Heerdt: Ein Mekka für Billardspieler

Heerdt: Ein Mekka für Billardspieler

Das Billardzentrum Düsseldorf steht unter neuer Leitung. 19 Tische für Pool, Carambolage und Snooker gibt es.

Stephan Eder war schon immer ein passionierter Billardspieler. Mit 15 Jahren ging er nach Schule und Hausaufgaben täglich sofort in den Keller einer etwas fragwürdigen Spelunke in Pempelfort. Denn dort stand ein Pool-Billardtisch. Doch nur ein paar Kugeln zu stoßen, reichten ihm und seinen Kumpels schnell nicht mehr aus. Und so wurde der Pool Billard Club Düsseldorf gegründet. Das Team nahm am Ligabetrieb teil, stieg von der Kreis- in die Oberliga auf, und doch bewunderten die Nachwuchscracks stets die erwachsenen Idole der ersten Mannschaft, die ihnen Ruhe, Routine und Risikobereitschaft voraus hatten.

Das ist lange her, der Verein hat sich längst aufgelöst. Stephan Eder ist inzwischen 51 Jahre alt, war lange im Ausland und hat auch mit dem Billard pausiert. Doch im Vorjahr stieß er bei Ebay auf eine Kleinanzeige, die ihn elektrisierte: "Nachfolger gesucht für Billardzentrum". Eder verschaffte sich einen Eindruck von dem 800 Quadratmeter großen Ladenlokal an der Schiessstraße, das auf zwei Ebenen Platz für 16 Gabriels-Turnierpooltische, zwei für Carambolage und einen Snookertisch bietet, dazu Dart und Kicker. "Alles war sehr gut in Schuss", berichtet Eder. Das Billardzentrum gibt es seit mehr als 20 Jahren, zweimal ist es im Linksrheinischen umgezogen. "Ein halbes Jahr dauerten die Verhandlungen, dann war alles in trockenen Tüchern", erzählt der neue Geschäftsführer, der dafür seinen Job als Mediengestalter an den Nagel gehängt hat.

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Mit Michael und Claudia Meyer fand Eder zwei Teilhaber, die in ihrer Freizeit ebenfalls gerne einen Queue in die Hand nehmen und darüber hinaus Erfahrung in der Gastronomie mitbringen. Das Trio hat bislang wenig verändert, "Billardspieler brauchen nicht viel Chichi, sie wollen sich auf das Spiel konzentrieren, benötigen dafür gute Bedingungen, und die finden sie bei uns", sagt Eder. Und in der Tat kann insbesondere das Untergeschoss mit jeder amerikanischen Billardhalle mithalten. Ein paar Verschönerungen hat sich Eder schon noch vorgenommen. Auf jeden Fall will er das Heerdter Billardzentrum in der Stadt bekannter machen, "Facebook und Internet, so etwas gab es vorher nicht".

Doch schon jetzt haben viele Profi- und Hobbyspieler das Billardzentrum neu für sich entdeckt. Unter der Woche kommen viele Carambol- und Snooker-Spieler, die ihren eigenen Queue in einem Schrank aufbewahren, während am Wochenende vor allem jugendliche Pool-Spieler reinschauen. Es lohnt der Blick in die Cocktail-Karte, "und wir haben jetzt auch Füchschen Alt, einen sehr guten Minztee sowie frisch gemachte Apfelschorle", betont Eder, der Anfang Juni das erste von dann bis zu vier Turnieren im Jahr durchführen will. Das Wichtigste aber, das weiß der Billardspieler aus eigener Erfahrung, ist die Pflege der Tische. "Die werden jeden Tag mit einem Spezialsauger gesäubert, der hat einen Schnabel, mit dem man auch unter die Banden kommt". Außerdem denkt er darüber nach, das grüne durch blaues Tuch zu ersetzen, im Sommer eine große Terrasse aufzubauen und zur Fußball-WM Public Viewing anzubieten. Nur eines, das kommt bei Stephan Eder aktuell zu kurz: "Ich habe kaum die Zeit gefunden, selbst mal wieder ein Partie Billard zu spielen."

(arc)
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