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Neue Konzepte in der Düsseldorfer Gemeinde St. Antonius und Elisabeth

Projektgruppe präsentiert Ergebnisse : Aus dem Kirchgang wird ein Sonntagserlebnis

Die Projektgruppe Vision 2020 stellte erste Ideen für das künftige Gemeindeleben in St. Antonius und Elisabeth vor.

Wie geht es bei uns weiter, fragt sich die katholische Kirchengemeinde St. Antonius und Elisabeth. Denn auch sie muss sich mit einer zunehmenden Säkularisierung im Alltag auseinandersetzen. Immer weniger Menschen fühlen sich einer Gemeinde zugehörig, immer weniger besuchen die Sonntagsmesse und die Zahl der Priester geht zurück. Mitglieder der Kirchengemeinde beraten deshalb in der Projektgruppe „Vision 2020“, wie die Zukunft aussehen könnte. Am Sonntag stellten sie erste Ergebnisse bei einer Gemeindeversammlung in der Antoniuskirche am Schönenkamp vor. Zahlreiche Besucher folgten dem Vortrag mit Fakten, Analysen und ersten Ideen für eine Neuaufstellung.

„Das Erzbistum Köln unterschritt 2016 zum ersten Mal die magische Grenze von zwei Millionen Kirchenmitgliedern“, sagte Kantor Johannes Koop. Und auch die eigene Gemeinde habe in den vergangenen 14 Jahren 1600 Menschen verloren, was rund elf Prozent entspreche. Gottesdienstbesucher seien überwiegend ältere Gläubige, ihre Zahl gehe zurück. Eine ganz besondere Herausforderung stelle auch in Hassels der Priestermangel dar. Bis 2030 sei laut Analysen damit zu rechnen, dass die Hälfte der Kirchengemeinden im Bistum keinen leitenden Pfarrer mehr hat. „Die Frage ist nicht, ob wir die Veränderungen annehmen, sondern ob wir ihnen eine anderer Richtung geben“, sagte Pastoralreferentin Klaudia Hilger. Aus Konsumenten müssten Jünger werden, verkündete sie ein zentrales Anliegen für die Zukunft.

Gaby Maaß aus der Projektgruppe stellte einige bereits beratene Ideen vor: Das „Sonntagserlebnis“, eine neue Gottesdienstform, mit den vier Pfeilern Predigt, Musik, Kindergottesdienst und Begrüßung zählt dazu. Für jeden Bereich soll ein Team aufgebaut werden. Orte sollten entstehen, an denen kirchenferne Menschen „andocken“ könnten und ihre Sprache gesprochen werde. Gläubige aller Altersgruppen seien mit ihrem Glaubenswissen für die neuen Konzepte gefragt.

Lebhaft und vielfältig war die anschließende Diskussion mit den Kirchenmitgliedern. Immer wieder ging es um die Frage, wie kirchenmüde oder kirchenferne Menschen angesprochen werden könnten. Rituale seien wichtig, meinte eine Dame zur Gottesdienstliturgie, zu „verstaubt“ und zu starr sei das oft, wendeten andere ein. Dass Menschen sich nicht genügend wahrgenommen fühlten und „die Kirche“ zuhause mehr für sie tun müsse, sagte ein Gast. Mit Menschen reden und nach ihren eigenen Wünschen fragen, riet ein anderer aus dem Plenum. - „Wir erreichen immer weniger Leute und der Gottesdienst ist der Dreh- und Angelpunkt“, meinte Cortina von Noppen nach der Versammlung. Sie sorgt sich darum, ob ihre Kinder die Kirche in einigen Jahren noch so aktiv erleben könnten wie ihre Mutter. „Es geht um Authentizität“, war sich Jutta Schäfer sicher. Christen müssten „echt“ sein, Reden und Handeln müsse übereinstimmen. „Dabei packe ich mich auch an die eigene Nase“, unterstrich sie lachend. Ein junger Gast brachte es kurz und bündig auf den Punkt: Menschlichkeit sei das entscheidende Stichwort für die Zukunft.