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Hassels: Vater und Tochter liegt das Moderieren im Blut

Hassels : Vater und Tochter liegt das Moderieren im Blut

Höhepunkt des Schützenfestes in Hassels ist die große Parade am Sonntag. Die hat bislang immer Paul Emmerling moderiert.

Schützen erkennt man auf den ersten Blick an ihrer Uniform. Doch die wenigsten wissen, dass es in vielen Vereinen neben den aktiven auch passive Mitglieder gibt. Die fallen aber eben nicht durch ihr Äußeres auf, tragen sie doch höchstens eine Vereinsnadel am Revers. 92 von ihnen hat die St.-Antonius-Schützenbruderschaft in Hassels - fast genau so viele wie aktive Mitglieder. "Ohne diese vielen passiven Helfer wäre es uns kaum möglich, unsere Feste zu feiern", sagt Tobias Kaiser, Sprecher der Hasselser Schützen.

Ein passives Mitglied, das dem Vorstand besonders am Herzen liegt, ist Paul Emmerling. 20 Jahre lang moderierte er die sonntägliche Parade zum Schützenfest. Doch nach dem vergangenen Jahr hängte der 68-Jährige das Mikrofon an den Nagel. "Jetzt sind mal andere dran", sagt Emmerling und ist schon gespannt wie ein Flitzebogen auf seinen Nachfolger. Den Job übernimmt in diesem Jahr zunächst einmal der stellvertretende Schützenchef Thomas Horn. Doch das ist nicht der Weisheit letzter Schluss; wollen doch die aktiven Mitglieder eigentlich selbst im Festzug mitgehen. Da konnte dem Verein nichts besser passieren, als eben ein moderierendes passives Mitglied.

Wie Paul Emmerling vor 20 Jahren an diesen Posten gekommen ist? "Ich war damals der Präsident eines kleinen Karnevalsvereins. Da dachte man sich wohl bei den Schützen, dass ich das Talent zum Moderieren habe", erzählt der gebürtige Hasselaner. Er habe nicht lange überlegen müssen und sagte zu: "Ich hab' das nie bereut."

Sein Moderationsstandort war immer der zentrale Platz am Denkmal. Dort zieht der Festzug, der um 15 Uhr beginnt, immer vorbei. Auch übermorgen wieder.

Ein paar Tage vor der Parade bekam Emmerling das Programm vom Oberst. "Das habe ich dann für mich modifiziert und Anmerkungen und Anekdoten reingeschrieben." Am Denkmal steht auch das Podest für die Ehrengäste. Doch nicht nur die hat er während der Parade zu Wort kommen lassen. "Ich habe mir immer normale Besucher vom Rand geschnappt." Auch Oberbürgermeister Thomas Geisel hat er schon persönlich begrüßt. Der sei damals wie eigentlich immer etwas spät dran gewesen, sagt Emmerling und lacht. Aber auch ihm ist einmal etwas Unangenehmes widerfahren. "Ich habe einmal eine Regimentskönigin mit einem falschen Namen angesprochen. Ich habe sie mit einer Karnevalistin verwechselt." Doch er habe sich schnell korrigiert; und es sei ihm nicht wirklich jemand böse gewesen.

Überhaupt sei es wichtig, spontan reagieren können, sagt Emmerling. So hatte es 2017 bei der Parade einen Vorfall mit einem nervösen Pferd gegeben. "Das hast du doch ganz toll überspielt", lobt ihn seine Ehefrau Angelika. Ihre gemeinsame Tochter Melanie Meurer hat das Moderations-Gen übrigens von ihrem Vater geerbt, wie er es von seinem. Emmerling: "Der war ebenfalls mal Präsident in einer Karnevalsgesellschaft". Die 43-Jährige hat im vergangenen Jahr erstmals den Klompenball moderiert und wird das auch in diesem Jahr wieder tun. Sie ist anders als ihr Vater übrigens aktives Mitglied bei den Antonius-Schützen. Im vergangenen Jahr war sie Kompaniekönigin.

(rö)