Advent in Düsseldorf : Es tut sich was in Heerdt

Das Wunschbaumfest der Heerdter Schützen wurde zum ersten Mal mit der neuen Interessengemeinschaft Nikolaus-Knopp-Platz gefeiert. Die Menschen im Stadtteil sind froh, dass viele Leerstände im Heerdter Zentrum gefüllt wurden.

Wer hätte gedacht, dass ein Stand eines Fotografen für Kinder so interessant sein kann: Neugierig fragen sie, ob sie mal die ausziehbaren Fernrohre ausprobieren können, stellen sich auf eine kleine Erhöhung und schauen sich an, was es in Heerdt so zu sehen gibt. Der Architekturfotograf Hans Peter Heinrichs und Brigitte Mockel, die die Inhaberin des Photo-Stübchens am Nikolaus-Knopp-Platz war, haben bei dem weihnachtlichen Fest vor der St.-Benediktus-Kirche einen Stand aufgebaut. „Für Herrn Heinrichs ist das eine tolle Gelegenheit, sich vorzustellen, da er hier nicht so bekannt ist“, sagt Mockel. „Und für mich ist ja mit dem Photo-Stübchen leider Schluss. Ich kann aber einfach nicht aufhören zu fotografieren und muss immer mitten im Geschehen sein. Also haben wir uns zusammengeschlossen und machen auf Termin Passfotos oder Porträts“, erzählt sie.

Das Photo-Stübchen ist nur eines von mehreren Geschäften, das vom Nikolaus-Knopp-Platz verschwunden ist. Inzwischen konnten fast alle Leerstände wieder gefüllt werden. Das neue Café Bakers ist sehr beliebt und zieht auch Menschen aus anderen Stadtteilen nach Heerdt. Die Bäckerei Oehme und die Metzgerei Ludwig haben wichtige Versorgungslücken geschlossen. Ein Zahnarzt plant in das ehemalige Fairhaus zu ziehen, und auch ein neues Versicherungsbüro gibt es. „Vor einem Jahr habe ich noch gedacht, wo läuft das hin? Ich hätte nicht geglaubt, dass es sich so gut entwickelt“, sagt der Sprecher der neuen Interessengemeinschaft Nikolaus-Knopp-Platz, Andreas Bahners, zufrieden.

Viele Anwohner würden sich am Platz mehr Gastronomie und auch ein Lebensmittelgeschäft wünschen. Das sei aber schwierig, da diese viel Platz bräuchten und der sei einfach nicht vorhanden, so Bahners. Ein kleiner Lichtblick für die Heerdter ist der geplante Bau einer Lidl-Filiale auf dem alten Gelände des Blumenhandels Vishers. „Das wird noch eine Weile dauern, aber die Baupläne sehen wirklich gut aus“, so Bahners, der auch Schützenchef ist. Die Schön-Klinik soll ein Café mit Blick auf den Rhein bekommen, und auch im neuen Gebäude des Schwimmbads wird es Gastronomie geben. Ein Dorn im Auge ist den Heerdtern aber immer noch der Verkehr, der sich durch den Abriss der Brücke am Heerdter Lohweg noch verschärft hat. „Auf uns Händler hat der Abriss der Brücke nicht so viel Einfluss. Aber verkehrstechnisch geht hier oft nichts mehr. In der Zeit von 15.30 bis 18.30 Uhr ist alles dicht“, sagt Blumenhändler Ralf Hoesen. Für das nächste Jahr plant die Interessengemeinschaft die Verkehrsinsel am Nikolaus-Knopp-Platz zu bepflanzen.

Auch das Fest vor der Kirche hat die Initiative im Stadtteil zusammen mit den Schützen organisiert. Udo Tuntke, Vorsitzender der KAB, verkauft dort seine Bastelwerke und macht Werbung für den Bastelkursus, den er bei der Stiftung für Heerdt anbieten möchte. An einen Wunschbaum wurden dieses Jahr nicht nur Kinderwünsche gehangen. Die Heerdter haben auch an die Notschlafstelle an der Aldekerkstraße gedacht.