Heerdt: Ein Diner im Doppeldecker-Bus

Kommen und Gehen: Ein Diner im Doppeldecker-Bus

Viele Vodafone-Mitarbeiter nutzen das Angebot als Kantine, aber auch andere Gäste essen am Foodtruck.

Als Kevin Wittlings und Michael Wilting vor acht Jahren mit einem Pommes-Currywurst-Truck starteten, ahnten sie nicht, welche Ausmaße ihr Unternehmen mal annehmen würde. „Hier wurde gerade der Vodafone-Campus gebaut und wir dachten, wir könnten die Bauarbeiter versorgen“, erinnert sich Wilting. Mittlerweile haben die beiden mehrere Foodtrucks, darunter einen umgebauten amerikanischen Schulbus, fünf Angestellte, elf Minijobber und einen erfolgreichen Catering-Service.

Currywurst und Fritten gibt es immer noch, mittlerweile machen aber die amerikanischen Burger aus regionalem Rindfleisch das Kerngeschäft aus. Die Spareribs und die Schweineschulter für das Pulled Pork räuchern die Besitzer selbst. Und das alles zu fairen Preisen, so kostet Wiltings Lieblingsburger, der Crazy Goat, ein Burger mit Ziegenkäse, frischen Feigen und Honig, acht Euro. Die Ideen für ihre Burger holen sie sich bei Foodbloggern, Instagram oder in Essensforen. „Wir sind mit Fernsehkoch Sebastian Lege befreundet, der macht auch Vorschläge“, erzählt der 30-Jährige. Die neuen Kreationen werden häufig von BBQ-Weltmeister Alfons Wienen getestet, der nebenan bei Vodafone arbeitet. Meist ist die Kritik positiv, aber wenn etwas nicht gut ist, sagt er das auch, so Wilting.

Jetzt haben die Betreiber sich einen weiteren Traum erfüllt. Das Konzept von einem typischen Diner sei schon länger in ihren Köpfen gewesen, allerdings dachten sie erst an ein Restaurant. Da die Jungs aber mobil bleiben wollten, entstand irgendwann die Idee mit dem Doppeldecker-Bus. „Wir haben einen alten MAN-Bus, Baujahr 1970, aus Berlin gekauft. Das ist ein seltenes Stück. Der Händler hatte nur noch eine Handvoll“, erzählt Wilting. „Wir wollten auf jeden Fall einen alten Bus, das sieht einfach besser aus.“ Einer der typischen englischen Doppeldecker-Busse sei gar nicht erst in Frage gekommen, schließlich könne man doch in einem englischen Bus kein amerikanisches Diner aufmachen. Außerdem seien sie kleiner als das MAN-Modell.

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Um den Umbau des Gefährts kümmerte sich Wilting, der Maschinenbau studiert hat. „Unten war der Bus verrostet und das Fahrgestell musste neu verschweißt werden.“ Das Dach wurde abgetrennt und mit einem „mobilen“ durchsichtigen Dach ersetzt. Die Höhe kann nach Bedarf eingestellt werden und bei schönem Wetter wird der Bus zum Cabrio. 70 Gäste finden auf den knallroten Sitzen Platz. Eine Heizung, Klimaanlage und Steckdosen sorgen dafür, dass die Kunden sich wohl fühlen. „Wir könnten uns auch eine Cocktailbar hier drinnen vorstellen“, sagen die Betreiber. Gekocht wird in dem Diner aber nicht. Die Gäste holen sich ihr Essen an den Foodtrucks und machen es sich drinnen gemütlich.

Mit ihren Ideen sind die Chefs des Prinzengrills noch lange nicht am Ende. So denken sie darüber nach, auch abends oder am Wochenende zu öffnen. „Wir würden gerne expandieren, dafür brauchen wir aber mehr Fahrzeuge“, sagt Wilting. Die sollen natürlich selber umgebaut werden. Damit hat der 30-Jährige jetzt Erfahrung. Er hat auch den Schulbus umgebaut und schon für andere Betreiber Aufträge erfüllt. Und da das Geschäft mit den selbst gestalteten Foodtrucks so gut läuft, haben die Gastronomen auch schon eine zweite Firma gegründet. Wenn das richtig anlaufen sollte, ist Arbeitsteilung angesagt. „Kevin wird sich dann um das Food-Business kümmern und ich um den Bau der Wagen“, so Wilting. Und einen ganz besonderen Traum hat der Unternehmer noch. „Ich würde wahnsinnig gerne einen alten Tarnkappenbomber in ein Diner umbauen. Aber dafür bräuchte man eine Menge Platz.“

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