie das "Hoffest bei Küppers". Im vergangenen Jahr sei es wegen des schlechten Wetters ein wenig verunglückt, "aber wir werden es in diesem Jahr wiederholen".

(RP)
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