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Engagement in Düsseldorf-Heerdt: Wie zufällig eine Givebox entstand

Engagement in Düsseldorf : Wie in Heerdt zufällig eine Givebox entstand

Angefangen hat alles vor neun Monaten mit einem Schultornister. Heute kümmert sich Iris Buchfeld um den Gabenzaun ganz in der Nähe des Freizeitparks. Vandalismusprobleme gebe es keine.

Bücher, CDs, selbst genähte Kinderkleidung und ab und zu auch mal eine Motorradhose – am Gabenzaun in der Nähe vom Freizeitpark Heerdt finden sich allerlei Dinge, für die Leute keinen Bedarf mehr haben und über die sich andere vielleicht noch freuen. Iris Buchfeld ist glücklich darüber, dass das Angebot so gut von den Anwohnern aufgenommen wird. „Ich fand, das ist eine sinnvolle Sache“, sagt sie. „Ich muss immer hierlang, wenn ich zu meinem Garten möchte“. Und so hat die Düsseldorferin es sich zur Aufgabe gemacht, den Zaun in Schuss zu halten. Täglich kommt sie vorbei und schaut nach dem Rechten.

Buchfeld sortiert Müll aus, hängt Kleidung an Bügeln auf und platziert alles so, dass es ordentlich aussieht. Würde sie einen Tag mal nicht kommen, würde Chaos ausbrechen, sagt sie. Das will sie vermeiden, damit der Gabenzaun nicht zu einer Müllhalde verkommt. Angefangen hat alles Anfang des Jahres mit einem vereinsamten Schulranzen, der an den Zaun gehangen wurde. Daraufhin legte jemand selbst gebackene Plätzchen in den Ranzen und nach und nach kamen immer mehr Sachen hinzu. Wer damals den Schulranzen aufhing, das weiß Iris Buchfeld bis heute nicht. „Nimm, was du brauchst und gib, was du kannst.“ So beschreibt sie das Prinzip der Tauschstätte.

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Vandalismusprobleme, wie es sie in der Vergangenheit bei Giveboxen gab, seien kaum aufgetreten. Nur am Anfang kam es zweimal vor, dass jemand nachts alles verwüstete. Dass ein Großteil der Zeit alles friedlich läuft, begründet Buchfeld vor allem mit der etwas abseitigen Lage des Zauns. So kommt man lediglich an ihm vorbei, wenn man sich gerade in der Nähe vom Freizeitpark Heerdt aufhält. Ein Problem gibt es allerdings: Alle zwei Wochen würde jemand den Zaun komplett abräumen. „Der kommt nachts und schlägt sich die Taschen voll“, sagt Buchfeld, die den Verdacht hegt, dass sich der Unbekannte am Gabenzaun bereichert, indem er die Fundstücke anschließend beim Flohmarkt verkauft. Iris Buchfeld hofft, dass der Gabenzaun lange bestehen kann. Schließlich biete er so eine direkte Möglichkeit, sich in der Nachbarschaft gegenseitig unter die Arme zu greifen.