Heerdt : Heerdter Bauernmarkt im Frühling

Bauern aus der Region bieten seit fast einem Jahr ihre Produkte auf dem Hanns-Heuer-Platz an. Der Winter hat ihnen zu schaffen gemacht. Zu Beginn der schönen Jahreszeit haben sie ihre Angebotspalette erweitert.

Die Sorge, dass der Bauernmarkt, der seit fast einem Jahr auf dem Hanns-Heuer-Platz Station macht, mangels Kundschaft sang- und klanglos verschwinden könnte, treibt etliche Heerdter um. Ein Besuch auf dem lauschigen Plätzchen bestätigt den negativen Eindruck zunächst nicht. Im Gegenteil, es herrscht Aufbruchstimmung bei allen sechs Marktleuten, was dann wohl eher am Frühling liegt.

"Der Winter ist immer eine Durststrecke", sagt Gärtner Klaus Hüskes und blickt auf die Blütenpacht an seinem Blumen- und Pflanzenstand. "Wir richten uns nach den Jahreszeiten. Jetzt ist es wärmer, das Angebot ist umfangreicher und vielseitiger geworden." Während eine Kundin dem Kartoffelbauer zuruft, "wie schön, dass Sie wieder da sind", stellt Nicole Zimmer vom Stand mit Fleisch, Geflügel und Wurstwaren fest, dass sie gern in Heerdt ist.

"Die Kunden sind lieb und freundlich. Sicher könnten es mehr sein", gibt sie zu und macht auch die Baustelle für den Hochbahnsteig auf dem Nikolaus-Knopp-Platz verantwortlich für das Ausbleiben der Kundschaft. Dafür irritiert es sie nicht, dass es gleich nebenan einen weiteren Stand mit Fleisch- und Wurst-Waren gibt. "Wir stehen auch auf anderen Märkten zusammen, und mancher Kunde kauft bei mir etwas und geht dann zur Konkurrenz." Dort steht Angela Simpson hinter der Verkaufstheke. "Ich habe viel Stammkundschaft, meist sind es ältere Leute", sagt sie und ist froh darüber, dass beide Fleischstände von den Kunden geschätzt werden. Überwiegend zufrieden ist auch Gabriele Leygraf, die Produkte der Niederrheinischen Bauernkäserei anbietet. "Es ist mal so, mal so", stellt sie gut gelaunt fest.

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Alle sind freundlich, von Depression keine Spur auf dem grünen Fleck zwischen Krefelder- und Schiessstraße. Trotzdem bleibt ein Rest Skepsis, wenn die ungünstigen Öffnungszeiten des Bauernmarktes, freitags von 9 bis 13 Uhr, angesprochen werden. "Wir haben nicht viel Möglichkeiten, sie zu ändern, weil wir ja auch auf anderen Märkten vertreten sind", so das einhellige Echo. Es wird aber kein Zweifel daran gelassen, dass sich alle eher vor dem "Mittagsloch" fürchten. "Zwischen 13 und 15 Uhr herrscht Flaute", weiß Angela Simpson. "Ich war sogar schon mal um 8.30 da, um die Mütter, die ihre Kinder zur Schule oder in die Kita bringen zum Einkauf zu animieren." Aber das habe nichts gebracht.

Die Heerdter Stammkundin Rosemarie Krämer hofft derweil, dass der Markt bleibt, den sie einfach super findet. "Ich weiß von einer Bekannten, dass sie sogar freitags früher Feierabend gemacht hat, um auf dem Markt einkaufen zu können." Bei so viel Rückenwind sind die Marktleute bereit, eventuell einen Probelauf zu starten und die Öffnungszeiten auf den Nachmittag zu verlegen. "Die Meinungen gehen auseinander", gibt Gärtner Hüskes zu Bedenken. "Aber probieren könnten wir es ja mal."

Das ist auch die Meinung der Marktbefürworter, allen voran Marketingberaterin Delia Bückmann von der NRW Landschaftskammer, die gemeinsam mit der Bezirksvertretung 4 dem Bauernmarkt auf die Sprünge helfen will. "Er läuft nicht zufriedenstellend", erklärte sie bei einem Treffen mit Iris Bürger (Bezirksverwaltung) und Bezirksbürgermeister Rolf Tups. Sie denke an mehr Werbung mit Flyern und mehr Öffentlichkeit. Im Gegensatz zu den Öffnungszeiten halte sie den Standort für gut. "Im Mai werde ich mich mit den Marktleuten zusammensetzen und mit ihnen nach einer Lösung suchen", verspricht sie.

(RP)