Düsseldorf Heerdt : Die Frauen des Bürgermeisters

Die zweite Ehefrau von Nikolaus Knopp war die Malerin Camilla Haag. Enkel Gisbert Knopp geht den Spuren seiner Großmutter nach.

Ein bedeutendes Kapitel in der linksrheinischen Geschichte ist eng mit dem legendären Bürgermeister Nikolaus Knopp (1866-1942) verbunden. Denn er war es, der 1909 den Anschluss der Landgemeinde Heerdt nach Düsseldorf vollzog und Beigeordneter der Stadt wurde. Das ist weitgehend bekannt. Dagegen ist über sein Privatleben kaum etwas in den Büchern zu finden. Einzig, dass er mit Auguste Otterbein verheiratet war, der ersten Leiterin des Cecilien-Gymnasiums. Dass Knopp aber dreimal verheiratet war, verblüfft so manchen linksrheinischen Bürger, der die siebte Ausgabe der Buchreihe „Heerdt im Wandel der Zeit“ nicht gelesen hat. Denn dort hat sein Enkel, der Historiker Gisbert Knopp, einen Bericht über seinen Großvater verfasst und Einblicke in sein Privatleben gegeben. Das war 2009.

Jetzt macht Gisbert Knopp noch einmal auf seine Familiengeschichte aufmerksam und stellt Großmutter Camilla Haag, die zweite Frau seines Großvaters, in den Mittelpunkt. „Sie gehört zu den vergessenen Düsseldorfer Künstlerinnen“, so Gisbert Knopp. „Ich möchte nun in ihr Lebenswerk Licht bringen und bin dabei, bislang unbekannte Gemälde in Privatbesitz aufzuspüren und katalogartig zu erfassen.“ Denn Camilla Haag sei eine gefragte Porträtistin so mancher Düsseldorfer Persönlichkeit gewesen. Geboren 1866 in Prüm in der Eifel habe sie ihre Jugendjahre in Chicago verbracht, wohin die Familie ausgewandert war. Nach dem Tod des Vaters sei sie mit Mutter und Geschwistern nach Europa zurückgekehrt. „Die künstlerisch begabte Camilla hat in Florenz und Genua die Künste der Malerei studiert und insbesondere ihre Verwandtschaft und gerne sich selbst porträtiert“, weiß der Enkel.

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Weiter ist von Gisbert Knopp zu erfahren, dass Camilla Haag auf einer Hochzeit in Neuss den verwitweten Bürgermeister Nikolaus Knopp kennenlernte, dessen erste Frau, Maria Seelig, bereits nach fünf Jahren Ehe gestorben war. Geheiratet wurde 1901. Das Paar bezog eine Wohnung an der Krefelder Straße 51, später zog es an die Drakestraße 1, dann an die Cheruskerstraße 51 und schließlich wechselte es in eine große Wohnung im Haus Esplanade am Kaiser-Wilhelm-Ring 1. „Meine Großmutter malte auch während ihrer Ehe und signierte ihre Werke mit ihrem Mädchennamen Camilla Haag.“

Das Paar hatte drei Kinder, eine Tochter und zwei Söhne. Der jüngste Sohn, Wilhelm, Vater von Gisbert Knopp, ließ sich als praktischer Arzt und Geburtshelfer in Oberkassel nieder. Bereits 1923, im Alter von 57 Jahren, starb Camilla Haag an den Folgen eines Hirnschlags. Nikolaus wurde erneut Witwer und verschmerzte den Tod seiner Frau nur schwer.

Nach zwei Jahren Trauer heiratete er in dritter Ehe Auguste Otterbein, von Gisbert Knopp auch liebevoll „Großmutter“ genannt. Denn in der großen Familie Knopp sei sie vor allem nach dem Tod des Bürgermeisters 1942 „Seele und geliebter Mittelpunkt“ gewesen. Sie überlebte ihren Mann um 20 Jahre und wohnte zuletzt im Haus Rheinallee 114, dem Haus, das Nikolaus Knopp 1936 nach dem Ausscheiden als Beigeordneter der Stadt Düsseldorf von Architekt Theodor Balzer hat bauen lassen. Auguste Otterbein starb 1967 bei einem Unfall. Sie wurde neben ihrer Vorgängerin Camilla auf dem Heerdter Friedhof beigesetzt.

Kontakt Gisbert Knopp sucht nun Porträts von Camilla Haag, die in Privatbesitz sein sollen. Hinweise an die Lokalredaktion unter duesseldorf@rheinische-post.de.