Schützenfest : Nur aus Spaß

Das Tambourcorps „Just for Fun“ aus Hamm feiert 25-jähriges Bestehen. Gegründet wurde es spontan beim traditionellen Hahneköppen zum Abschluss der Kirmes. Aus Laien wurden im Verlauf der Jahre richtig gute Musiker.

Das Tambourcorps „Just for Fun“ ist keine richtige Kompanie innerhalb der St. Sebastianus Schützenbruderschaft in Hamm. Genau genommen ist es überhaupt keine Gesellschaft, denn die Mitglieder gehören unterschiedlichen Kompanien an, in denen sie auch rege am Vereinsleben teilnehmen. Das Tambourcorps ist so etwas wie ein Zusatzvergnügen, entstanden aus einer Bierlaune heraus.

Und das kam so: Das Hahneköppen (natürlich nur mit Gummihähnen) bildet beim Schützenfest in Hamm traditionell den Abschluss der Kirmes am Mittwochabend. Besonders lustig ging es dabei immer bei der Jungschützenkompanie zu, so richtig mit einer kleinen Parade und Musik für den neuen Hahnenkönig. „Das wurde dem Tambourcorps dann aber irgendwann zu aufwendig, nach Abschluss des Schützenfestes noch mal zu spielen. Da haben wir uns gesagt: Dann machen wir es halt selbst“, erzählt Klaus Eßer.

Dumm nur, dass die meisten überhaupt kein Instrument beherrschten. Nach der selbstbewussten Ankündigung wollten die Jungschützen dann aber natürlich nicht kneifen. Und so wurde fleißig geübt, immerhin war ja der eine oder andere vom alten Tambourcoprs in Hamm mit von der Partie, die Profis stellten sich als Ausbilder zur Verfügung.

Das hat sich gelohnt, denn binnen kürzester Zeit wurde „Just for Fun“ zum Renner im Dorf. „Wir hatten den Biss, das richtig zu lernen. Und auf einmal wollte jeder, dass wir für sie spielen. Zum Polterabend, Geburtstag, bei Krönungsbällen, sogar für den Karneval wurden wir angefragt“, berichtet Peter Schnitzler. Und bald folgten auch Einladungen von Vereinen, die mit Hamm gar nichts am Hut hatten. Aus Flehe und Volmerswerth oder sogar aus dem fernen Eckum (Rommerskirchen). Beim eigenen Schützenfest in Hamm übernehmen die bis zu 30 Musiker aus sieben Kompanien (auch einige Vereinslose sind darunter) das Wecken am Sonntag.

Mit der Zeit stiegen die Ansprüche, von außen, aber auch das Tambourcorps selbst wollte natürlich nicht immer nur dieselben Stücke spielen. „Wir haben größtenteils bei Null angefangen, mittlerweile verfügen wir aber über ein beachtliches Repertoire, und einige haben sogar das Musikabzeichen“, sagt Christopher Drenkard. Einmal die Woche wird geprobt, vor Schützenfesten geht es dann auch raus auf die Straße, „denn es ist gar nicht so einfach, ein Instrument zu spielen, während du in Bewegung bist“, erklärt Schnitzler.

Allerdings hat „Just for Fun“ die Anzahl der Auftritte inzwischen etwas reduziert. „Das nahm etwas Überhand, wir hatten plötzlich jede Woche einen Auftritt, das war zu viel“, blickt Eßer zurück. „Wir haben zudem ja alle noch ein richtiges Vereinsleben innerhalb unserer Kompanien, sind berufstätig, da mussten wir die Notbremse ziehen“, betont Drenkard.

Das Tambourcorps hat im Verlauf der zurückliegenden zweieinhalb Jahrzehnte auch das eine oder andere Mitglied verloren, es fand sich aber immer Nachwuchs, der die Lücken schloss. In seiner Existenz war „Just for Fun“ ohnehin nie bedroht, im Gegenteil: Aus der anfänglichen Jungentruppe ist ein Tambourcorps geworden, in dem sich das gesamte Schützenwesen Hamms widerspiegelt, in dem der Vater mit dem Sohn spielt, das jüngste Mitglied zehn, das älteste an die 60 Jahre ist. Das Silberjubiläum soll nun auf jeden Fall groß gefeiert werden, nicht beim Schützenfest am Wochenende, sondern Anfang Oktober mit einem großen Biwak.

Termin 7. Oktober, Dorfplatz „De Blääk“, Hammer Dorfstraße 121, 11.30 bis mindestens 18 Uhr
Programm Festmesse und Umzug, viel Musik (unter anderem Swinging Funfares), Kinderschminken, Kuchenbuffet

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