Düsseldorf Heerdt : Die zwei Gesichter der Kribbenstraße

Anwohner beklagen, dass nach Fertigstellung der Wohngebäude „RKM 740“ nur eine Hälfte der Straße saniert wurde.

Die Wohngebäude auf den Grundstücken des ehemaligen Dominikus-Krankenhauses, heute Schön-Klinik, sind fertiggestellt und bezogen. Jetzt sorgen sich die Anwohner in den Altbauten an der westlichen Straßenseite um den Zustand der Kribbenstraße. Ulrike und Klaus Bornewasser gehen nun gemeinsam mit Kirsten Bauer und dem früheren Heerdter Mediziner Philipp Perzborn an die Öffentlichkeit, um auf die Miss-Stände in ihrem Wohnumfeld aufmerksam zu machen.

Bei einem Ortstermin weisen sie zunächst auf die Spuren hin, die schwere Baufahrzeuge auf ihrer Straße hinterlassen haben. „Lediglich eine Hälfte der Fahrbahn wurde erneuert“, bedauert Bornewasser. Die andere sei vernachlässigt worden, so dass die Kribbenstraße nach der Bauphase nur zur Hälfte einen sanierten Eindruck mache. Verstehen könne er das nicht, sei es doch üblich, dass der Bauherr die von Baufahrzeugen beanspruchte Straße wieder komplett herrichten müsse.

Diese Meinung teilen auch seine Mitstreiter, die die Sorge umtreibt, dass die Stadt, falls sie dafür verantwortlich sei, die Angelegenheit auf sich beruhen lasse, bis die Straße in einem so schlechten Zustand sei, dass am Ende die Anlieger an den Sanierungskosten beteiligt werden könnten. „Die Straße ist aber nicht alters- und witterungsbedingt in einem so schlechten Zustand. Sie wurde von den schweren Lkw kaputtgefahren“, so Bornewasser.

Dazu teilt die Verwaltung auf Anfrage mit, dass mit dem Gesamt-Investor für die Bebauung am Heerdter Krankenhaus vereinbart worden sei, dass er nur die baustellenzugewandte östliche Straßenhälfte zu erneuern habe. Nach einer Schlussbegehung sei festgestellt worden, dass die westliche Straßenseite dem Investor nicht angelastet werden könne. Die in diesem Bereich immer wieder entstehenden Schlaglöcher würden in einem verkehrssicheren Zustand gehalten. „Um den Unterbau der Fahrbahn nicht weiter zu schädigen, soll die Decke der westlichen Fahrbahnhälfte in einem verkehrssicheren Zustand gehalten werden und dort, wo sie beschädigt ist, saniert werden“, teilt Pressesprecher Volker Paulat mit. Die Arbeiten seien für 2019 geplant.

Ein anderes Ärgernis ist der immer knapper werdende öffentliche Parkraum in Heerdt. So ist alles unter der hochgeständerten B 7 zwischen Schiess- und Krefelder Straße ebenso dicht zugeparkt wie die gesamte Fläche des Simon-Gatzweiler-Platzes. „Es gibt viele Auswärtige, die ihre Autos in Heerdt abstellen und dann mit der Bahn weiterfahren“, hat Ulrike Bornewasser beobachtet. Auf der Kribbenstraße parken auch Angestellte der Schön-Klinik, so dass es für die Anwohner oft schwierig sei, eine Lücke zu erwischen. „Die Schön-Klinik müsste für ihr Personal Sonderkonditionen für Stellflächen im benachbarten Parkhaus einräumen“, ist einhellige Meinung. „Es müssten attraktive Park-and-rideplätze vor den Toren der Stadt eingerichtet werden“, sagt Perzborn.

Damit schneidet er ebenfalls ein heißes Eisen an: den unzuverlässigen ÖPNV. Mehr noch, alle sind der Meinung, dass die Bahnen der U 75 eine Zumutung und keine Alternative seien. „Allein der Zustand der Bahnen ist katastrophal“, sagt Kirsten Bauer und die Bornewassers ergänzen: „Und viel zu teuer. Wenn wir zu zweit mit dem Auto zu Veranstaltungen in der Stadt fahren, dann zahlen wir 3,40 Euro an Parkgebühren. Fahren wir mit der Bahn hin und zurück dann liegen wir bei 10,80 Euro.“ Alle Anwohner sprechen sich für eine zweite Bahn-Linie aus. Sie könnte ja am Handweiser drehen. „Heerdt wächst rasant“, so Perzborn. „Von 11.000 Einwohner auf 14.000.“ Da müsste es doch möglich sein, für den Stadtteil etwas zu tun.

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