Hassels: Der Chef auf und neben dem Platz

Hassels: Der Chef auf und neben dem Platz

Niklas Leven trat bei der abstiegsbedrohten SG Benrath-Hassels am Wochenende nicht nur wie gewohnt als Abwehrchef auf, sondern übernahm auch noch den Job als Spielertrainer. Sein Team verlor knapp mit 0:2.

Mitten im Trainer-Wirrwarr haben die Kicker des vor dem Abstieg stehenden Bezirksliga-Aufsteigers SG Benrath-Hassels nach dem Rücktritt von Chef-Coach Andreas Kober und in urlaubsbedingter Abwesenheit von Co-Trainer Michael Oehlschlägel in der Heimpartie gegen die spielstarke SG Unterrath ein Lebenszeichen gesendet. Zwar unterlag das Tabellenschlusslicht gegen den favorisierten Achtplatzierten mit 0:2 - dennoch konnte Interims-Spielertrainer Niklas Leven nach dem Schlusspfiff mit der engagierten Vorstellung seiner Mitspieler durchaus zufrieden sein.

"Wir wollen aus den verbleibenden acht Spielen noch etwas mitnehmen", zeigte sich der vom SG-Abteilungsleiter Marcel Dercks beauftragte "Hilfscoach" beim Resümee betont mutig. Und wer die von Ausfällen geplagte Hasselaner Rumpftruppe im möglicherweise viertletzten Bezirksliga-Heimspiel hat beobachten können, der wird dem oberliga-erfahrenen Leven bei seinem Versprechen sogar Glauben schenken.

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Mit unermüdlicher Lauf- und Einsatzfreudigkeit nämlich hatten sich die Hasselaner dem erkennbar auf Sieg eingestimmten Gegner in den Zweikämpfen entgegengestemmt und die mit Anpfiff zunächst gültige Null mit Mann und Maus und (in einigen brenzligen Situationen) mit dem notwendigen Quäntchen Glück verteidigt - immerhin bis zur 71. Minute, als sich der auf der Torlinie bärenstarke SG-Keeper Marcel Britscho schließlich doch ein erstes (und sieben Minuten später gar ein zweites) Mal geschlagen geben musste.

Auf den Platz gestellt hatte Leven, wie er betonte, vor allem Spieler, von denen er glaubte, dass sie bereit sind, gehörig Gas zu geben. Und diesem Vertrauensvorschuss sind sie allesamt gerecht geworden, auch jene Kreisliga-B-Akteure aus dem Reservekader, die einmal mehr Personallücken auf höherem Niveau zu füllen hatten. In seiner Dreifach-Rolle als Trainer, Spielführer und Abwehrchef war Leven selbstredend über neunzig Minuten hinsichtlich Einsatz vorbildlich voran gegangen. Am Ende fehlte den tapferen Hasselanern allein ein überraschender Punkterfolg, der angesichts des lobenswerten Aufwandes gewiss allemal verdient gewesen wäre, auch wenn ihm der Geruch Fußballwunder angeheftet hätte. Vielleicht klappt es mit dem schier Unmöglichen (sprich: dem Klassenerhalt) ja doch noch. Schon am Donnerstag beginnt eine Serie von drei Spielen der Wahrheit, in denen die SG auf benachbarte Konkurrenten trifft. Zunächst ist der FC Zons als Drittletzter zwecks Nachholspiel in Hassels zu Gast. Anstoß ist um 19.30 Uhr. Anschließend stehen Begegnungen beim TV Kalkum-Wittaler und gegen Bayer Dormagen an. Gemeinsam mit Urlaubsrückkehrer Oehlschlägel kann Leven bei der Aufstellung wieder auf Alessio Cucci, Tobias Böhm und Melton Serville zurückgreifen.

(hel)