1. NRW
  2. Städte
  3. Düsseldorf
  4. Stadtteile
  5. Heerdt

Düsseldorf: Barrierefreie Station in Heerdt gewünscht

Düsseldorf : Barrierefreie Station in Heerdt gewünscht

Noch in diesem Jahr soll die Haltestelle Nikolaus-Knopp-Platz in einen Hochbahnsteig umgebaut werden. Die Rheinische Post hat gestern am Stand der Mobilen Redaktion mit den Heerdtern über die Pläne diskutiert.

Die Haltestelle der U 75 am Nikolaus-Knopp-Platz wird barrierefrei ausgebaut. Noch für dieses Jahr ist der Umbau geplant, der etwa ein Jahr dauern wird. Die Heerdter reagierten gestern bei der Mobilen Redaktion der Rheinischen Post überwiegend positiv auf den neuen Hochbahnsteig, der als platzsparender Mittelbahnsteig angelegt wird. Bedenken gab es wegen der Verschwenkung der Fahrbahn stadtauswärts, die zweispurig bleiben soll. Dadurch muss der Radweg auf die heutige Parkplatzfläche verlegt und drei Bäume gefällt werden. Außerdem fallen fünf Parkplätze weg.

"Gut ist, dass der Hochbahnsteig kommt, aber wir bezweifeln, dass die Planer zu Ende gedacht haben", sagen Monika und Dieter Bökamp. "Uns stört, dass für die Verlegung des Radweges Bäume gefällt werden." Außerdem seien Fußgänger und Radfahrer durch den Parkverkehr gefährdet. Frank Grenda bezeichnet die Planung als fantasielos. Die beiden Fahrspuren seien nicht erforderlich, weil sie ohnehin in jeweils eine münden würden. Die Ampeln müssten nur klug geschaltet werden. Daraufhin erklärten Bezirksvorsteher Rolf Tups und Ratsherr Giuseppe Saitta, dass die Zweispurigkeit wichtig sei, weil es im Zentrum des Knopp-Platzes etliche Fahrbeziehungen zu berücksichtigen gelte. Sonst seien Staus vorprogrammiert.

Hilmar Bauer ärgert sich, weil aus verkehrstechnischen Gründen Bäume gefällt werden. "Sie sind im Sommer der einzige Schattenspender, werden sie gerodet, ziehe ich weg." Den Verzicht auf die Bäume akzeptiert auch Hausarzt Ulrich Sappok nicht. "Der Radweg ist nicht ausgelastet und könnte gut auf die andere Straßenseite gelegt werden. Denn die Radfahrer kommen in aller Regel vom Rhein." Kreativität und Visionen fehlten bei der Planung, die lediglich vom Schreibtisch aus gemacht worden sei.

Die Seniorinnen Erika Hansen und Erika Junginger haben andere Probleme. Sie sind auf den Rollator angewiesen und hoffen, dass der Hochbahnsteig bald kommt. Erika Hansen: "Ich kann nicht mehr allein Bahnfahren. Mein Mann muss mich immer begleiten, wenn ich zum Arzt oder zum Röntgen gehen muss. Allein schaffe ich es nicht mehr." Erika Junginger stimmt ihr zu. "Ich würde so gern mal wieder in die Stadt fahren, aber mit meinem Rollator kann ich nicht in den Zug einsteigen." Auch die junge Mutter Katrin Cremer setzt auf den barrierefreien Zugang. "Ich besuche meine Eltern immer mit dem Auto, weil ich mit dem Kinderwagen nicht in die Bahn komme." "Der Hochbahnsteig ist eben nicht nur für Ältere", ergänzt Gertrud Meschkat. "Bei manchen Bahnen ist der Einstieg so hoch, dass man sehr beweglich sein muss." Toni und Thilde Küppers finden das Konzept eines Mittelbahnsteigs gut, weil er nicht so viel Platz beansprucht. "Wir sorgen uns aber um unser aus dem Jahr 1578 stammendes Haus (Küppers Bierstuben). Hoffentlich schadet der Umbau der Bausubstanz nicht."

Christa Förster und Hannelore Latzen kritisierten eher die Rheinbahn. "Die Bahnen sind zu laut und zu schnell. Die Gläser rappeln auf dem Tisch, wenn sie herankommen." Ursula und Hans Wilfried Danscher finden es gut, dass ein "Zielanzeiger" installiert wird. "Die U 75 ist nie pünktlich und man weiß nicht, ob man warten oder schon mal loslaufen soll."

Herbert Rozynski und Aloys Hüren bezeichneten den Bau des Hochbahnsteigs als überfällig. Den Verlust der Parkplätze wollen sie durch die Schaffung von Alternativen ausgleichen. Sie schlagen unter anderem vor, die Fläche unter der Brüsseler Straße, Zufahrt Krefelder Straße, fürs Parken zu öffnen.

(RP)