Abschied nehmen in Düsseldorf-Hassels Nach 41 Jahren die Schule erfolgreich beendet

Düsseldorf · 1966 war Beate Grunewald als i-Dötzchen in die Schule in Düsseldorf-Hassels gekommen. Später kehrte sie als Lehrerin hierhin zurück. Nun geht die Pädagogin in den Ruhestand.

 Schulleiterin Beate Grunewald-Woitschek wurde in dieser Woche mit einer bewegenden Feier verabschiedet.

Schulleiterin Beate Grunewald-Woitschek wurde in dieser Woche mit einer bewegenden Feier verabschiedet.

Foto: Georg Salzburg (salz)

Damit hatte Beate Grunewald nicht gerechnet: Am Mittwoch gegen 11 Uhr wurde die Schulleiterin eilig in die Turnhalle der KGS Hermann-Gmeiner-Schule in Hassels gerufen, um ein wichtiges Problem zu lösen. Doch es erwarteten sie Spalier stehende Grundschüler mit Blumen und ein feierlicher Einmarsch zu Europas „Final Countdown“ mit Standing Ovations von rund 50 Gästen, etlichen Umarmungen und laufenden Handykameras.

Der Anlass: Beate Grunewald geht mit dem diesjährigen Schuljahr nach 41 Dienstjahren in den Ruhestand. Der unerwartete Überraschungsempfang rührte die Schulleiterin zu Tränen. Alle Schülerinnen und Schüler der Schule, das Kollegium, Sozialarbeiter, OGS-Mitarbeiter, Vertreter des Schulvereins, befreundete Rektorinnen und zahlreiche Weggefährten waren gekommen.

Den Auftakt der rund einstündigen Abschiedsfeier machte die Klasse 1a mit einem Kanon, es folgten Dankessbotschaften und ein Rückblick. 1966 hat Grunewald an der Hermann-Gmeiner-Grundschule ihre eigene Schulzeit begonnen, 1978 folgte das Abitur, dann ein Lehramtsstudium und das Referendariat, woraufhin sie 18 Jahre lang als Lehrerin in Friedrichsdorf arbeitete.

Nach einer Lehrtätigkeit in England kehrte die Pädagogin 2009 zurück nach Deutschland beziehungsweise Wiesbaden zurück und arbeitete in der Führungskräfte-Entwicklung. Als die Hermann-Gmeiner-Grundschule 2014 eine neue Leitung suchte, war sie zur Stelle. „Wir haben sie damals gefragt, warum sie den Posten annehmen möchte. Ihre Antwort war: Weil ich etwas verändern möchte. Das hat sie auf jeden Fall geschafft“, berichtet eine Lehrkraft des Teams.

Das gute Klima an der Schule zählten viele in ihrer jeweiligen Laudatio zu Grunewalds Verdiensten. Mit einem Augenzwinkern wünscht das Team Grunewald im Ruhestand „neue Aufgaben, die ihrem Tatendrang gerecht werden“. Bei der Suche in den Archiven der Schule wurde ein Erstklässlerstuhl aus Grunewalds Einschulungsjahr 1966 gefunden. Dieser Stuhl und eine große Schultüte wurden mit Grunewald betreffenden Klassenbucheinträgen beklebt und feierlich überreicht: Endlich ist die Schulzeit „abgesessen“.

Als weiteres Geschenk wurde ein Pflaumenbaum überreicht. Er ist der erste von vielen Bäumen, es soll auf dem Gelände ein wortwörtlicher „Grune-Wald“ entstehen. Seit Anfang Mai hatten sich alle Klassen heimlich auf den Abschiedstag vorbereitet.

Die 3a hatte eine Bildergeschichte mit Fotos der Klasse zur Geschichte von Max und Moritz erstellt, von den ersten Klassen gab es ein gemeinsames Bild. Jahrgang 2 überreichte neben Blumen gesammelte Tipps und Ideen für den Ruhestand. „Es sind lustige, entspannte und gefährliche dabei“, kündigte der Klassensprecher an. Die vierten Klassen hatten ihre Dankesbotschaften auf Video gebannt, in dem ein Zettel mit den Botschaften von Schüler zu Schüler weitergegeben wurde – ganz wie es auf der Schulbank üblich ist.

Von der Schulpflegschaft wurde ein auf Leinwand gemalter Baum überreicht: Jede und jeder hatte sich mit einem farbigen Fingerabdruck als Blatt verewigt. „Ihr habt mich einfach überwältigt. Keiner hat irgendetwas verraten“, sagte Grunewald sichtlich gerührt. „Mein erster Dank geht an die Kinder: Ihr habt mir jeden Tag Freude bereitet. Gebt mir jetzt nur ein großes Versprechen: Bleibt wie ihr seid und bleibt neugierig auf die Welt. Einmal Gmeiner, immer Gmeiner.“ Zum großen Finale hatte das Team Andreas Bouranis „Ein Hoch auf uns“ auf Beate Grunewald umgedichtet. Bei Gesang und Tanz aller Kinder flossen dann nochmal Tränen.

„Frau Grunewald hinterlässt große Fußspuren, aber ich freue mich darauf, ab dem neuen Schuljahr dann ihre Aufgaben zu übernehmen“, so Stefanie Köster, die ab August kommissarisch die Leitung übernimmt.

Düsseldorf: Nach 41 Jahren die Schule erfolgreich beendet​
Foto: grafik

Der nahtlose Übergang freut auch die nun ehemalige Leiterin der Schule: „Danke an Thorsten Vetterkind, der den Übergang so super gestaltet hat. Das gibt den Eltern und dem Team ein gutes Gefühl.“ Auch den anschließenden Empfang in der Aula mit Buffett hatten Team und Gäste gemeinsam gestemmt, von der selbst gebackenen Torte bis zur Ballondekoration.