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Düsseldorf: LVR-Förderschule ist „Schule mit Courage“

Karl-Tietenberg-Schule, Förderschule Sehen, des LVR : Förderschule ist „Schule mit Courage“

Die Karl-Tietenberg-Schule für Schüler mit Sehbehinderung in Hassels wurde am gestrigen Freitag in das Anti-Rassismus-Netzwerk aufgenommen. Das Benrather Heimatarchiv hat die Patenschaft übernommen.

Ihre Bewerbung, Schule ohne Rassismus/Schule mit Courage zu werden, haben die Schüler der Karl-Tietenberg-Schule, Förderschule Sehen des Landschaftsverbandes, sehr ernst genommen. Um herauszufinden, ob die gesamte Schulgemeinschaft hinter dem Projekt steht, hat die 9. Klasse im vergangenen Herbst eine Wahl durchführen lassen. Und über den Zustimmungswert würde jede Demokratie in Taumel verfallen: Von den 186 abgegebenen Stimmen, darunter 100 Schüler, sprachen sich 172 für eine Bewerbung aus, das sind sagenhafte 97 Prozent.

Gestern nun konnte die Schule die Urkunde und das Schild in einer Feierstunde in Empfang nehmen. Die große Plakette wird die Schule bald auch nach außen als Schule ohne Rassismus sichtbar machen. 1995 gründete sich in Deutschland die Initiative, das Immanuel-Kant-Gymnasium in Dortmund wurde der erste Vertreter. Unzählige Schulen folgten seitdem. In NRW wurde vergangene Woche die 1000. Schule in das Netzwerk aufgenommen, die Karl-Tietenberg-Schule wird als 1004. geführt. In der Schule in Hassels lernen die 100 Mädchen und Jungen in den Klassen ein bis neun.

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Doch mit der Ernennung beginnt nun erst die Arbeit. Es sei anders, als bei der Ehrung einer sportlichen Leistung, sagte Christian Hüttemeister, Landeskoordinator des Corage-Netzwerkes: Dort bekomme man die Medaille für eine bereits erbrachte Leistung. Mit der Auszeichnung als Schule ohne Rassismus fange die Arbeit aber erst an. So muss es künftig in jedem Jahr etwa einen Projekttag geben.

So mancher der Schüler, die zumindest eine Sehbehinderung haben, werden in ihrem Alltag bereits mit Vorurteilen oder Spötteleien in Berührung gekommen sein. Davon geht auch Wolfgang D. Sauer aus, der als Vertreter des Benrather Heimatarchivs zu den Schülern sprach. Jede Schule, die dem Netzwerk beitritt, muss sich einen Paten suchen. Und da es im November 2019 schon eine gemeinsame Aktion bei der Erinnerung an den gelegten Brand in der Benrather Synagoge im Jahr 1938 an der Friedhofstraße gab, lag nahe, dass die Anfrage über eine Zusammenarbeit den pensionierten Lehrer Sauer und sein Team erreichte. „Ich habe sofort zugesagt“, sagte Sauer in der Feierstunde. Gleich mehrere Ideen, wie das Heimatarchiv die Schüler bei Projekten unterstützen könnte, hatte er im Gepäck. Doch er wünscht sich nun, dass die Schüler sich selbst überlegen, welches Thema sie angehen und bearbeiten wollen.

Um den kurzen Draht zwischen den Schülern und ihm zu ermöglichen, gab er Schülersprecher Dominik seine Visitenkarte mit Telefonnummer. Der nahm diese dankbar entgegen, wie auch später mit seinem Schülersprecher-Kollegen Jonas die Urkunde und das Schild mit der Aufschrift „Schule ohne Rassismus/Schule mit Courage“. Die wird in Kürze jeden Besucher der Schule am Lärchenweg darauf hinweisen, dass er eine besonders engagierte Bildungseinrichtung betritt.