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Hassels: Hassels trotz Problemen in Feierlaune

Hassels : Hassels trotz Problemen in Feierlaune

Wegen des Dauerregens am Samstagnachmittag zog das Stadtteilfest "Komm eruss" in das Ernst-Lange-Haus um.

Zum 13. Mal wurde in Hassels das Stadtteilfest "Komm eruss" (komm heraus) gefeiert. Wegen des schlechten Wetters am Samstag war man ins Ernst-Lange-Haus gezogen. Doch nicht nur der starke Regen, sondern auch Probleme in der Hochhaus-Siedlung Hassels-Nord gefährdeten das Fest. Nichtsdestoweniger kamen viele Besucher von jung bis alt und aus verschiedensten Kulturkreisen und feierten gemeinsam ausgelassen.

Barbara Dully leitet das Ernst-Lange-Haus der Diakonie. Aus Sicht von Oberbürgermeister Thomas Geisel ist sie "ein Engel für diesen Stadtteil". Seit Dezember hat sie - zusammen mit Vertretern anderer Institutionen, wie der Stadt, dem Deutschen Roten Kreuz, der Awista, der Caritas sowie der katholischen und evangelischen Gemeinde - das Fest vorbereitet, das alle zwei Jahre stattfindet. "Für die Bewohner der Siedlung war die letzte Zeit schwer. Durch Modernisierungen, Eigentümerwechsel und Mieterhöhungen gab es Probleme mit vielen Wohnungen; einige Bewohner mussten deswegen sogar umziehen", erklärte Dully.

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Eine kurze Zeit habe es sogar den Gedanken gegeben, das Fest abzusagen. Dully: "Doch dann haben wir uns gedacht, dass es gerade jetzt umso wichtiger ist. Wir haben eine tolle Gemeinschaft in Hassels und wollen diese feiern und stärken". Dieses Gemeinschaftsgefühl zeigte sich bereits beim Auftakt des Bühnenprogramms. Die afrikanische Trommelgruppe "Sapali Percussion" um Moussa Diallo animierte das Publikum: Die Trommelbässe waren im ganzen Körper zu spüren und die Besucher klatschten im Takt und sangen mit. Auch Oberbürgermeister Geisel, der die Eröffnungsrede hielt, war beeindruckt von der guten Stimmung im Stadtteil. In einer kurzen Rede forderte er die Menschen zum gemeinsamen Feiern auf, ging aber auch auf die Mieterhöhungen ein. "Ein verantwortungsvolles Unternehmen weiß, wer seine Mieter sind und was sie sich leisten können. Die Stadt lässt die Mieter nicht allein", versprach er. Damit spielt er auf die LEG an, die vor kurzem über 80 säumigen Mietern gekündigt hatte.

Diese Thematik zog sich durch das ganze Fest. Neben Popcornmaschine, Schmink- und Spielständen, Glücksrad und vielen weiteren Unterhaltungsangeboten gab es Informationsstände wie unter anderem den des Düsseldorfer Mietervereins. Uwe Warnecke, der zudem für die Grünen im Stadtrat sitzt, bietet dort juristische Beratung an. "Das Fest ist eine Plattform, Menschen zu erreichen, die sonst nicht zu uns kommen würden. Viele kennen solche Angebote aus ihren Heimatländern nicht und wissen nicht, dass und wie sie sich wehren können", erklärte er. Die meisten Besucher standen jedoch bei den Unterhaltungsständen oder schauten sich die Aufführungen an. Vor allem die Kinder genossen das Fest ganz unbeschwert. So auch Shayma und Rihab von der Grundschule Am Köhnen. Die Neunjährigen freuten sich besonders auf ihren eigenen Auftritt mit dem Chor der Schule. So vielfältig wie das Publikum war auch das Bühnenprogramm. Von russischer Musik über HipHop und Zumba-Tanzshows traten Leute aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen auf. Das freute Barbara Dully: "Die Besucher haben sich durch den Regen nicht abschrecken lassen. Das zeigt auf ein Neues, was es für eine tolle Gemeinschaft und Vielfalt es in Hassels gibt."

(nia)