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Sparmaßnahmen sollen zur Stellenstreichung in der Kinderbücherei Düsseldorf Hassles führen

Kinderbücherei Hassels : „Die Bibliothek ist wichtig für das Viertel“

Nur noch eine halbe Stelle ist zukünftig für die Kinderbücherei in Hassels vorgesehen. Zu wenig, finden alle Beteiligten.

Seit Jahrzehnten gibt es die Kinderbücherei In der Donk in Hassels. In einer Seitenstraße im Wohngebiet liegt sie, teilt sich ein Gebäude mit einer Kindertagesstätte und einem Jugendtreff. Für die Nachbarschaft ist sie eine wichtige Anlaufstelle; doch die städtischen Sparzwänge werden auch hier spürbar. Die langjährige Leiterin Hedwig Lepique ist im September in den Ruhestand gegangen, jetzt soll das Personal gekürzt werden, heißt es aus dem Rathaus. Statt der drei halben Stellen soll ab 2021 nur noch eine halbe Stelle für die Kinderbibliothek finanziert werden. Die Organisation übernimmt das Team der Bibliothek Garath. Ein Unding, finden viele Betroffene, denn die Bücherei ist tief im Stadtteil verwurzelt. Im Einzugsgebiet von Hassels und Reisholz leben viele Menschen in sozial einfachen Verhältnissen. Um so wichtiger ist der kostenfreie Zugang zu Literatur.

Das findet zum Beispiel Christa Engelen, die Bücher für ihre Enkelin zurück bringt. „Die Gegend ist ein sozialer Brennpunkt, da ist es wichtig, den Bezug zum Lesen in der Nachbarschaft herzustellen“, sagt sie. Gut sei auch, dass die Bibliothek kostenloses Ausleihen anbietet, da auch finanziell schwächere Familien so nicht auf die Bücher verzichten müssen.

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Das findet auch eine ehemalige Erzieherin der Kindertagesstätte. „Die Kita-Kinder nutzen die Bücherei gerne. Auch in der Nachbarschaft wird das Angebot gut angenommen – es lohnt sich auf jeden Fall“. Auch sie betont, dass die Kinderbibliothek eine wichtige Aufgabe im Viertel hatte, nämlich Kinder aus bildungsfernen Haushalten mit einem niedrigschwelligen Angebot ans Lesen zu bringen. Auch die Bedeutung der Einrichtung als sozialer Treff, so sagt sie weiter, sei nicht zu verachten.

Typische Kunden sind beispielsweise der zehnjährige Benjamin und sein Bruder Michael (7). Sie leihen Lektüren für die Schule aus; doch auch in den Ferien sind sie oft dort. „Ich lese gern“, sagt Benjamin und zeigt stolz, was er sich diesmal geholt hat: Ein Star-Wars-Buch. Sein Bruder hat einen Batman-Comic. „Besser als ein Schulbuch“, sagt der Siebenjährige und lacht.

Die Bücherei selbst ist ein relativ kleiner Raum, vollgestellt mit Regalen, in denen Bücher, aber auch CDs, Filme und Computerspiele stehen. In der Mitte gibt es eine Sitzgruppe, dort liest eine junge Mutter ihrer Tochter vor. Sieben ist die Kleine inzwischen. „Eigentlich habe ich ihr schon immer vorgelesen. Seit fünf Jahren leihe ich hier dafür Bücher“, sagt die Mutter und blickt durch den Raum. „Meine Tochter kommt auch oft mit ihren Freundinnen, um sich etwas auszuleihen“, sagt sie erfreut. Lesen sei für die Familie einfach wichtig, und dass es ein gutes, nahes Angebot gibt, freut sie.

Umso wichtiger ist es, dass es so, wie es ist, tatsächlich erhalten bleibt. Beruhigend: Die Kinderbibliothek ganz zu schließen, ist nicht im Gespräch. Und das gespart werden muss, ist auch klar. Aber: Eine halbe Stelle ist zu wenig, da sind sich alle Betroffenen einig, zwei müssen es mindestens sein.