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Koßmann fehlen fünf Hundertstel für DM-Teilnahme

Turnerbund Hassels : Koßmann fehlten fünf Hundertstel für die DM-Teilnahme

(hel) Joshua Koßmann hat seinen großen Traum knapp verpasst – die Teilnahme am 100-Meter-Lauf bei den Deutschen Leichtathletikmeisterschaften, die nun im Nürnberger Max-Morlock-Stadion am vergangenen Wochenende ohne ihn stattfanden.

Fünf hundertstel Sekunden fehlten dem Top-Sprinter vom Turnerbund Hassels für die Qualifikation – und dennoch blickt der 23-jährige Benrather auf ein sportlich erfolgreiches Jahr 2018 zurück.

Die beeindruckende Bilanz: Gold bei den Norddeutschen Meisterschaften in Hamburg über 100 Meter mit der persönlichen Bestzeit von 10,7 Sekunden (aber eben fünf Hundertstel weniger als die Quali-Norm von 10,65 Sekunden) sowie zweimal Bronze über 200 Meter einzeln und mit der Staffel. Beim Oedter-Sprint-Cup lief Koßmann, wie bereits zwei Jahre zuvor, als Erster durchs Ziel. Zudem gab’s Bronze auf seiner Sprintdistanz bei den Deutschen Hochschul-Meisterschaften in Schwäbisch Gmünd.

Gestartet ist Joshua Koßmann 2018 allerdings nicht für seinen Heim-Verein, den TB Hassels, sondern für den LAC Lübeck, dem er sich zusätzlich angeschlossen hat, weil Koßmann in Lübeck an der Bundes-Polizei-Akademie gegenwärtig ein Studium mit dem Abschluss Polizeikommissar absolviert. Betreut wird er dort von LAC-Sprinttrainer Christopher Kokot.

Sport- und Berufskarriere müssen derzeit also unter einen Hut gebracht werden. „Die Saison 2018 ist für mich jetzt gelaufen“, räumt Koßmann nach verpasster Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften ein, auch weil es für ihn ausbildungsbedingt erneut einen Ortswechsel gegeben hat. Seit knapp einer Woche weilt Koßmann wegen eines Praktikums vorübergehend in München, wo er am Flughafen Riem in der Spätschicht die Flugsicherheitskontrollen unterstützt und zudem auf dem Flughafengelände auf Streife geht. Gewöhnen muss sich Koßmann noch an sein neues Umfeld. „Von München habe ich noch nicht so viel zu sehen bekommen“, verrät er. Das soll sich bis zum Praktikumsende im September jedoch noch ändern.

Trotz seiner „Weltenbummlerei“ hat Koßmann den Kontakt zu Ralf Buchmann, seinem Trainer beim TBH, nicht abreißen lassen. „Immer, wenn sich Joshua in Düsseldorf oder in der Nähe aufhält, kommt er zu uns zum Training ins Benrather Stadion“, verrät Buchmann, der seinen Erfolgsathleten seit 13 Jahren intensiv begleitet. Rückkehr zu den Wurzeln, das war beispielsweise der Fall, als Koßmann während seines Anfangspraktikums am Düsseldorfer Hauptbahnhof eingesetzt war oder erst jüngst im April während seiner Zeit in Swisttal (nahe Euskirchen).

„Joshua weiß genau, was er will“, sagt Buchmann über die Charakterstärke seines Schützlings. Und das heißt: Er will schnell sein und gewinnen. Damit sich für den Vereinsrekordhalter über 100 und 200 Meter im nächsten Jahr der ganz große Traum doch noch erfüllen. Dafür soll weiter an der Lauftechnik gefeilt werden. „In diesem Jahr haben wir viel mit dem Startblock gemacht“, verrät Buchmann und zeigt sich optimistisch. „Joshua kann es schaffen.“ Diesmal haben nur fünf Hundertstel gefehlt. Buchmann: „Das sind auf der Sprintstrecke gerade mal 60 Zentimeter.“