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Jugendzentrum Jumpers in Hassels besteht seit einem Jahr

Jumpers in Hassels : Ein besonderes erstes Jahr

Das Jumpers feiert sein einjähriges Bestehen in Hassels. Gerade in Zeiten von Corona ist das Zentrum im sozialen Brennpunkt wichtig.

Das erste Jahr Jugendarbeit in Hassels hatte sich das Team des Jumpers ganz anders vorgestellt. Trotz – oder vielleicht gerade wegen – der außergewöhnlichen Lage in den vergangenen Monaten zieht Jumpers-Geschäftsführer Thorsten Riewesell nun ein positives Fazit der Arbeit in Hassels.

„Wir haben im November 2019 zunächst gerätselt, ob das Angebot überhaupt angenommen wird“, sagt Riewesell. Schnell jedoch wurde klar: Die Mischung aus Bildungshilfe und Freizeitgestaltung kommt bei den jungen Menschen in Hassels gut an. Rund 60 Kinder besuchten vor Corona die Einrichtung am Tag, bei der großen Weihnachtsfeier drängten sich über 120 Kinder in den Räumen.

Die aktuellen Zahlen sind weit davon entfernt: 15 Mädchen und Jungen dürfen sich im Jumpers – das Wort steht für Jugend mit Perspektive – aufhalten, lediglich Hausaufgabenbetreuung und Lernhilfe sind möglich. „Weil wir uns auf diese Tätigkeiten beschränken, sind wir als Bildungseinrichtung anerkannt und können überhaupt offen bleiben“, sagt Riewesell. Er ist dankbar für diese Einordnung des Jumpers, er würde jedoch gern mehr machen. So wurden im Jumpers bereits eine eigene Werkstatt, ein Toberaum und ein voll ausgestatteter Musikkeller eingerichtet, die jedoch noch nicht benutzt werden können. Und mittelfristig ist am Standort auch ein vergleichbares Angebot für ältere Erwachsene geplant: Sempers, Senioren mit Perspektive. „Wir hoffen, möglichst bald wieder in eine Art Normalzustand zu kommen, damit wir unsere Arbeit hier erweitern können“, so Riewesell. Er betont jedoch auch, wie wichtig der außerhäusliche Anlaufpunkt Jumpers gerade in der schweren Corona-Zeit für die Kinder ist.

Das bestätigt auch Volker Wiegel, operativer Vorstand der LEG, der die Wohnsiedlung in Hassels gehört. Das Jumpers sei ein wichtiger Teil der Bemühungen, das sozial schwierige Viertel in den Griff zu bekommen. Die LEG investiert in bessere Beleuchtung, in Spielplätze und die farbige Gestaltung des Wohnumfelds, dennoch gibt es immer wieder Probleme mit Müll und Vandalismus in der Siedlung.

Beim Jumpers geht es auch darum, zu verhindern, dass junge Menschen in ein problematisches Milieu abgleiten. Der Standort in Düsseldorf ist einer von acht bundesweiten Stützpunkten, in denen das Projekt Stadtteilarbeit für Kinder betreibt.

Und dazu gehört auch die Feier von Weihnachten, wenn auch in diesem Jahr in einem anderen Rahmen: Statt einer großen Weihnachtsfeier wird es Termine für die einzelnen Kinder geben, verrät Jumpers-Ehrenamtlerin Sabrina Hintzen. Dazu wird das Zentrum geschmückt, es läuft Musik. Die Kinder konnten vorher Wünsche aufschreiben und bekommen dann von den Mitarbeitern jeweils ein individuelles, liebevoll verpacktes Geschenk. Die ganze Aktion wird wohl zwei Tage in Anspruch nehmen, schätzt Hintzen. „Die Wertschätzung und der persönliche Kontakt sind in dieser schweren Zeit für die Kinder genauso wichtig wie das Geschenk selbst“, weiß die Ehrenamtlerin.