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Düsseldorf: Bürgerinitiative will Grünfläche erhalten

Düsseldorf : Bürgerinitiative will Grünfläche erhalten

Im vergangenen Jahr schlossen sich etwa 20 Heerdter zur Initiative "Am Mühlenberg" zusammen. Sie appelliert an die Stadt, den rechtsgültigen Bebauungsplan wegen der Bodenbelastungen zugunsten von Grün zu ändern.

Der Endausbau der Straße Am Mühlenberg ist nach langer Anlaufphase im vergangenen Jahr abgeschlossen worden. Erleichterung bei den Bewohnern der Einfamilienhäuser, die oft gemahnt hatten, die unbefestigte Straße vor ihren Häusern endlich auszubauen. Wunschlos glücklich sind sie deshalb nicht, weil sie noch immer vom grünen Areal auf der anderen Straßenseite durch einen geschlossenen Bauzaun getrennt sind. Einige Schlupflöcher haben sich Kinder und Hundebesitzer schon geschaffen, erst recht die, die zur Erntezeit Brombeeren pflücken wollen.

Die Öffnung der Grünfläche für die Allgemeinheit ist dann auch Anliegen der 2013 gegründeten Bürgerinitiative "Am Mühlenberg", die heute etwa 20 Mitglieder stark ist. "Wir haben Ideen entwickelt, wie dieses Areal zugänglich gemacht werden könnte", sagt Mattes Wallenfang, der gemeinsam mit SPD-Bezirksvertreter Marco Staack die Initiative vertritt. Vorstellbar sei eine Grünverbindung beziehungsweise ein Fuß- und Radweg vom Mühlenberg über Lörick zum Rhein und nach Süden bis zum Heerdter Krankenhaus - quer über die linksrheinische Halbinsel.

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Die Ämter hätten bisher zwar verhalten, aber nicht abgeneigt reagiert. Klingt gut, hat aber einen Haken. Denn: Seit 2006 gibt es einen rechtsverbindlichen Bebauungsplan (B-Plan) zum Bau von 52 Einfamilien-Doppelhäusern auf der besagten Grünfläche zwischen der Straße Am Mühlenberg und dem kleinen Friedhofs-Parkplatz an der Krefelder Straße (einst Friedhofserweiterungsgebiet). Einen Investor hat es auch schon gegeben, doch der sprang ab, als im Rahmen des B-Planverfahrens erhebliche Altlasten (Schwermetalle, Mineralölkohlenwasserstoffe, Teeröle - polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) im Boden und in der Bodenluft festgestellt wurden. "Bei den Sanierungsarbeiten der Stadt 2007 hat es so gestunken, dass über die Ausgrabungsstelle eine Halle errichtet und die Luft abgesaugt werden musste", sagt Staack, der gegenüber der Grünfläche mit seiner Familie wohnt und den Bauzaun vor Augen hat. "An einigen Stellen wurden Einzelbohrungen gemacht, die aber wegen des Gestanks gleich wieder zugeschüttet wurden", ergänzt Wallenfang. Grund für die Bürgerinitiative, anzuregen, von einer Bebauung des verseuchten Areals Abstand zu nehmen und es bei einer Grünfläche zu belassen. Zumal die Ergebnisse der bisherigen Grundwasserüberwachung eine Verunreinigung mit polyzyklischen Kohlenwasserstoffen ergeben haben. Deshalb seien laut Umweltamt weitere Sanierungen notwendig.

"Wir plädieren dafür, den B-Plan langfristig in Zusammenhang mit dem Grünordnungsplan zu ändern, sagt Wallenfang. Es gehe darum, eine Grundlage zu schaffen, wie die Fläche gestaltet werden könnte. Ein Kinderspielplatz und auch Gärten sollten aber ausgeschlossen werden. "Zunächst sind wir daran interessiert, dass der Bauzaun entfernt wird." Die SPD-Fraktion stellt dazu eine Anfrage in der Bezirksvertretung 4, die am 28. Januar, um 15 Uhr im Bezirksrathaus, Luegallee 65, tagt. Darin geht es unter anderem um die Frage, ob der Zaun aus Sicherheitsgründen aufgestellt worden sei, um das Betreten der Fläche zu verhindern. Zu erwarten ist, dass die Bezirksvertreter gegen eine Grünfläche nichts einzuwenden haben, weil sie einst generell gegen eine Bebauung auf den ehemaligen belasteten Friedhofserweiterungsflächen waren. Bezirksvorsteher Rolf Tups: "Es muss sichergestellt sein, dass von dem Boden keine Gefahr ausgeht, wenn sich vor allem Kinder dort aufhalten."

(RP)