Heerdt: Beschluss fürs Logistikzentrum vertagt

Heerdt : Beschluss fürs Logistikzentrum vertagt

Politiker geben noch kein grünes Licht für die neuen Hallen an der Clarissenstraße in Heerdt.

Das Auslieferungslager für Online-Bestellungen, das auf der Brache an der Clarissenstraße 44 gebaut werden soll, wurde von den Mitgliedern der Bezirksvertretung 4 (BV4) wiederum nicht akzeptiert. CDU und FDP lehnten es bei der zweiten Vorstellung des Bauantrags sogar komplett ab. "Es gibt keine Verbesserungen, die baulichen und verkehrlichen Probleme sind nicht gelöst", sagt Sven Holly (CDU). "Falls sich nichts ändert, die Interessen der Bürger unberücksichtigt bleiben, stimmen wir nicht zu." Kollege und Ratsherr Giuseppe Saitta rechnete nach, dass "locker 500 Lkw-Bewegungen pro Tag zusätzlich auf die Heerdter zukommen würden." Die Grünen schlugen vor, statt wie geplant nach Paragraf 34 (muss sich in die Umgebung einfügen) zu bauen, einen Bebauungsplan aufzustellen, wobei auch das restliche Grundstück an der Grenze zu Neuss einbezogen werden sollte. "Alles muss neu bewertet, bei der Bauleitplanung genauer hingeguckt werden", so Sprecher Markus Loh. Auch die bestehende Bebauung müsse berücksichtigt werden.

Weil unklar ist, wie die gesamte letzte freie Fläche in Heerdt genutzt werden soll, zögert auch die SPD, den Bauantrag zu genehmigen. Tobias Kühbacher: "Wird das gesamte Areal mit Gewerbe bebaut, ist das für die Bürger unzumutbar." Deshalb meldeten Grüne und SPD Beratungsbedarf an, wobei die Mehrheit aus CDU und FDP mitzog. Solange noch Fragen offen sind, geben wir kein grünes Licht", so das einhellige Echo. Bürgermeister Rolf Tups gab zu bedenken: "Egal, ob Bebauungsplan oder nach Paragraph 34 gebaut wird - am Handweiser ändert sich nichts." Nur nach interkommunalen Abschlüssen könnten die Restgebiete erschlossen werden.

Dezernentin Claudia Zuschke, die sich während der Sitzung vorstellte, sagte: "Es handelt sich um ein Gewerbegebiet. Es gibt Baurecht." Der Investor könnte klagen. Falls keine triftigen Gründe für eine Ablehnung des Bauantrags vorlägen, müsse Schadenersatz geleistet werden.

(RP)
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