Düsseldorf: Bürger können beim RRX mitbestimmen

Planungen für den RRX im Düsseldorfer-Süden: Bürger können beim RRX mitbestimmen

Bis zum 15. April kann man bei einer Onlinebefragung der Deutschen Bahn mitmachen und für den geplanten Kreuzungsbau am Reisholzer Bahnhof für eine Variante abstimmen. Die Bahn berichtete am Abend, dass in fünf Stunden rund 100 Interessierte vor Ort gewesen seien.

Im Vergleich zur Bürgerinformation für fast genau zwei Jahren sind Freitagnachmittag weniger Interessierte ins Ernst-Lange-Haus gekommen, um sich über die Ausbauplanungen des Schienenverkehrs für den Schnellzug RRX zu informieren.

Im Laufe des nachmittags zählte die Bahn dann doch über 100 Interessierte und eine Sprecherin berichtete am Abend davon, dass es viele interessante Gespräche gegeben habe.

Inzwischen hat die Bahn die geplante Schallschutzwand an der Further Straße von einer Höhe von zwölf auf vier Meter verringert. Möglich ist das geworden, weil Benrath nachträglich zum Halt des Schnellzuges wurde und dort für diesen ein Mittelbahnsteig gebaut wird. Dieser ermöglicht auch, dass es dann einen direkten Zugang  von der Paulsmühle aus auf den Bahnhof geben wird.

Sind alle Ausbaumaßnahmen fertig, sollen geschätzt ab 2030 im 15-Minuten-Takt Züge zwischen Köln und Düsseldorf nach Dortmund verkehren Der RRX ersetzt den heutigen Regionalverkehr. Zusätzlich zum Fernverkehr, der S-Bahn 6 und dem Güterverkehr fährt  dann auf den Gleisen statt in beide Richtungen gerechnet vier mal in der Stunde der Regionalexpress acht mal der RRX. Schon jetzt sei die Lärmbelastung an der Strecke hoch, kritisierte eine Anwohnerin.

Doch mit dem Bau des Schnellzuges wurde den Anliegern auch ein verbesserter Lärmschutz versprochen. So soll auch die Süllenstraße eine Lärmschutzwand bekommen, dort gibt es bislang nichts, was den Bahnlärm von den Häusern weghält.

Doch nicht alle freuen sich über den geplanten Lärmschutz. Während an der Further Straße die Umplanungen für eine deutliche Verbesserung gesorgt haben, gilt das nicht im gleichen Maß für die Alfelder Straße. Die Höhe der dortigen  Lärmschutzwand hängt davon ab, ob bei dem dort geplanten Kreuzungsbauwerk die beiden Gleise für den RRX tiefer oder höher gelegt werden. Aus Sicht von Anwohnerin Hannelore Schoeler und  ihrer Nachbarin Annette Figge ist nur eine Variante halbwegs erträglich: „Diese Hochlegung mit einem Schallschutz, der rund 13 Meter hoch wäre, das geht gar nicht“, sagen sie unisono. Direkt vor Ort haben sie an der Abstimmung über die beiden Varianten teilgenommen und die Tieferlegung angekreuzt.

Im Vergleich der beiden Varianten ist die hochgelegte die preiswertere (rund zehn Prozent kostengünstiger) und die schnellere im Bau (55 statt 64 Monate). Die Stadtspitze wie auch die Bezirksvertretung 9 haben sich bereits für die tiefgelegte Variante ausgesprochen, die Entscheidung fällt das Eisenbahnbundesamt.

Wer abstimmen will, kann dies auch online machen. Gestern um 18 Uhr hat die Deutsche Bahn eine Onlinebefragung freigeschaltet. Bis 15. April  kann man Anregungen geben sowie seine Stimme für eine der beiden Varianten angeben. Auch telefonisch und per E-Mail kann man sich beteiligen. Bis Ende Mai will die Bahn die Daten auswerten.

Wenn alles glatt läuft, könnte auf diesem Abschnitt zwischen Hellerhof und Reisholz in fünf Jahren Baurecht geschaffen sein. Doch auch vor der Fertigstellung des Gesamtprojektes werde es mit jedem fertigen Abschnitt Verbesserungen im Schienenverkehr geben, berichtet RRX-Projektleiter Michael Kolle. Beispielsweise soll zur Fußball-EM 2024 in Deutschland der S-Bahnverkehr reibungslos laufen. Hier holpert es nach wie vor. Im nächsten Jahr wird mit dem Bau des RRX-Abschnitts von Leverkusen bis Langenfeld begonnen. Schon da wird es zu Einschränkungen für Bahnnutzer kommen.

Mehr von RP ONLINE