Heerdt: Bauarbeiten auf dem Knopp-Platz beendet

Heerdt : Bauarbeiten auf dem Knopp-Platz beendet

Zehn Monate lang herrschte das pure Chaos im Einkaufszentrum. Heerdter und Bürgerverein hoffen jetzt auf mehr Grün.

Die Bürger können aufatmen: Alle Behinderungen durch die Baustellen auf dem Nikolaus-Knopp-Platz sind beseitigt. Hochbahnsteig, neuer Radweg, ein aufgefrischter Kirchen- und Parkplatz sind das Ergebnis monatelanger Bauarbeiten. Und doch ist nicht alles perfekt, hoffen Bürger und Geschäftleute auf Verbesserungen. Geschäftsfrau Petra Klemmer zum Beispiel ist zwar froh, keine Baustelle mehr vor der Tür zu haben, aber: "Jetzt kann hier jeder so lange parken, wie er will", bedauert sie. Die Autos werden morgens abgestellt und erst abends wieder abgeholt. "Unsere Kunden, die überwiegend mit dem Auto aus anderen Stadtteilen und dem Umland kommen, finden keinen Parkplatz mehr", bedauert sie. Damit der nun neugestaltete Parkplatz vor der Geschäftszeile nicht für "Park and Ride" zweckentfremdet wird, hofft Petra Klemmer auf eine Regelung mit Parkscheibe für eine Stunde.

Johanna Böscke hat ein anderes Problem. Sie hat Schwierigkeiten beim Wechseln der Straßenseiten in Höhe der St. Benediktuskirche. "Leider kann ich nicht in einem Zug auf die andere Seite kommen, weil die Ampeln nicht gleichgeschaltet sind." So müsse sie mit ihrem Fahrrad oft auf dem schmalen Halteplatz zwischen den Gleisen und der Fahrbahn auf Grün warten. Das sei viel zu gefährlich. Clemens Sökefeld, Vorsitzender des Heerdter Bürgervereins, sein Vize Herbert Rozynski und Vereinsmitglied Aloys Hüren sind der gleichen Meinung und bezeichnen den Übergang als "Schwachstelle, die Unfälle geradezu programmiere". Denn: Egal wer mit dem Fahrrad, Kinderwagen, mit Gehhilfen oder einfach nur zu Fuß auf die anderen Straßenseite will, lebt gefährlich. Grund: Er steht nicht nur auf einem schmalen Streifen, sondern direkt auf den Gleisen. Nur ein hohes Warnschild mit der Aufschrift "Bei Rot hier stehen", weist auf die Gefahr hin. "Für Kinder kaum wahrnehmbar", so Rozynski und ergänzt: "Wer schwerhörig ist, bemerkt die heranfahrende Bahn aus Richtung Handweiser nicht." Rotmarkierte Piktogramme wären hilfreich wie es sie bereits am anderen Ende des Hochbahnsteigs (Höhe Hymgasse) gebe.

Sökefeld kritisiert an dieser Stelle auch die neuen weißen Fahrbahnmarkierungen. Besonders den auffallend kurzen Geradeauspfeil auf einer Spur Richtung Pariser Straße. "Ein Witz", sagt er und überlegt, ob er wohl als Platzhalter für die Lkw eingerichtet wurde, die sich in Heerdt verirrt hätten und nun von der Straße Alt-Heerdt links auf den Nikolaus-Knopp-Platz abbiegen müssten.

"Alles ist Beton, Metall und Glas, eben kalt", sagt eine Heerdterin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will. Es sollte auf jeden Fall mehr Grün auf den Platz gebracht werden. Zumal zwei Bäume gefällt worden seien. Damit liegt sie auf gleicher Wellenlänge mit dem Bürgerverein. "Es könnte zum Beispiel Rollrasen im Gleisbett verlegt werden", schlägt Hüren vor, der wie auch seine Mitstreiter froh über den benachbarten, neu gestalteten Kirchplatz mit seinen Bäumen und den neuen Pflanzen ist. "Das Beste, was uns passieren konnte", stellt Sökefeld fest.

Derzeit wird dort noch gearbeitet. "Die Baumscheiben werden von Unkraut befreit, und heute kommt dort laut Architekt Achim Sökefeld der "lebendige Weihnachtsbaum" in die Erde. Beleuchtet werden soll der Platz auch. An den Baumscheiben sind bereits Strahler installiert. "Wir werden zuerst die Bäume beleuchten", sagt Architekt Sökefeld. Die Beleuchtung der Kirche werde mit dem Denkmal-Amt abgestimmt, wobei auch die gefundenen Grabsteine aus alter Zeit berücksichtigt werden.

(RP)