Mikail Akar stellt in Düsseldorf-Hassels aus - Junger Künstler aus Köln

Sechsjähriger Kölner mit Ausstellung in Düsseldorf: Mikail und die große Kunst

Das ist der Mini-Maler aus Köln

Sechs Jahre ist Mikail Akar erst alt, stellt jetzt im Pfarrhaus in Düsseldorf-Hassels aber schon seine großen, bunten Kunstwerke aus. Käufer zahlen bereits fünstellige Summen für seine Bilder, einige sehen Parallelen zu Gerhard Richter.

Hinter den Leinwänden seiner Kunstwerke – 100 Zentimeter mal 120 Zentimeter – kann sich der Künstler locker verstecken, bei seiner Ausstellung verschwindet er fast zwischen den Erwachsenen, doch nur seinetwegen kommen sie am Sonntag in das alte Pfarrerhaus Hasselsstraße 69.

Der sechsjährige Kölner Mikail Akar stellt seine Werke aus. Es ist Premiere für das alte Pfarrhaus, aber bereits die vierte Ausstellung des jungen Künstlers. „Ich habe vor einem Jahr einen Bericht über Mikail gelesen und mich jetzt daran erinnert“, sagt Kurator Jörgen Mainz, der sich über die neue Ausstellungs-Dependance und über die Resonanz der Vernissage freut.

Mikail, der lebhafte Junge in der roten Kordhose, ist in seiner Heimatstadt Köln und in der Kunstszene bereits eine kleine Berühmtheit. In Hassels werden seine Werke unter dem Titel „Colours“ auf zwei Etagen präsentiert. Ein grüner Punkt vermerkt bereits bei vielen: „Verkauft“. Die Preise bewegen sich zwischen 650 und 2700 Euro.

„Düsseldorf“ heißt das Bild mit vielfarbig gebogenen und gezackten Linien, bunten Klecksen von Stecknadel- bis zur Kronkorkengröße auf schwarzem Hintergrund. Direkt daneben hängt ein riesiges Gesicht mit kreisrunden Augen auf grasgrünem Grund. Bunte, schmale, mit Farbeimern „gezogene“ Linien zieren ein anderes Gemälde mit dem Titel „Farbtastisch“.

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Mikail malt abstrakt, er schraffiert, lässt Farben an der Leinwand herunter laufen oder bearbeitet sie mit Boxhandschuhen. Aber: „Am liebsten male ich mit dem Pinsel“, sagt der Junge. „In Rot, Gelb, Gold, Silber, Türkis“, zählt er seine Lieblingsfarben auf – bunt eben.

„Von unserer Familie hat sich niemand mit Kunst beschäftigt“, erklärt Vater Kerem Akar. Wenn Mikail male, dann sei er in einer anderen Welt und ließe sich durch äußere Einflüsse nicht stören. Der kleine Künstler kommt nächstes Jahr in die Schule. Er hat im Keller seines Zuhauses ein Atelier. „Elektronisches Spielzeug besitzt Mikail nicht“, sagt Vater Kerem. Mikail selbst verrät, dass er „auch“ gerne mit Lego-Steinen spielt. Dabei hüpft er herum, möchte zu den vielen Leuten und seinen Bildern. „Er mag den Rummel“, erklärt Kerem Akar lächelnd.

Bei Live-Musik erobern sich zahlreiche Gäste aus der Kunstszene die Ausstellung. „Das kleine Kind, das ist unglaublich. Man könnte meinen, diese Bilder sind von dem Maler Gerhard Richter“, sagt Anne aus Essen erstaunt. „Ich bin eher für das Gegenständliche, aber die schraffierten Bilder gefallen mir gut. Das ist unbegreiflich“, sagt ihr Mann Klaus. „Mikail hat ein grandioses Farbgefühl, bei ihm ist es Intuition. Er ist wirklich ein Naturtalent“, sagt Christa Domke beeindruckt. „Er hat schon als kleiner, junger Mensch ein ausgeprägtes Kunstgefühl. Er wird seinen Weg machen“, kommentiert Gina Mertens die Werke des Sechsjährigen.

Falls Mikail Akar später einmal Farben und Pinsel in die Ecke stellt und sich anderen Dingen widmen möchte, sei das kein Problem, meint sein Vater. „Egal was er macht, er kann sich darauf verlassen dass seine Familie ihn unterstützt.“

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