Kork statt Gummi für den Sportplatz der SG Benrath Hassels

Hassels : Kork statt Gummi für den Sportplatz der SG Benrath-Hassels

Die Odyssee für die Platzanlage Am Wald der SG Benrath Hassels ist noch nicht zu Ende. Jetzt hat Bezirksbürgermeister Udo Skalnik (SPD) reagiert. Er will die Verwaltung bitten, eine neue Variante zu prüfen.

In der Dezember-Sitzung des Rates sollte der Bau des neuen Kunstrasenplatzes eigentlich beschlossen werden. Doch die Ampelkoalition (SPD, Grüne, FDP) machte auf Wunsch der Grünen eine Kehrtwende und beantragte, die Verwaltung möge für das Projekt die Planung für den Ersatz des vorhandenen Tennenspielfeldes mit einer neuen Kostrechnung erstellen – für einen Rasenplatz. Dabei war in Abstimmung mit dem Verein längst beschlossen, einen Kunstrasenplatz zu bauen.

Das wollte Udo Skalnik, langjähriger Leiter des Sportamtes und seit 2014 in Pension, so nicht auf sich sitzen lassen. Er hatte aus der Arbeitsgemeinschaft Sport gehört, dass seit 2014 in Hamburg Kunstrasen statt mit einem Gummigranulat mit einem Korkgranulat versehen wird. Der stellvertretende Bezirksbürgermeister recherchierte und stellte fest, dass diese Projekt sich bewährt hat. Seines Wissens ist das Kork-Granulat in NRW noch nicht im Einsatz, Düsseldorf wäre dann Vorreiter.

Skalnik lobt die guten Eigenschaften des Korks und dessen Nachhaltigkeit. Auch die Kosten wären gleich. Im Namen der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung 9 hat er nun den Antrag gestellt, den Neubau des Kunstrasenplatzes mit Kork-Granulat zu planen.

„Der Kork ist biologisch abbaubar“, sagt Skalnik. Damit seien die Bedenken der Grünen, dass Gummi-Material ins Grundwasser gelangen könne, ad acta gelegt. Außerdem sei mit Kork das Verschmelzen der Altgranulate, wie es im heißen Sommer geschehen war, nicht möglich. „Jetzt sind die Grünen gefordert“, meint der stellvertretende Bezirksbürgermeister.

Schon lange ist die Sportanlage Am Wald sanierungsbedürftig. Die damalige Flüchtlingsbeauftragte Miriam Koch versprach dem Verein den Bau einer neuen Anlage, weil die SG Benrath Hassels ihr Terrain für eine Flüchtlingsunterkunft zur Verfügung stellte. Seit September 2017 sind die Zelte abgebaut. Jetzt gleicht der ehemalige Platz einem Acker. Passiert ist also nichts.

Sowohl Verein als auch Stadtteilpolitiker rechneten mit einem zügigen Baubeginn. Doch die Verwaltung zog das Ganze in die Länge. Dabei ist die Bespielbarkeit des zweiten Platzes dringend erforderlich. Weil die Kapazitätsgrenze des Vereins schon lange erreicht ist, müssen sich zurzeit bis zu sechs Jugendmannschaften den Platz während des Trainings teilen.

„Um den künftigen Bedarf von rund 3000 Betriebsstunden auf der Bezirkssportanlage abzudecken, ist der Neubau des Kunstrasenplatzen dringend erforderlich“, sagt Skalnik. Denn er geht davon aus, dass der Verein wächst, nicht zuletzt durch das geplante Neubaugebiet. Außerdem plant der Verein Damenfußball und mehr Mädchensport. SG-Mitglied Udo Skalnik gibt sich optimistisch: „Ich gehe davon aus, dass im Frühjahr eine Entscheidung im Sinne des Vereins gefällt wird, und die beinhaltet einen zweiten Kunstrasenplatz.“