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Rotes Kreuz führt Stephan Keller durch Hassels Nord

Oberbürgermeister vor Ort : Hilfe für soziale Arbeit in Hassels

Das Rote Kreuz betreibt mehrere Einrichtungen im problematischen Norden des Stadtteils. Bei einem Rundgang hat das Team Oberbürgermeister Stephan Keller über die Lage im Quartier unterrichtet und um Unterstützung geworben.

Die Anfahrt von Oberbürgermeister Stephan Keller zum Standort des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) an der Potsdamer Straße führte vorbei an Müllbergen. Rund um die Abfallcontainer, aber auch an den Baumscheiben lagen Stapel von kaputten Möbeln und Haushaltsgeräten, von Kartons, Spielzeug und anderem Unrat. Kein ungewöhnliches Bild in der unter anderem von Migration und schwierigen sozialen Verhältnissen geprägten Siedlung.

Eingeladen war Keller von den Mitarbeitern des DRK, das mehrere Einrichtungen rund um die Potsdamer Straße betreibt. Und die soziale Arbeit ist nötig, denn die Lage im Viertel ist schwierig. Mehr als die Hälfte der Menschen hat einen Migrationshintergrund, Arbeitslosigkeit ist weit verbreitet. Das DRK will mit den Menschen vor Ort arbeiten. Der Bogen reicht von der Kindertagesstätte über die Jugendarbeit, Erwachsenenbildung und Integrationshilfe bis zum Betreiben eines Seniorenheims. Dafür sind im Viertel 190 ehren- und hauptamtliche Kräfte aktiv. Dem Oberbürgermeister präsentierten die DRK-Mitarbeiter vor Ort, wie wichtig beispielsweise die Mitgrationsberatung oder die Verselbstständigungs-Wohngruppen für Jugendliche, die in ihrem häuslichen Umfeld nicht mehr leben können, sind. Sie berichteten von der Arbeit in einer Kita, in der 25 Sprachen gesprochen werden, und davon, wie Corona den Kontakt zu den Menschen erschwert hat. Aber auch die Forderung an den CDU-Politiker war deutlich: Eine solche Arbeit braucht auch finanzielle Förderung von Seiten der Stadt, mit Eigenmitteln und Spenden ist dauerhaft nicht genug zu leisten. „Der Welcome-Point hat aktuell eine halbe Stelle, eigentlich wäre mindestens eine volle Stelle nötig. Das war ein Projekt, das wir groß aufziehen wollten, noch ist es sehr klein“, sagte Johanna Brenninkmeyer, DRK-Botschafterin für Migration und Integration, zum Oberbürgermeister. Und der Vorsitzende des Roten Kreuzes Düsseldorf, Stefan Fischer, ergänzte: „Wir wissen um die aktuelle Haushaltslage, sehen aber auch, wie viel Potenzial in so einer Einrichtung steckt.“ Durch die Zusammenarbeit von Stadt, sozialen Trägern und der Wohnungsbaugesellschaft LEG habe sich schon einiges verbessert, der Handlungsbedarf sei aber noch immer groß. Dennoch dürfe die Siedlung und die hier wohnenden Menschen nicht stigmatisiert werden.

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Stephan Keller, der die schwierige Situation in Hassels-Nord noch aus seiner Zeit als Düsseldorfs Ordnungsdezernent kennt, würdigte die Arbeit der DRK-Mitarbeiter. „Die Stadt nimmt die Lage in diesem Quartier wahr. Wir schätzen die Arbeit der Menschen vor Ort, wir werden im Dialog bleiben und ihn da vertiefen, wo es nötig ist“, so der Oberbürgermeister nach seinem Rundgang durch das Viertel. Ob und wie die Finanzierung der sozialen Arbeit am Standort verstärkt gefördert werden könnte, dazu äußerte er sich jedoch nicht.

Die Menschen auf der Straße erwarten sich wenig. Ein junger Mann steht mit einer Mülltüte vor vollkommen überfüllten Abfallcontainern, um die herum der illegale Sperrmüll liegt. „Hier wird öfter gereinigt als in anderen Siedlungen“, sagt er frustriert, „und trotzdem gibt es immer wieder solche Müllberge. Und das läuft schon seit Jahren so, ohne dass eine Lösung in Sicht ist.“