Jugend in Düsseldorf : Die Zukunft der Jugend

In der Fotowerkstatt von „Twenty One“ ging es um Wünsche und Ängste.

An einem Klettergerüst aus Seilen hängen sechs Jugendliche. Alle schauen auf ihr Handy und haben die Icons bekannter Social-Media-Apps über oder neben sich. Mit ihrem Foto „Vernetzt“ möchte Nadia zeigen, wie wichtig die sozialen Medien zur Informationsbeschaffung und auch zum Austausch sind. „Das Netz steht für die Vernetzung und jede einzelne Person symbolisiert eine App“, erklärt die 14-Jährige ihr Bild. Dabei weiß die Schülerin, dass die ständige Präsenz auf den Internetplattformen auch ihre negativen Seiten hat. „Ich hatte eine Phase, in der ich gemerkt habe, dass ich richtig süchtig bin“, erzählt sie. „Da habe ich eine lange Pause gemacht und festgestellt, dass es andere Dinge gibt, die mir viel mehr Spaß machen.“ So widmete Nadia sich wieder dem Zeichnen, machte mehr Sport und unternahm viel mit ihrem Vater. „Ich habe dabei gelernt, dass ich meine Freizeit lieber mit wichtigen Dingen verbringe“, sagt sie. Ihre Freunde hatten nicht viel Verständnis für ihren Verzicht, akzeptierten es aber.

Nadias Foto ist eines von vielen, die in der Fotowerkstatt der Jugendfreizeiteinrichtung „Twenty One“ auf der Schiessstraße entstanden sind und am Dienstag bei der Vernissage „Lebens (T) Raum“ präsentiert wurden. Sieben fotobegeisterte Jugendliche zwischen acht und 17 Jahren beschäftigten sich bei einem Projekt mit ihrer Lebenswelt, mit Zukunftsängsten und auch Wünschen.

Für Sozialarbeiter und Medienpädagoge Dirk Kemper ist es interessant zu sehen, dass die Altersgruppen die Themen zu bestimmen scheinen. „Die Älteren beschäftigt das Thema Wohnungslosigkeit und steigende Mieten sehr“, sagt er. Auf einem Foto sieht man, wie jemand unter einer Brücke sein Zelt aufgebaut hat. Ein anderes Bild zeigt das neue Hochhaus, das neben der Schön-Klinik entsteht. „Damit wollen wir zeigen, dass die Mietpreise in Heerdt zu hoch und für uns später kaum noch bezahlbar sein werden“, erklärt Julian, einer der Künstler.

Die jüngeren Fotografen hatten eher ein Auge auf ihre Umwelt geworfen. Die zehnjährige Hannah hat einen überquellenden Mülleimer festgehalten. „Der Müll sollte nicht auf den Boden geschmissen und die Mülltonnen regelmäßig geleert werden“, findet sie. Davina möchte mit ihrem experimentellen Foto „Nahrungsumstellung“ dazu aufrufen, sich wegen der eigenen Gesundheit und auch wegen des Klimawandels gesund zu ernähren. „Sonst müssen wir wohl irgendwann alle Insekten essen“, fürchtet die Zehnjährige.