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Kapelle der Schön-Klinik in Düsseldorf Heerdt verwüstet

Diebstahl und Sachbeschädigung : Heerdter Krankenhauskapelle verwüstet

Unbekannte haben Teile des Altars gestohlen und das Tabernakel in eine Toilette geworfen. Der finanzielle Schaden ist gering.

Winfried Schäfer, Krankenhausseelsorger der Heerdter Schön-Klinik, kann seine Entrüstung nur schwer in Worte fassen. „Was hier passiert ist, ist ein unerhörter Frevel“, sagt er, noch immer fassungslos. In der Nacht zu Aschermittwoch haben Unbekannte seine Kapelle im ehemaligen Dominikus Krankenhaus verwüstet.

Eine Reinigungskraft hatte am Mittwochmorgen gegen 5 Uhr das Tabernakel in einer überschwemmten Damentoilette gefunden. In dem Andachtsraum wurde ein Standkreuz abgebrochen, es könnte als Stemmeisen missbraucht worden sein, um das Tabernakel, also den Aufbewahrungsort der Hostien, aus der Verankerung zu hebeln. Außerdem haben die Täter das Ziborium, einen Altaraufbau aus vergoldetem Messing, gestohlen. Die Polizei ermittelt, offenbar gab es am Aschermittwoch in der Altstadt den Versuch, das Diebesgut zu verkaufen.

Der schlicht gestaltete Andachtsraum im Erdgeschoss der Schön-Klinik wird von Patienten, Mitarbeitern und Besuchern als Ort des Gebets und der Besinnung genutzt. „Hier ist jeder willkommen, der Ruhe und etwas Frieden im Alltag sucht“, so Schäfer. Umso mehr schockiert es den Geistlichen, dass jemand so respektlos ist, einen solchen Raum zu verwüsten. „Das ist nicht nur ein Frevel gegenüber der Kirche, sondern auch ein Ausdruck von unvorstellbarer Intoleranz anderen Menschen gegenüber“, so der Krankenhausseelsorger. Winfried Schäfer ist entsetzt, wie ein Mensch einen heiligen Gegenstand wie das Tabernakel in einer Toilette entsorgen oder ein Kreuz vom Fuß abbrechen kann. Zudem sei die Vorstellung für einen Christen schrecklich, dass geweihte Hostien auf diese Art entehrt wurden. „Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie jemand zu so einer Tat fähig ist.“

Der kleine Altar der Krankenhauskapelle wurde in der Nacht zu Aschermittwoch verwüstet. Die Polizei sucht nach den Tätern. Foto: RP/Privat

Zumal der einzige Gegenstand, der tatsächlich gestohlen wurde, von geringem finanziellen Wert ist. In einer Mitteilung im Pfarrbrief der Gemeinde St. Antonius und Benediktus wird er auf etwa 100 Euro geschätzt. Schwerer wiegt jedoch der ideelle Verlust: Der Altaraufbau war ein Abschiedsgeschenk der Arenberger Dominikanerinnen, die bis August 2013 im damaligen Dominikus Krankenhaus für die Seelsorge verantwortlich waren und auf dem Gelände der Klinik eine kleine Kapelle unterhielten, aus der das Ziborium stammt. Der kleine Andachtsraum im Krankenhaus wurde als Ersatz für diese Kapelle eingerichtet, die nach dem Auszug des Ordens profaniert wurde. „Dass uns dieses Erinnerungsstück abhanden gekommen ist, ist ein unwiederbringlicher Verlust“, klagt Winfried Schäfer. Der Andachtsraum ist, wie in Krankenhäusern üblich, rund um die Uhr zugänglich. Nach der Tat wurde er wieder geöffnet, ein Zettel informiert die Besucher über den Vorfall. Die Schön-Klinik möchte sich aktuell nicht zu dem Vorfall äußern und verweist auf das laufende Ermittlungsverfahren.