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Hassels/Reisholz: Königlicher Mottowagen für den Pharao

Hassels/Reisholz : Königlicher Mottowagen für den Pharao

Der Straßenkarneval rückt immer näher und damit steigt der Druck, die Wagen für die Umzüge fertigzustellen. Quatschkopp Peter Kultscher ist optimistisch, dass seine Sphinx rechtzeitig fertig ist.

Beim Betreten der Lagerhalle im Reisholzer Industriegebiet riecht es nach einer Mischung aus frischer Farbe, Kleber und Kaffee. Aus einem CD-Player ertönen Karnevalslieder, die sich mit Stimmen und anderen Geräuschen mischen. Denn in der Halle entsteht der Karnevalswagen des amtierenden Reisholzer Quatschkopp Peter Kultscher alias Pharao Peter II. Zusammen mit seiner Frau Ilka und seinem Team, bestehend aus Freunden und Bekannten, arbeitet der Zahnarzt dort jede freie Minute an den Wochenenden, damit der Wagen rechtzeitig fertig wird.

"Ja, da kann man was draus machen", war Kultschers Gedanke, als er den Wagen zum ersten Mal sah. Doch bevor es so richtig losging, musste zunächst die Burg von Ex-Quatschkopp Bianka verschwinden. "Zuerst mussten wir alles komplett von dem Wagen abreißen, ihn neu tapezieren und anschließend verspachteln", berichtet Ilka Kultscher. Danach ging es an die Neugestaltung, die eines echten Pharaos würdig sein sollte. "Die erste Idee war, den Wagen vorne komplett wie eine Sphinx zu gestalten", erzählt Quatschkopp Peter. Doch je länger er und sein Team an dem Wagen arbeiten, desto mehr Ideen entwickeln sich und der ursprüngliche Plan etwas verändert.

Zwar ziert ein Sphinx-Kopf die Front als zentrales Element, doch die Seiten sehen aus wie eine Pyramide. "Den Kopf haben wir aus Kaninchendraht geformt und dann mit mehreren Lagen Tapete kaschiert", erklärt Kultscher die Vorgehensweise. Zur Mitte hin erinnert der Wagen an eine alte Grabkammer mit antiken Wandmalereien. Künstlerische Unterstützung bekommt der Reisholzer Quatschkopp von Künstler Bertold Moor und dessen Sohn Justus. "Es macht Spaß, so großflächig zu arbeiten", sagt Moor, für den es der erste Mottowagen ist. "Aber es ist vergleichbar mit meinen Wandmalereien, so dass ich meine Erfahrung gut einbringen kann."

Zusammen mit Justus streicht Moor die goldfarbenen Streifen mit einer milchigen Flüssigkeit ein. Diese sorgt dafür, dass an den Stellen später Blattgold haftet und der Sphinx ein besonders edles und wertvolles Aussehen verleiht. Wirkt der Wagen von vorne schon recht fertig, gibt es für die fleißigen Helfer im hinteren Bereich noch einiges zu tun.

Der Wagen des Elferrats der Reisholzer Quatschköppe, der ebenfalls in der Halle steht, ist bereits komplett fertig und wartet nur noch auf seinen Einsatz im Straßenkarneval. Passend zum jecken Jubiläum von 3 x 11 Jahren haben die Vereinsmitglieder ihn komplett umgestaltet. "In dem Wagen stecken rund 1000 Stunden Arbeit", sagt Wolfgang Pauli, der als gelernter Maler ein Auge auf den gesamten Wagenbau hatte. "Etwa vier bis sechs Leute haben nach Feierabend oder an den Wochenenden daran gearbeitet." Gemessen an dem Zeitaufwand ist es nachvollziehbar, dass der Wagen nicht jedes Jahr ein neues Motto verpasst bekommt.

"Das letzte Mal ist circa 5 Jahre her", meint Pauli sich zu erinnern. Wie der Wagen genau aussieht, wird noch nicht verraten, nur so viel vorweg: Ein Altbierglas schmückt die Front und prostet den Karnevalisten zum jecken Jubiläum zu.

(msu)