Kunst in Düsseldorf : Kunst mit Blick auf den Rhein

Bei Andrea Mohrs Kunst dreht sich alles um den Rhein. Ihr Material sammelt sie dort, die Geschichten, die ihre Objekte erzählen, sind Geschichten vom Rhein. Zu sehen ist die Ausstellung im Paul-Gerhardt-Haus.

Andrea Mohr lebt in Urdenbach und hat vom Atelier aus Blick auf den Rhein: „Meine Flusslandschaften erzählen vom Lebensfluss und menschlicher Gemeinschaft.“ Die gelernte Vergolderin mit Studien in London und Wien zeigt im Kirchenraum des Heerdter Paul-Gerhardt-Hauses Bilder und Objekte, die das Fazit vermitteln: „Wir sitzen alle in einem Boot.“

„Vor uns die Sintflut“ heißt die Ausstellung, in der das Boot auf vielfältige Weise eine fast durchgängige Rolle spielt. Die Ölbilder vom Rhein erinnern an unterschiedliche Jahres-Sequenzen. „Ich sehe den Fluss auch als Lebensfluss. Er verläuft wie ein Silberstreifen“, sagt Mohr. Das Treibholz für ihre Objekte findet sie am Ufer: „Vielleicht ist sogar ein Stück von der Arche dabei.“ Daraus entstehen – meist aus Pappelholz – Kunstwerke. Aus ihrer Form lässt sich die Vergangenheit ablesen: „Ich verleihe ihnen Glanz, sie bekommen eine neue Botschaft, verwandeln sich von einem Gebrauchsgegenstand zum Kunstwerk.“

Einige – auch in aufwendiger Technik mit Blattsilber, -gold oder -kupfer belegt – sind auf einer Schaukel vor dem Altarraum drapiert, die mit einem Bühnenstrahler ins richtige Licht gesetzt wird: „Ich möchte eine Art Spielplatz bieten.“ Das Boot fällt immer wieder ins Auge und treibt meist ruhig im Fahrwasser. Dazu erklärt die Künstlerin: „Die archaische Form des Bootes, das wir aus der Geschichte von Noah und der Sintflut als rettendes Element kennen, steht für unser Nachdenken über Werden und Vergehen, über Sterben und Überleben.“ Pfarrer Jörg Jerzembeck-Kuhlmann, Evangelische Kirchengemeinde Heerdt, ist sicher, dass die ausgestellten Werke positive Impulse geben werden und er stellt im Zusammenhang mit dem Ausstellungstitel die Frage: „Fünf vor oder fünf nach Zwölf?“.

Öffnungszeiten Die Ausstellung läuft bis zum 24. November, die Vernissage ist am 3. November, 11.30 Uhr; geöffnet immer montags bis donnerstags, 10-12 Uhr, Donnerstag auch 15-18 Uhr und nach Vereinbarung unter 502291. Paul-Gerhardt-Haus, Heerdter Landstraße 30

(mgö)