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Düsseldorf: Ein Treffpunkt für junge Menschen

Düsseldorf : Ein Treffpunkt für junge Menschen

Der Heerdter Internationale Treffpunkt an der Schiessstraße 21 ist renoviert worden. Der Betrieb ist wieder angelaufen. In der Planung ist, ein Netzwerk zwischen den drei linksrheinischen Jugendfreizeiteinrichtungen zu knüpfen.

Eine frische Brise weht durch den Internationalen Treffpunkt an der Schiessstraße 21. Von den Wänden bis zur Decke, von der Treppe bis zu den Türen, alles wurde ausgebessert und neugestrichen. Und in den Medienraum wurde sogar wegen des Brandschutzes eine zweite Tür gebrochen. Darüber hinaus wurde das, was nicht mehr taugte, hinausbefördert und durch neues Mobiliar ersetzt.

Die gemütliche Atmosphäre, die zum Wohlfühlen einlädt, ist aber nicht erst durch die Renovierung entstanden. Denn der alte Backsteinbau selbst strahlt schon Behaglichkeit aus. Er erinnert eher an ein Einfamilienhaus, das er sicherlich einst einmal war, als an einen Treffpunkt für junge und ältere Menschen unterschiedlicher Nationalitäten.

Im Erdgeschoss hantiert gerade eine Gruppe Mädchen mit Farben und Ton, im Raum nebenan machen die Schülerinnen Marie-Sophie und Melike ihre Hausaufgaben, und in der Cafeteria sorgt Neslihan Atasoy für Kaffee und Wasser. Während Treffpunktleiterin Iris Richel durch das Haus führt, kümmert sich ihr Kollege Dirk Kemper um die Jugendlichen, die sich im Medienraum mit dem Internet vertraut machen oder sich einfach nur den Spielen am Bildschirm widmen. Leben wie in einer Familie, der Eindruck trügt nicht und ist dann auch Teil des pädagogischen Konzepts. "Die Kinder sollen sich bei uns wohlfühlen", sagt Iris Richel, sichtlich froh, über die aufgefrischten Räume.

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Bedauerlich sei, dass nun keine Musikgruppen mehr den Keller nutzen könnten. "Der Brandschutz war im Haus und hat den Keller stillgelegt, weil es keinen Fluchtweg gibt", ergänzt Willi Becker, Fachbereichsleiter für die Jugendeinrichtungen im Stadtbezirk vier und eins. Das ist umso mehr schade, weil das Haus in einer Grünzone am Heerdter Friedhof liegt und nur Gewerbe die Nachbarschaft prägt. Niemand würde durch laute Musik gestört. Den Kindern aber bleiben zwei Etagen des Hauses mit Stuben im Wohnzimmercharakter.

Einen Wunsch hat Iris Richel aber noch: "Es wäre schön, wenn wir etwas bewusster im Stadtteil wahrgenommen würden." Mehr Außenwirkung könnte es beispielsweise geben, wenn die zum Supermarkt gerichtete Seite ein Wandbild bekäme, das auf den Internationalen Treffpunkt hinweise. "Außerdem könnte mehr in unseren Außenbereich investiert werden." Vielleicht ein Tipp für die Stadtteilpolitik, die im Januar die Einrichtung besuchen will, um sich nach der Renovierung ein frisches Bild zu machen. Schließlich hat sie auch finanziell die Verschönerung unterstützt.

Wenig bekannt ist, dass die Einrichtung ein abwechslungsreiches pädagogisches Konzept umsetzt. Gründe dürften sein, dass sie etwas abseits im Heerdter Grüngürtel liegt und dass sie aus personellen Grünen ein Jahr geschlossen war. Umso mehr ist Iris Richel als neue Leiterin daran interessiert, den Treffpunkt wieder mehr in den Fokus zu rücken. Das Programm, das sie gemeinsam mit ihrem Team anbietet, kann sich sehen lassen. Es reicht von der Schulkinderbetreuung über den offenen Kinderbereich bis zum Mediaprojekt und Ferienbetreuung. Als Träger der Offenen Ganztagsgrundschule Wickrather Straße werden dort zudem sieben Gruppen von Mitarbeitern des Internationalen Treffpunkts betreut. "Manche Kinder pendeln zwischen Heerdt und Lörick", sagt Becker. Und dann sind da noch die türkischen Frauen, die sich im Treffpunkt regelmäßig treffen. Sprachschwierigkeiten überbrückt die Deutsch-Türkin Neslihan Atasoy, die auch Förderkurse in Deutsch für Erwachsene gibt.

Neu ist die Absicht, den Kontakt mit den Jugend-Treffs West-End und Rondell zu intensivieren. "Wir planen ein Vernetzungsprojekt für Zielgruppen, um Jugendlichen täglich etwas anbieten zu können", sagt Kemper. Ein Anfang ist gemacht mit dem Fußballclub "Heerdt United", der fürs nächste Jahr ein Turnier plant.

(RP)